Bekommen Sie die 5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts in den Griff

Wohl kein gelungenes Porträt kommt ohne Bildbearbeitungen aus. Die digitalen Bearbeitungen von Porträtaufnahmen sind jedoch gar nicht so einfach und ferner gibt es bestimmte Regeln, die man hierbei beachten sollte. Egal ob es sich dabei um die Belichtung, die Farbkorrektur oder Hervorhebung der Augen handelt. Dies und vieles mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

Bekommen Sie die 5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts in den Griff

Bei der Bearbeitung von Porträts gilt, dass Sie behutsam vorgehen und es nicht übertreiben sollten. Denn jeder Betrachter weiß, wie ein natürlicher Hautton aussieht und selbst geringe Abweichungen wirken schon störend.

Es ist daher ideal, die Bearbeitungen nicht-destruktiv vorzunehmen, wodurch Sie einzelne Bearbeitungen auch später noch rückgängig machen können und ferner die Originaldatei unberührt lassen. Greifen Sie daher zum Modul Entwickeln in Zoner Photo Studio X.

Folgende Bearbeitungswerkzeuge kommen bei Porträts zur Anwendung:

  • Freistellen und Drehen (C),
  • Linien ausrichten (K),
  • Gradationskurve,
  • Belichtung,
  • Weißabgleich – Temperatur,
  • Weißabgleich – Abstufung,
  • Radial-Filter (R),
  • Klarheit,
  • Schärfe,
  • Pinselfilter (B)

Denken Sie auch daran, dass es optimal ist, wenn Sie Aufnahmen im RAW-Format machen. Sie haben hierdurch einen viel größeren Spielraum zur Bildbearbeitung, als bei Aufnahmen im JPG-Format.

Grundlage ist die richtige Bildgestaltung

Die Komposition von Porträts ist nicht schwer, aber man sollte dennoch regelmäßig an der richtigen Komposition arbeiten und üben. Falls Sie Fotos bearbeiten, die Kompositionsfehler haben, dann helfen Ihnen die Tools Freistellen und Drehen (C) und Linien ausrichten (K).

Beim Beispielbild handelt es sich nicht um ein klassisches Porträt, sondern um die ganze Figur des Models. Die Aufnahme habe ich leicht von oben gemacht, um die Beine des Models im Vergleich zum Gesicht nicht zum Nachteil dank einer ungeeigneten Perspektive zu vergrößern. Die Aufnahme von oben schadet an sich nicht. Falls Sie jedoch die Verzerrung beseitigen möchten, dann sollten Sie die Funktion Linien ausrichten nutzen.

Hilfreich zum Ausrichten ist in diesem Fall die Gardine hinter dem Model. Es reicht aus, wenn Sie die senkrechten Linien entlang der Gardine einzeichnen. Danach korrigieren Sie nur noch mit dem Raster und der geeigneten Überlagerungsoption die finale Komposition. Ich persönlich habe Sie nur so angepasst, damit das Gesicht des Models nicht weggeschnitten wird.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Linien ausrichten.

Das Foto habe ich mit einer Spiegelreflexkamera mit 21 Megapixel gemacht. Das Bild ist somit auch nach dem Zuschneiden ausreichend groß für die Veröffentlichung im Internet oder zum Druck in einem kleinen Format.

Zum Zuschneiden nutzen Sie das Bearbeitungswerkzeug Freistellen und Drehen und als Überlagerungsoption den Goldenen Schnitt. Danach ändern Sie die Größe und die Position des Rasters so, damit sich die Augen und Lippen im Goldenen Schnitt befinden.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Freistellen und Drehen.

Am besten ist es jedoch, wenn Sie bereits die Bildkomposition während des Fotografierens beachten, was leider nicht immer möglich ist. Beispielsweise haben Sie gerade kein Objektiv mit ausreichend langer Brennweite dabei. Dank dem Zuschnitt erstellen Sie jedoch auch ein Porträt mit einer kürzeren Brennweite. Ferner müssen Sie nicht näher an die Person herantreten. Hierdurch vermeiden Sie die Perspektivenverzerrung.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Porträt.

Korrektur der Belichtung

Bei Porträts ist es sehr wichtig, dass Sie die Belichtung der Hautfarbe des Models entsprechend anpassen. Die anderen Elemente der Aufnahme wie z. B. der Hintergrund sind nicht ganz so wichtig. Wenn Sie mit dem Mauszeiger über die Monitorfläche fahren, dann sehen Sie im Histogramm die RGB-Werte.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Histogramm.

