Grundlagen der Arbeit mit Ebenen und Masken

Das neue Zoner Photo Studio X bietet jetzt auch die Arbeit mit Ebenen an. Intuitiv ahnen Sie wahrscheinlich schon, wofür Ebenen verwendet werden, wissen Sie jedoch auch, wie man Sie verwendet? Falls Sie die Ebenenbearbeitung noch nicht beherrschen, dann ist dieser Artikel genau richtig für Sie. Erfahren Sie, welche Möglichkeiten sich im Alltag der Fotobearbeitung mit den Ebenen eröffnen.

In einer vereinfachten Form gab es die Ebenen in Zoner Photo Studio schon früher. Bei vielen Funktionen wurde automatisch eine aktuelle Ebene erstellt, die sich mit jedem Bearbeitungsschritt verändert hat. Nachdem man jedoch fertig war, führte ZPS das ursprüngliche Bild mit der Ebene zusammen und unsere Ebene war nicht mehr verfügbar. Neu ist jetzt, dass man mehrere Ebenen verwenden kann, die auch später jederzeit nachbearbeitet werden können und voneinander unabhängig sind.

Welche Funktionen haben Ebenen

Gewöhnlich werden mehrere Objekte mithilfe von Ebenen auf ein Bild übereinandergelagert, wobei jede Ebene unabhängig von der anderen ist. Beispielsweise haben wir auf der ersten Ebene eine Landschaftsaufnahme, auf der zweiten Ebene ist ein anderer Himmel vorhanden und auf der dritten Ebene ist beispielsweise eine Burg vorhanden. Oder wie in diesem Beispiel: ein Hintergrund, ein Model sowie der Schatten.

Drei Ebenen bilden ein zusammengesetztes Bild.

Die Verwendung von Ebenen bietet sich hier hervorragend an. Erfahrene Retuschierer würden jetzt wahrscheinlich noch eine ganze Menge weiterer Ebenen hinzufügen, in welche sie weitere Lichter sowie Schatten einzeichnen würden und gegebenenfalls auch noch Farbkorrekturen mit Ebenen vornehmen würden.

Die Ebenenbearbeitung eignet sich auch für die Bearbeitung eines Fotos, ohne gleich mehrere Objekte einfügen zu müssen. Besonders hervorzuheben ist hier die Möglichkeit, Farbanpassungen sowie Helligkeitseinstellungen vorzunehmen, die jederzeit wieder rückgängig gemacht werden können.

Grundlegende Bearbeitungen mit Ebenen vornehmen

Die meistgenutzten Funktionen findet man auf der rechten Seite im Editor zusammen mit der Ebenenbearbeitung.

Der Panel Ebenen mit drei Ebenen.

Mithilfe der Icons rechts unten oder dem Klick auf eine konkrete Ebene, können Sie folgende Bearbeitungsschritte durchführen:

  • Ebene hinzufügen. Die neue Ebene überlagert die aktuell ausgewählte Ebene. Sie kann leer sein, aus einer Datei eingefügt werden oder ein Symbol, eine Form oder einen Text enthalten.
  • Ebene löschen in dem Moment, wo die Ebene nicht mehr benötigt wird.
  • Ebene duplizieren im Fall, dass Sie unterschiedliche Farbanpassungen ausprobieren möchten und nicht wissen, ob Sie uns gefallen werden.
  • Ebene umbenennen. Dieser Schritt ist besonders dann gut, wenn man einen besseren Überblick haben möchte. So können wir anstatt der Bezeichnung „Ebene 1, 2, 3, …“ die Bezeichnung „Hintergrund“ oder einen andere „Bezeichnung“ wählen. Die Umbenennung erfolgt noch schneller, wenn Sie einen Doppelklick auf die Bezeichnung durchführen.

Sobald wir mehrere Ebenen besitzen, dann ist die Reihenfolge der einzelnen Ebenen sehr wichtig – die oberen Ebenen überdecken die darunterliegenden Ebenen. Die Reihenfolge kann man ganz einfach per Drag & Drop ändern: Klicken Sie auf die gewünschte Ebene mit der linken Maustaste und ziehen Sie die Ebene mit gehaltener Maustaste an die gewünschte Stelle und lösen Sie anschließend die Maustaste.

Jede Ebene kann man sichtbar machen oder verstecken. Klicken Sie hierfür auf das Augen-Icon neben der Ebene.

