4 Tools, mit denen Sie verträumte Fotos schaffen

Ein verträumtes Bild schafft man oft nicht beim ersten Versuch ohne weitere Bearbeitungen. Falls Sie jedoch bereits mit der Hauptarbeit fertig sind – d. h. eine richtig gemachte Aufnahme, mit der Sie zufrieden sind – dann müssen Sie dem Bild nur noch den Feinschliff verleihen. Hierzu gehört u. a. die Optimierung der Farben und der Lichter.

Es kommt oft vor, dass alles auf den ersten Blick perfekt aussieht. Wenn ich allerdings den Auslöser betätige und das Ergebnis anschließend überprüfe, dann entspricht das Bild aus unbegreiflichen Gründen nicht meinen Vorstellungen. Einer der Gründe könnten schlechte Lichtverhältnisse sein, die man nachträglich am Computer korrigieren kann. Das Foto wird dann plötzlich klarer und dadurch anders. In Zoner Photo Studio finden Sie viele einfache Bearbeitungstools, mit denen Sie im Handumdrehen aus einem langweiligen Foto ein zauberhaftes und verträumtes Bild erstellen. Diesmal widmen wir uns ein paar Instrumenten im Modul Editor an.

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Grauverlaufsfilter

Der Grauverlaufsfilter ist ein einfaches und schnelles Tool. Sie finden es sowohl im Modul Entwickeln, als auch im Editor (Umschalt+G).

grauverlaufsfilter

Den Grauverlaufsfilter verwenden Sie dann, wenn Sie dem Bild mehr Licht verleihen möchten und falls möglich, dann weiches Licht. Der Vorteil ist, dass Sie die Farbe des Grauverlaufsfilters festlegen können und dadurch warme oder eher kalte Farbtöne erhalten.

Zur Ansicht habe ich ein Foto von Rosen ausgewählt, zu denen der verträumte Effekt sehr gut passt.

Das Originalfoto: Rosen. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/250 s, f/5.6, ISO 200, Brennweite 55 mm

Das Originalfoto: Rosen. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/250 s, f/5.6, ISO 200, Brennweite 55 mm

Wenden Sie den Grauverlaufsfilter durch Ziehen mit der Maus an und wählen Sie eine leicht gelbe Farbe aus. Danach stellen Sie den Modus Negativ multiplizieren ein, damit das Originalfoto unter dem Filter durchscheint.

Ich habe den Grauverlaufsfilter angewendet und die Farbe Gelb ausgewählt. Zusätzlich habe ich noch den Modus auf Negativ multiplizieren geändert.

Ich habe den Grauverlaufsfilter angewendet und die Farbe Gelb ausgewählt. Zusätzlich habe ich noch den Modus auf Negativ multiplizieren geändert.

Durch Ziehen können Sie den Verlauf umdrehen oder seine Breite ändern. Wenn Sie mit dem Effekt zufrieden sind, dann klicken Sie auf Anwenden.

Das Endergebnis. Die Blumen wirken fein, fast wie aus einem Märchen.

Das Endergebnis. Die Blumen wirken fein, fast wie aus einem Märchen.

Tilt-Shift-Effekt

In den Effektwerkzeugen finden Sie den Tilt-Shift-Effekt (Umschalt+F). Wenn der Effekt nicht direkt mit einem speziellen Tilt-Shift-Objektiv (welches  nicht besonders billig ist) gemacht wurde, dann kann man diesen Effekt im Modul Editor von ZPS verwenden. Dieses Tool wissen auch Menschen zu schätzen, die nur lichtschwache Objektive haben.

tilt-shift effekt

Mit dem Tool kann man sogar Bokeh-Fotos erstellen schaffen. Sie müssen nur darauf achten, dass die Unschärfe nicht auf das Hauptobjekt übergreift. Achten Sie auch darauf, von welcher Richtung das Licht kommt. Immerhin greifen Sie in das Originalfoto ein und ändern nicht nur seine Farben, sondern auch die Lichtstreuung. Sie müssen anschließend das Licht nachträglich in das Foto einfügen, damit alles natürlich wirkt. Ich versuche alles auf dem folgenden Foto zu erklären.

Das Originalfoto: ein Mädchen im Fenster. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/60 s, f/5, ISO 800, Brennweite 52 mm

Das Originalfoto: ein Mädchen im Fenster. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/60 s, f/5, ISO 800, Brennweite 52 mm

In diesem Fall ist es geeignet, nur den Hintergrund weichzuzeichnen. Daher werde ich im Modul Editor mit der Pinselauswahl (Umschalt+Q) arbeiten, um die ganze Figur auszuwählen. Diese soll nämlich scharf bleiben. Danach drücke ich auf Auswahl umkehren (Strg+Shift+I) – hierdurch wirken sich alle weiteren Bearbeitungen nur auf den Hintergrund und den Raum hinter der Figur aus.

Mithilfe der Auswahlwerkzeuge kann man nur diejenigen Bereiche des Bildes auswählen, mit denen man arbeiten will – in diesem Fall mit dem Hintergrund hinter der Figur.

Mithilfe der Auswahlwerkzeuge kann man nur diejenigen Bereiche des Bildes auswählen, mit denen man arbeiten will – in diesem Fall mit dem Hintergrund hinter der Figur.

