Wie schärft man Fotos

Die richtige Fokussierung ist beim Fotografieren elementar. Unscharfe Bilder können Sie nämlich in der Regel in den Papierkorb werfen. Aber nicht immer gelingt es einem, ideal zu fokussieren. Die Schärfe ist ferner auch von den Eigenschaften des Objektivs abhängig. Falls die Aufnahme jedoch nicht völlig unscharf ist, dann hilft Ihnen das nachträgliche Schärfen am Computer. Ferner lohnt sich diese Funktion eigentlich immer.

Wie schärft man Fotos

Die Bildschärfe ist von mehreren Faktoren abhängig. Reduziert wird die Schärfe beispielsweise durch:

  • Optische Eigenschaften des Objektivs.
  • Dunst oder Unreinheiten auf dem Objektiv.
  • Bewegungsunschärfe
  • oder eine schlechte Fokussierung.

Und man kann sicherlich noch viele weitere Ursachen finden.

Falls das Foto durch die Unschärfe nicht vollkommen ruiniert wurde und ein leichtes Schärfen ausreichen würde, dann sollten Sie die Nachbearbeitung in Zoner Photo Studio durchführen.

Auf die richtige Fokussierung bereits beim Fotografieren denken

Es ist wichtig zu wissen, dass man am Computer Fotos nachträglich schärfen kann, aber bei einem völlig unscharfen Fotos gibt es keine Rettung mehr. Daher sollten Sie lernen, schon während des Fotografierens so gut wie nur möglich mit Ihrer Fotokamera zu fokussieren.

Als kleine Hilfe hierfür bieten viele Kameras die Möglichkeit an, mit nur einem Klick eine Bildkontrolle durchzuführen. So können Sie ganz schnell herausfinden, ob die Bildschärfe in Ordnung ist oder nicht.

Nachträgliches Schärfen am Rechner

Das Schärfen bei der Entwicklung Ihrer Fotos im RAW-Format sollte zur Selbstverständlichkeit gehören. Es lohnt sich nämlich praktisch immer. Eine andere Situation liegt bei Aufnahmen im JPG-Format vor. Diese Fotos werden nämlich automatisch von der Kamera nachgeschärft.

Zum Schärfen wählen Sie im Modul Entwickeln in Zoner Photo Studio X zunächst das Foto aus. Danach finden Sie im rechten Panel die Sektion Schärfe. Standardmäßig ist die Schärfestärke auf den Wert 60 eingestellt und der Schärferadius auf 1.2. Diese Werte entsprechen in etwa dem Nachschärfen, die Kameras bei Aufnahmen im JPG-Format durchführen.

Wenn Ihnen also beim nächsten Mal jemand sagt „Ich fotografiere lieber im JPG-Format, weil die Bilder schärfer sind als bei RAW-Aufnahmen“, dann wissen Sie bereits, dass es sich lediglich um einen Irrtum handelt. Bei der Entwicklung in Zoner Photo Studio und dem anschließenden Export in das JPG-Format werden Sie nämlich mindestens die gleichen oder noch bessere Ergebnisse erzielen.

Wie schärft man Fotos: Originalbild.

Originalbild.

Für das Schärfen sollten Sie immer in das Bild hineinzoomen. Es ist nämlich oftmals so, dass Sie erst beim 1:1 Verhältnis die Unschärfe erkennen. Genauso wie bei diesem Beispielbild. Die Aufnahme wurde mit einer Blendenzahl von 1.7 gemacht und die Schärfe liegt nicht direkt bei den Augen. Da die Augen jedoch zum wichtigsten Teil des Fotos gehören (die Fokussierung sollte immer auf die Augen ausgerichtet sein), sollte man diese nachträglich schärfen.

Wie schärft man Fotos: 100 % der Bildgröße.

Vergrößern Sie das Bild auf 100 % der Bildgröße, damit Sie genau sehen, was Sie schärfen.

Im Modul Entwickeln stehen Ihnen für das Schärfen 2 Methoden zur Auswahl:

  • Maske weichzeichnen
  • und Intelligentes Schärfen

Beide Methoden funktionieren ähnlich. Beim intelligenten Schärfen ist zusätzlich noch die Rändererkennung aktiviert. Hierdurch vermeiden Sie, dass Sie das Bild zu scharf machen. Daher lohnt sich die Verwendung dieser Methode, insbesondere bei markanteren Eingriffen in das Bild. Beim kleineren Schärfen reicht jedoch schon die Methode Maske weichzeichnen völlig aus.


Unterschied vor und nach dem Schärfen mithilfe der Methode Intelligentes Schärfen.

Wie schärft man Fotos: Vorgenommene Einstellungen beim Schärfen des Beispielbildes.

Vorgenommene Einstellungen beim Schärfen des Beispielbildes.

Wie bei allen Bearbeitungen gilt, jedes Foto ist individuell und daher gibt es keine allgemeine Empfehlung, wie die Werte konkret lauten sollten.