Zur Reduzierung der Ebenenanzahl ohne dabei eine Ebene löschen zu müssen, kann man mit der rechten Maustaste, die Funktion Nach unten zusammenführen (führt die aktuelle Ebene mit der direkt darunterliegenden Ebene zusammen), Sichtbare zusammenführen oder Ebenen zusammenführen auswählen. Die letzten zwei Funktionen führen alle Ebenen zu einer Ebene zusammen. Sie unterscheiden sich jedoch darin, dass die Funktion Sichtbare zusammenführen die versteckten Ebenen nicht zusammenführt, während die Funktion Ebenen zusammenführen alle Ebenen zusammenführt.

Jede Ebene hat Ihre eigene Deckkraft, die Sie mit dem Schieberegler Ebenendeckkraft verändern können. Zudem besteht direkt darunter die Möglichkeit, den Modus und somit die Farbe der jeweiligen Ebene zu ändern. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten, die wir in einem anderen Artikel beschreiben werden.

Ebenentypen

Ich habe bereits erwähnt, dass eine Ebene nicht grafisch sein muss, sondern ein spezieller Typus wie ein Text, Symbol, Form etc. sein kann. Diese Ebenentypen sind gut, da der Text, die Schriftart oder die Farbe jederzeit geändert werden kann.

Dennoch muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass so keine komplexeren Effekte (z. B. Weichzeichnen) an diesen Ebenentypen vorgenommen werden können. In ZPS X gibt es dennoch eine Möglichkeit dies zu tun, indem man die Ebene in ein grafisches Element umwandelt. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf die jeweilige Ebene und wählen Sie die Option Rastern aus. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass der Text danach nicht mehr verändert werden kann. Seien Sie sich daher hundertprozentig sicher, dass Sie am Text nichts mehr ändern möchten, bevor Sie die Ebene rastern.

Ebenenmasken

Die Ebenenmasken gehören zu den Schlüsselfunktionen bei fortgeschrittenen Fotobearbeitungen. Zu jeder Ebene können wir eine Maske hinzufügen. Die Maske entscheidet anschließend, welche Bereiche der Ebene sichtbar, halbsichtbar oder ganz versteckt sein sollen. In anderen Worten bedeutet dies, dass die Ebene unberührt bleibt, aber an den jeweiligen Bereichen durchsichtig sein kann. Der Vorteil bei Masken ist, dass man auch hier jederzeit die Transparenz ändern kann.

Klicken Sie rechts unten im Panel unter Ebenen auf das Icon Maske. Danach entscheiden wir nur noch, ob die Maske alles verdecken oder die ganze Ebene angezeigt werden soll.

Der oberen Ebene haben wir eine Maske mithilfe des Maske-Icons im unteren Bedienfeld hinzugefügt.

Eine Maske können wir uns als ein zweites Bild bei der entsprechenden Ebene vorstellen, welches schwarz-weiß ist. Die weiße Farbe in der Maske bedeutet eine hundertprozentige Unsichtbarkeit. Schwarz hingegen steht für eine absolute Sichtbarkeit und macht somit sozusagen ein Loch, welches die darunterliegende Ebene sichtbar macht.

Auch wenn wir die Maske normalerweise nicht sehen, dann können wir in sie zeichnen, ausgewählte Bereiche ausfüllen oder sonstige Bearbeitungen vornehmen. Zu beachten ist hier, dass Sie sich in der Maske befinden. Dies können Sie daran erkennen, dass ein Rahmen um die Maske herum angezeigt wird. Falls nicht, dann klicken Sie auf die entsprechende Maske und Arbeiten innerhalb der Maske können vorgenommen werden.

Sie können entweder die Ebenengrafik bearbeiten (Bild oben) oder zur Bearbeitung der Ebenmaske wechseln (Bild unten).

Die Maske können Sie mit dem Pinsel (B) verbergen (weiße Farbe) oder anzeigen (schwarze Farbe). So können Sie auch eine Form in die Maske einzeichnen. Ebenso können wir in der Maske eine Auswahl machen und diese anschließend ausfüllen.

Bild mit zwei Ebenen: die obere Ebene wurde mit dem Pinsel (links) und dem Auswahl-Rechteck (rechts und ausgefüllt mit weißer Farbe) teilweise sichtbar gemacht.

Transformieren

Objekte, die über mehrer Ebenen verteilt sind, können Sie beliebig verschieben und drehen. Darüber hinaus können Sie sie vergrößern, verkleinern oder perspektivisch transformieren (Werkzeug Bewegen und Transformieren bzw. Pfeil-Icon im oberen Bedienfeld). So können Sie das Objekt in eine andere Szene transformieren.