Für die Grundeinstellung der Belichtung sollten Sie beim Buchstaben R (erste Zahl) damit rechnen, dass der Wert bei einer Person mit weißer Hautfarbe bei ca. 200 liegt. Ferner machen Sie nichts falsch, wenn Sie die Haut etwas aufhellen, weil Sie sie hierdurch optisch reinigen.

Idealerweise arbeiten Sie auch mit einem kalibrierten Monitor – im Amateurbereich ist dies jedoch nicht zwingend notwendig. Auf jeden Fall sollten Sie für die Belichtungskorrektur die den Schieberegler Belichtung unter der Sektion Belichtung oder die Gradationskurve nutzen.

Die Verwendung des Schiebereglers Belichtung ist ganz einfach. Wenn Sie ihn nach links verschieben, dann wird das Bild abgedunkelt. Durch eine Verschiebung nach rechts wird das Foto aufgehellt.

Für die Arbeit mit der Gradationskurve benötigen Sie mehr Kenntnisse und Erfahrung. Dafür ist jedoch eine präzisere Arbeit mit der Tonalität der Aufnahme möglich. Wenn Sie die Kurve nach oben wölben, dann wird das Bild heller und durch eine Wölbung nach unten wird das Foto wiederum dunkler.

Sie müssen nur auf die Gradationskurve klicken und hierdurch einen neuen Ankerpunkt hinzufügen, den Sie anschließend je nach Bedarf nach oben oder unten ziehen. Wenn Sie in die Mitte der Kurve klicken und den Ankerpunkt nach oben ziehen, dann hellen Sie das Bild insbesondere bei den mittleren Tönen auf. Bei den Schatten ist der Effekt jedoch weniger markant.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Gradiationskurve.

Die Tonalität der Haut ist nicht genau definiert. Ferner unterscheiden sich die RGB-Werte bei den verschiedenen Hautfarben. Bestimmen Sie daher selbst einen Wert, der Ihnen am meisten zusagt und danach sollten Sie diesen Wert bei Ihren zukünftigen Aufnahmen einhalten.

Um die Einstellungen der Tonalität zu überprüfen, sollten Sie am besten ein Foto ausdrucken und bei Tageslicht anschauen. Beim Computer ist die Anzeige beträchtlich von der Helligkeitseinstellung des Monitors abhängig. Aufnahmen am Rechner wirken daher oftmals heller, als sie in Wirklichkeit sind.

Feinschliff bei der Hautfarbe

Eine leichte Farbverschiebung bemerken Sie beim gewöhnlichen Fotografieren oftmals gar nicht. Bei Porträtaufnahmen sieht die Situation jedoch anders aus. Jeder Betrachter weiß genau, wie ein gesunder Hautton aussieht. Auf Unterschiede, insbesondere in Richtung kälterer Hauttöne reagiert der Betrachter ziemlich kritisch.

Eine leichte Verschiebung zu wärmeren Tönen hingegen wirkt gesund. Daher sind Aufnahmen bei Sonnenuntergang bei denen das Licht wärmer ist, so beliebt.

Bei einem gewöhnlichen Weißen gilt bei der Einstellung der Farbtöne Folgendes R > G > B. Bereits beim ersten Anblick des Beispielbildes ist klar erkennbar, dass man eine markante Verschiebung hinzu kalten Tönen vorhanden ist. Bei der Haut können Sie folgende RGB-Werte ablesen 210, 170, 180.

Den Farbton der Haut sollten Sie immer an der Stelle im Bild überprüfen, von wo das Model belichtet wurde, aber keine Lichtspiegelungen vorhanden sind. Die abgelesenen Werte sind nämlich sonst sinnlos. Daher lohnt es sich, wenn Sie die grün markierten Bereiche zur Kontrolle heranziehen (rechts oben auf das Überbelichtungs-Icon klicken bzw. Shift+O).

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Farbe.

Zur Grundkorrektur der Farben nutzen Sie die Schieberegler Temperatur und Abstufung unter der Sektion Weißabgleich. Verschieben Sie den Schieberegler bei Temperatur nach rechts und bei Abstufung nach links. Hierdurch verleihen Sie der Haut einen gesunden Hautton. Die Haut hat jetzt die RGB-Werte 220, 180, 160.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Weissabgleich.

Sie können auch die Gradationskurve nutzen. Hierbei werden Sie nicht mit dem gesamten RGB Farbkanälen arbeiten, sondern nur mit dem Farbkanal Grün und Blau.