In unserem Beispiel habe ich die Schärfestärke etwas erhöht – von ursprünglich 60 auf 75. Bei diesem Parameter müssen Sie nicht übermäßig vorsichtig sein. Sie können den Wert daher gerne etwas mehr erhöhen.

Beim Schärferadius sollten Sie hingegen vorsichtig sein. Dieser bestimmt nämlich, wie groß der Bereich ist, der geschärft werden soll. Wenn Sie also den Wert zu hoch einstellen, dann ist der Schaden größer als der Nutzen.

Das intelligente Schärfen bietet auch die Einstellung der Rändererkennung an. Mithilfe diesem Parameter bewirken Sie nämlich, dass das Schärfen wirklich nur die markanten Ränder (z. B. Augen und Lippen) betrifft. Die Haut ist hingegen hiervon nicht betroffen, was gerade bei Porträts wichtig ist.

Der letzte Schieberegler ist die Schärfeschwelle. Hierdurch bestimmen Sie, wie stark der Unterschied zwischen den Farben sein muss, damit das Schärfen angewendet wird. Normalerweise kommen Sie bei diesem Regler mit geringen Werten aus. Falls auf dem Bild jedoch beträchtliches Rauschen erkennbar ist, dann hilft Ihnen die Erhöhung des Wertes dabei, dass das Rauschen nicht noch mehr betont bzw. geschärft wird.

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Lokales Schärfen

Manchmal ist es notwendig, dass man bestimmte Stellen noch weiter schärfen muss. In diesem Fall sollten Sie zum Modul Editor wechseln.

Bevor Sie jedoch mit dem lokalen Schärfen beginnen, sollten Sie die Ebene noch kopieren bzw. duplizieren. Klicken Sie hierzu im rechten Panel auf das Icon Ebene duplizieren. In dieser Ebene können Sie dann weitere Bearbeitungen wie das Schärfen vornehmen, ohne dabei das Originalbild zu berühren (Sie arbeiten hierdurch nicht-destruktiv).

Danach klicken Sie rechts über der Sektion Ebene auf das Retuschewerkzeuge Icon und wählen dort den Pinsel mit Effektelementen (E) aus. Danach wählen Sie als Modus die Option Schärfen aus. Mit positiven Werten schärfen Sie das Bild. Bei negativen Werten führen Sie eine Weichzeichnung durch. Schärfen Sie auf diese Weise die Spiegelung in den Augen oder die Augenwimpern. Oder weichzeichnen Sie die Umgebung rund um die Augen, wodurch die Augen noch mehr hervorgehoben werden.

Wie schärft man Fotos: Lokales Schärfen im Modul Editor.

Lokales Schärfen mithilfe des Pinsels mit Effektelementen im Modul Editor.

Beim lokalen Schärfen von größeren Flächen ist zusätzlich der Griff zu den Auswahlwerkzeugen empfehlenswert. Mit den Auswahltools können Sie nämlich einen bestimmten Bereich auswählen, welchen Sie nachschärfen möchten. Nach der Auswahl des Bereiches klicken Sie auf die Schaltfläche Korrekturen > Sektion Einstellen > Schärfen. Jetzt müssen Sie nur doch die Parameter einstellen.

Und falls Sie es etwas mit dem Schärfen etwas übertrieben haben, dann müssen Sie nur noch die Deckkraft gemäß Bedarf reduzieren.

Und was mache ich mit einem unscharfen Foto?

Idealerweise löschen. Falls das Bild nämlich bereits beim ersten Blick völlig unscharf ist, dann hilft auch kein Schärfetool mehr.

Falls Sie das Bild dennoch aus irgendeinem Grund nicht löschen möchten und keine Neuaufnahme machen können, dann helfen Ihnen vielleicht in gewisser Weise diese „verzweifelten Schritte“:

  • Maximal natürlich aussehendes Schärfen im Modul Entwickeln durchführen.
  • Bildgröße verkleinern (z. B. auf 2.048 px für die Veröffentlichung auf Facebook) und Nachschärfen.
  • Umwandlung in ein Schwarz-Weiß Bild.
  • Bildrauschen hinzufügen – die Bildqualität wird jedoch hierdurch geringer, aber Sie maskieren hierdurch die Unschärfe.

Diese Möglichkeiten sollte man aber wirklich nur im Ausnahmefall nutzen und wo die Rettung des Bildes notwendig ist. Besser ist aber immer, wenn Sie das unscharfe Foto löschen. Das Schärfen sollten Sie nämlich wirklich nur für Aufnahmen nutzen, die Sie lediglich optimieren wollen.

Probieren auch Sie die Schärfetools auf Ihren Fotos aus. Laden Sie hierfür Zoner Photo Studio X herunter und testen Sie 30 Tage gratis.

Letzte Änderung 14. Juni 2018

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Autor: Matěj Liška

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