Härtere und rauere Bilder mittels Low Key

So wie es bestimmte Belichtungs- und Bearbeitungsarten für zarte, feine Aufnahmen gibt, gibt es auch das genaue Gegenteil. Die Low Key Technik verhilft Ihnen zu härteren und raueren Fotos, die Sie etwa beim Fotografieren von älteren Menschen, Männerporträts oder Aktfotografie ausnutzen können. Wie man die Low Key Bearbeitung ganz leicht auf Bilder anwendet schauen wir uns in diesem Artikel an.

Vielleicht haben Sie schon einmal von den Begriffen Low Key und High Key Fotografie gehört. Während High Key Fotos überwiegend helle Töne beinhalten und die dunkelsten Schatten entbehren, dominieren bei Low Key Fotografie dunkle Töne.

High Key Fotografie wird zur Verdeutlichung von Feinheiten benutzt. Fotos, die auf diese Art bearbeitet wurden, sind sehr hell und beinhalten vorwiegend helle Töne. Deutlich dunkle Bereiche fehlen. High Key Fotografie eignet sich vor allem für Fashion Fotografie, bei der das Modelgesicht auf Konturen beschränkt ist, praktisch keine Hautstruktur zu sehen ist und volle, satte Lippen in der Aufnahme dominieren. Ein ideales Werbebild.

Wie man Fotos mittels High Key Effekt bearbeitet, haben wir Ihnen schon gezeigt. Dieses Mal widmen wir uns der Low Key Technik.

Verwendung – vorwiegend Porträts und Akte

Ganz typische Merkmale für Low Key sind überwiegend schwarze Nuancen oder hoher Kontrast zwischen Licht und Schatten. Diese Technik ist auch keineswegs neu und wurde schon von vielen Meistern der alten Analogschule genutzt.

Ihre Hauptverwendung findet Low Key in der Porträtfotografie. Man findet sie aber auch in der Aktfotografie. Dank dieser Technik können Sie den Anschein von Härte und Rauheit erwecken, deswegen eignet sie sich eher für Porträts von Männern oder älteren Menschen. Und auch überall dort, wo Sie schärfere Gesichts- oder Figurzüge hervorheben wollen.

Mithilfe der Low Key Technik können Sie auch das gesamte Produkt unterbelichten und durch Beleuchtung nur einen bestimmten Bereich verdeutlichen, der etwa für eine Werbebotschaft von Bedeutung ist.

Hintergrund als Schlüsselelement

Für Low Key Fotografie ist der Hintergrund maßgeblich. Ideal sind matte schwarze Hintergründe, die überhaupt kein Licht reflektieren. Jegliche Lichtreflexion ist hier ungewünscht und macht das Foto zunichte.

Passen Sie auch auf, dass die fotografierte Person nicht zu nah am Hintergrund steht – dieser könnte nämlich belichtet sein, was in weiterer Folge das gesamte Bild ruinieren könnte. Es ist gut, einen gewissen Abstand vom Hintergrund einzuhalten und sich nur auf das fotografierte Objekt zu konzentrieren.

Licht

Um einen besseren Effekt und eine größere Wirkung des Bildes zu erzeugen sollte man lieber hartes Licht verwenden – d.h. direktes, nicht reflektiertes Licht. Diffusoren und Softboxen werden hier nicht verwendet. Die Kontraste werden besser sichtbar und Sie bekommen schneller das Bild, wie Sie es haben wollen.

Achten Sie aber darauf, dass das Licht nicht auf den Hintergrund fällt und ihn beleuchtet – denn so geht der Anschein der pechschwarzen Dunkelheit verloren.

Falls Sie in Ihre Aufnahme aber etwas Besonderes einbauen möchten, können Sie den Hintergrund mit einem Kreis Anhand eines rohrförmigen Blitzlichtaufsatzes beleuchten.

Bei der Belichtung von Low Key Porträts ist es günstig ein sogenanntes Gegenlicht zu verwenden, welches auf dem Model eine schöne Lichtlinie schafft, mittels der man das Model gut vom Hintergrund trennen kann. Dies ist jedoch keine zwingende Regel.

Gegenlicht erzeugen Sie ganz einfach, indem Sie das Model von hinten beleuchten. Das Licht richten Sie dabei eher von unten nach oben, um nicht direkt in die Kamera zu leuchten. Den Belichtungswinkel wählen Sie so, dass die erwähnte Linie so dünn wie möglich ist.

Bearbeitung im ZPS

Das Originalbild bearbeiten Sie zunächst ein wenig im Zoner Photo Studio. Stimmen Sie den Kontrast ab, richten Sie die Linien aus und retuschieren Sie, soweit notwendig, alle Mängel.

Dabei hat natürlich jeder seine persönlichen Bearbeitungsvorgänge, man sollte aber jedenfalls wissen, was RAW ist, wie man Fotos aus RAW Dateien entwickelt und was man alles man an RAW Bildern bearbeitet.

Original Foto

Originalfoto

Danach muss man das Foto in Schwarzweiß umwandeln. Dafür nutzen Sie den Greyscale Effekt (STRG+G).

Arbeit mit Kanälen

Im Beitrag zur High Key Fotografie haben wir für die Bearbeitung den roten Kanal empfohlen. Diesmal wählen Sie allerdings die Option Benutzerdefiniert, die Ihnen viel mehr Möglichkeiten bei der Schwarzweißumwandlung bietet.

Sie erreichen den Low Key Effekt, indem Sie helle und feine Übergänge vermeiden werden. Den roten Kanal, der die Haut aufhellt, müssen Sie gänzlich eliminieren. Reduzieren Sie deshalb den roten Effekt auf Null.

Dafür erhöhen Sie den blauen Kanal, der rote Nuancen abdunkelt, auf 100 und mehr. Die Haut umfasst viele rötliche Töne, weshalb sie stark abgedunkelt wird.

Mit dem grünen Kanal passen Sie noch sanft den Kontrast an. Danach wählen Sie Anwenden und können das Foto speichern.

Eingestellte Werte für die Umwandlung.

Eingestellte Werte für die Umwandlung.

Das Foto nach der Anwendung des Effekts.

Das Foto nach der Anwendung des Effekts.

Künstliche Körnung

Um das Foto noch ein wenig dramatischer und älter, wie ein klassisches Schwarzweißfoto aussehen zu lassen, können Sie es zum Schluss mit künstlichem Filmkorn versetzen.

Das endgültige Foto mit beigefügter Körnung.

Das endgültige Foto mit beigefügter Körnung.

Belichtung erlernen

Low Key Fotografie wird seit den frühen Anfängen der Fotografie benutzt, sie ist deshalb nichts Neues. Man braucht dazu aber schon ein gewisses fotografisches Geschick, vor allem im Zusammenhang mit Belichtung und Lichtwahrnehmung. Lassen Sie sich deshalb nicht von etwaigen anfänglichen Misserfolgen entmutigen.

Letzte Änderung 2. November 2015

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Autor: Majo Elias

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