Wechseln Sie zunächst zum Kanal “Blau”. Durch die Wölbung nach oben verstärken Sie die Blaunuance im Bild – das Bild wirkt dadurch etwas kälter. Wenn Sie die Kurve hingegen nach unten wölben, dann wirkt das Foto wärmer. Wählen Sie daher diese Variante.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: blau Kurve.

Die Kurve beim grünen Farbkanal funktioniert wie der Schieberegler Abstufung – wenn Sie die Kurve nach oben wölben, dann werden die grünen Farbtöne hervorgehoben. Mit einer Wölbung nach unten verleihen Sie dem Bild hingegen eher einen Lilastich. In unserem Fall wölben wir daher die Kurve leicht nach oben.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: grün Kurve.

Es lohnt sich garantiert, wenn Sie lernen, wie man mit der Gradationskurve arbeitet. Auch wenn Sie sie wie hier in der einfachsten Form nutzen. Sie ermöglicht Ihnen nämlich eine genauere sowie qualitativ hochwertigere Verbesserung der Farbnuancen als dies mit den Schiebereglern möglich ist.

Hervorheben des Porträts

Bei Porträts sind insbesondere die Augen wichtig. Sie müssen scharf sein, auch wenn es sich um den einzigen scharfen Teil des Fotos handeln würde. Aber nicht immer gelingt uns dies. Die Unschärfe droht insbesondere bei lichtstarken Objektiven mit einer weit geöffneten Blende, wo die Schärfentiefe relativ klein ist. Und trotzdem gehört diese Methode bei Porträts zu den Beliebtesten.

Allgemein gilt, dass Sie unscharfe Aufnahmen nicht nachträglich scharf machen können, sondern lediglich die Unschärfe maskieren können. Falls Sie also auf etwas anderes als die Augen und das Gesicht fokussiert haben (z. B. den Hintergrund), dann ist es notwendig, damit der Hintergrund weniger scharf ist als die Augen.

Dies erreichen Sie durch ein lokales sowie absichtliches Weichzeichnen des Hintergrundes. Es handelt sich hierbei nicht gerade um die eleganteste Methode, aber wenn wir schon keine andere Wahl haben, dann lenken Sie zumindest die Aufmerksamkeit vom Hintergrund ab. Im Modul Entwickeln in Zoner Photo Studio X hilft Ihnen hierbei der Radial-Filter (R).

Wenden Sie das Tool beim Gesicht an und setzen Sie dann ein Häkchen bei Maske umkehren. Der Effekt wirkt sich dann auf die Innenseite des Kreises aus. Damit das Weichzeichnen so effektiv wie nur möglich ist, stellen Sie die Schieberegler Klarheit und Schärfe auf -100.

Es lohnt sich auch, wenn Sie die Belichtung auf -0,5 einstellen. Hierdurch wird der Hintergrund noch mehr unterdrückt.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Radial-Filter.

Wie man die Augen hervorhebt

Nutzen Sie zur einfachen und schnellen Hervorhebung der Augen den Pinselfilter (B). Er hilft Ihnen dabei die Augen aufzuhellen und schärfer zu machen. Gerade Lichter und scharfe Stellen im Bild ziehen bei einer Aufnahme den Blick des Betrachters an.

Zur Hervorhebung der Augen stellen Sie folgende Werte ein:

  • Belichtung 0,2,
  • Klarheit 30
  • und Schärfe 15.

Jetzt wählen Sie nur noch einen geeigneten Durchmesser aus und klicken mit der Maus auf die Augen. Die Effektmaske können Sie sich mithilfe des Maske-Icons rechts oben über dem Histogramm anzeigen lassen.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Pinselfilter.

Die Aufnahme vor und nach der Bearbeitung:

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: originalbild.

5 häufigsten Unvollkommenheiten bei Porträts: Finalbild.

Porträtretusche

In den vorherigen Kapiteln haben Sie gelernt, wie man ein Porträt grundlegend bearbeitet. Im professionellen Bereich wird neben diesen Basisbearbeitungen auch noch eine detaillierte Retusche durchgeführt, welche die Haut von Hautmängeln beseitigt und die Augen, Lippen und weitere Bestandteile des Gesichts hervorhebt.

Aber schon alleine anhand der vorgestellten Basisbearbeitungen in diesem Artikel, können Sie das Bild beträchtlich verbessern. Laden Sie Zoner Photo Studio X kostenlos für 30 Tage herunter und beginnen Sie mit der Bildbearbeitung. Sie werden sehen, wie leicht es ist, Ihre Porträts in Topform zu bringen.

Letzte Änderung 29. Mai 2018

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Autor: Jan Zeman

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