Zu beachten ist, dass bei jeder Transformation die Pixel der neu berechnet werden. Zu viele Transformationen können daher die Qualität des Bildes negativ beeinflussen. Dies erkennt man sehr gut, wenn man ein Objekt drastisch reduziert (viele Pixel des Originalbildes gehen verloren) und danach die Ebene wieder vergrößern möchte. Die ursprünglichen Daten kann man in diesem Fall leider nicht mehr erreichen.

Ein einziges Bild mit sechs Ebenen, jede mit einer anderen Transformation.

Bei den Transformationen erscheint zusätzlich noch ein Vorhängeschloss neben der Maske. Dieses können Sie aktivieren oder deaktivieren. Ist das Schloss-Icon aktiviert, dann wird jede Transformierung sowohl auf die Ebene als auch die Maske übertragen. Im zweiten Fall können wir entscheiden, ob wir nur die grafischen Daten oder nur die Ebenenmaske transformieren möchten. Die verriegelte Variante ist die sicherste Variante, daher wird das Schloss standardmäßig angezeigt.

Gesperrte und geöffnete Ebenenmaske.

Kopien bearbeiten

Diese Vorgehensweise eignet sich praktisch so gut wie für jede Fotobearbeitung: Duplizieren (RMT + Ebene duplizieren) Sie zunächst die aktuelle Ebene und führen Sie anschließend die Bearbeitungen an der Kopie durch. Die Kopie können wir verstecken und somit können haben wir die Möglichkeit das Originalbild mit der bearbeiteten Ebene zu vergleichen.

Falls uns die neue Variante nicht gefällt, dann können wir diese im Handumdrehen löschen. Falls die vorgenommen Bearbeitungen an der neuen Ebene zu drastisch waren, dann können wir die Deckkraft ändern oder sogar eine Maske hierfür erstellen und an bestimmten Orten abdunkeln, wodurch wir den Effekt lokal reduzieren. Der Vorteil besteht darin, dass wir den Kontrast auf dem kompletten Bild erhöhen können, aber gleichzeitig dank der Masken, empfindliche Bereiche wie das Gesicht auslassen.

Nicht immer erhalten wir eine exakte Kopie des gesamten Bildes, wenn wir Ebenen duplizieren. Falls ein Bild beispielsweise aus mehreren Ebenen besteht und an denen komplexe Bearbeitungen vorgenommen wurden, dann würde man die Kopie nur einer Ebene erhalten. Eine Alternative ist hierbei alles auszuwählen (Strg + A) und in die Zwischenablage zu kopieren (Strg + Shift + C). Danach müssen Sie nur noch das Ergebnis einfügen (Strg + V) und schon haben Sie eine neue Ebene, die alles enthält und die darunterliegenden Ebenen überdeckt. Daher sollte man diesen Schritt nur in bestimmten Fällen anwenden.

Starkes Werkzeug

Ebenen ermöglichen komplexe Bearbeitungen an Fotos, wobei die Bedienung nicht so schwer ist. Mit diesem Artikel haben wurden die Grundlagen der Arbeit mit Ebenen sowie Masken erläutert. Und jetzt sind Sie an der Reihe und können experimentieren. Viel Spaß.

Letzte Änderung 13. Dezember 2016

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Autor: Vít Kovalčík

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Kommentare

  • Anonymous

    Ein guter Artikel ! Wäre aber schön wenn die Arbeit mit Ebenen , für Anfänger, genauer erklärt werden würde.

    • Zoner Redaktion

      Vielen Dank für Ihr Kommentar und den Denkanstoß. Wir werden versuchen, dies in Zukunft besser zu machen. Worüber möchten Sie mehr erfahren bzw. was war Ihnen zu unausführlich? Gerne hilft Ihnen unser Support unter support@zoner.de weiter.

      Viele Grüße

  • Ein Anwender

    Wann kommen Einstellungs-Ebenen?
    Diese gibt es in allen ernsthaften Foto Editoren, warum bei Zoner nicht?

    Gruss
    Ein Anwender

    • Zoner Redaktion

      Hallo und vielen Dank für Ihr Kommentar. Die Einstellungsebenen werden lt. der Entwicklungsabteilung im zweiten Quartal 2017 integriert sein.

      Viele Grüße