Dann habe ich den Tilt-Shift-Effekt angewendet. Der Hintergrund wird sofort verwischt und dank dessen verschwinden die Objekte, die stören, z. B. der Fenstergriff. Sie können sich selbst entscheiden, wie stark der ausgewählte Bereich weichgezeichnet werden soll. Dazu verwenden Sie den Schieberegler Weichzeichnen. Je größer die Zahl ist, desto mehr verändert sich das Licht in das sogenannte Bokeh. Diesen Effekt können Sie mithilfe des Schiebereglers Reflexionsintensität betonen.

Mit dem Tilt-Shift-Effekt kann man eine kleine Schärfentiefe simulieren.

Mit dem Tilt-Shift-Effekt kann man eine kleine Schärfentiefe simulieren.

Schließlich können Sie sogar ein Objektivstreulicht (Umschalt+R) hinzufügen, welches Sie in den Effektwerkzeugen finden. Beachten Sie den Teil des Gesichts, den ich ein bisschen aufgehellt habe. Und zwar das Licht, das von der linken Seite scheint, wurde wegen des Tilt-Shift-Effektes gestreut. Ich habe dies korriegiert, damit das Licht sowie die Schatten wieder natürlich wirken.

Der Tilt-Shift-Effekt kann mit dem Objektivstreulicht effektiv kombiniert werden.

Der Tilt-Shift-Effekt kann mit dem Objektivstreulicht effektiv kombiniert werden.

Das Endergebnis.

Das Endergebnis.

Objektivstreulicht

Mein Lieblingswerkzeug, das den Fotos allemal guttut, ist das Objektivstreulicht (Umschalt+R), das Sie auch im Modul Editor unter den Effektwerkzeugen finden.

objektivstreulicht

Das Originalfoto mit einer jungen Frau an der roten Tür. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/30 s, f/5.6, ISO 200, Brennweite 55 mm

Das Originalfoto mit einer jungen Frau an der roten Tür. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/30 s, f/5.6, ISO 200, Brennweite 55 mm

Oben rechts und unten links kann man sehen, dass ich wieder den Tilt-Shift-Effekt verwendet habe, um die Ränder weicher zu machen. Danach habe ich das Objektivstreulicht ausgewählt – den Lichtspot, das Lichthalo und bei der Option Zusätzliche Halos habe ich das Häkchen gelassen. Es hängt aber von Ihnen ab, was Sie in dem Foto sehen möchten. Ich habe die Lichtquelle links oben platziert, weil der Kopf eine Neigung nach rechts aufweist. Ich habe einen blauen Farbton verwendet, weil hierdurch ein wundervoller Kontrast mit dem roten Hintergrund entsteht.

Unter den Werten von dem Streulicht-Effekt kann man sowohl die Größe, den Farbton als auch die zusätzlichen Parameter festlegen.

Unter den Werten von dem Streulicht-Effekt kann man sowohl die Größe, den Farbton als auch die zusätzlichen Parameter festlegen.

Das Endergebnis.

Das Endergebnis.

Verlauf

Das letzte nützliche Tool ist der Verlauf (Umschalt+B), den Sie unter den Zeichenwerkzeugen finden. Er ähnelt stark dem Grauverlaufsfilter und ist ebenfalls einfach sowie schnell.

verlauf

Das Originalfoto: Wiesenblumen. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/60 s, f/4.0, ISO 640, Brennweite 18 mm

Das Originalfoto: Wiesenblumen. Nikon D3300, AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6 G II, 1/60 s, f/4.0, ISO 640, Brennweite 18 mm

In dem Verlauf-Tool können Sie selbst entscheiden, welche Farben Sie verwenden – auf dieser Weise können Sie beliebige Farben kombinieren. Durch Ziehen mit der Maus legen Sie den Winkel und die Breite des Verlaufs fest. Ich empfehle, den Deckkraft-Modus Negativ multiplizieren einzustellen – ähnlich wie bei der Arbeit mit dem Grauverlaufsfilter.

Die Farben legen Sie fest, indem Sie auf die Farbpalette klicken. Danach sollte das Dialogfenster Verläufe erscheinen. Klicken Sie auf den Pfeil über dem Verlauf und im Feld Farbe wählen Sie Ihre gewünschte Farbe aus.

Die Farben legen Sie fest, indem Sie auf die Farbpalette klicken. Danach sollte das Dialogfenster Verläufe erscheinen. Klicken Sie auf den Pfeil über dem Verlauf und im Feld Farbe wählen Sie Ihre gewünschte Farbe aus.

Die Anwendung des Farbverlaufs ist sehr einfach, intuitiv und effektiv. Wählen Sie beliebige Farben aus und verwenden Sie den Modus Negativ multiplizieren. Ich entschied mich für die Kombination von Schwarz und Ocker.

Die Anwendung des Farbverlaufs ist sehr einfach, intuitiv und effektiv. Wählen Sie beliebige Farben aus und verwenden Sie den Modus Negativ multiplizieren. Ich entschied mich für die Kombination von Schwarz und Ocker.

Das Endergebnis.

Das Endergebnis.

 Verträumte Fotos kann man auf verschiedene Weisen erstellen: entweder direkt beim Fotografieren (z. B. beim Fotografieren durch Glas) oder durch die nachträgliche Bearbeitung in Zoner Photo Studio. Es bietet viele Möglichkeiten an, wie Sie mit dem Licht sowie der Schärfentiefe experimentieren können.

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Letzte Änderung 20. Juli 2017

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Autor: Lenka Jebackova

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