Wie fotografiert man Makros in der Natur: 3 Schritte zu besseren Makrofotos

Die Makrofotografie lockt viele Anfängerfotografen. Aber gleichzeitig gehört sie zu den technisch schwierigsten Fotogenres. Deshalb bereitet sie auch manch einem Fotografen Kopfzerbrechen. Insbesondere im Freien, wo sie zum Beispiel mit dem Wind kämpfen müssen. Erfahren Sie daher, wie Makrofotos im Freien gelingen.

Bevor Sie mit dem Fotografieren anfangen, sollten Sie sich noch einen Plan erstellen. Auf Ihm muss nicht nur die Ausrüstung stehen, sondern auch das Motiv, welches Sie fotografieren möchten. Typischerweise handelt es sich um Blumen oder Insekten.

Welche Ausrüstung eignet sich für Makrofotos? Ein Stativ und ein Diffusor lohnen sich

Für die Makrofotografie benötigen Sie ein Objektiv, welches ein Abbildungsmaßstab von 1:1 bis 30:1 ermöglicht. Falls Sie ein Objektiv mit einem niedrigeren Abbildungsmaßstab, z. B. 1:3 nutzen, dann erhalten Sie anstatt einem Makrofoto „lediglich“ eine Detailaufnahme (engl. Close Up).

Zur Belichtung des Objekts können Sie bspw. Lichtreflektoren nutzen. Die beste Variante ist jedoch ein externer Blitz mit Diffusor. Falls Sie ihn nicht besitzen, kein Problem – einen einfachen und dabei effektiven Diffusor können Sie auch selbst daheim herstellen.

Wie fotografiert man Makros in der Natur - der Diffusor

Ein daheim gebauter Diffusor sieht zwar nicht professionell aus, aber bei Makroaufnahmen leistet er oftmals viel bessere Ergebnisse als einige Diffusoren aus dem Handel.

Was Sie aber auf jeden Fall nicht vergessen sollten, ist ein Stativ. Die Arbeit mit ihm ist zwar etwas aufwendiger und es bedarf etwas Erfahrung, aber dafür erhalten Sie perfekt scharfe Fotos.

Und falls Sie diese Ausrüstungsgegenstände nicht besitzen, dann sollten Sie nicht gleich verzweifeln. Es gibt auch alternative Methoden, wie man Makrofotos machen kann.

Unerwünschte Faktoren beseitigen

Das Fotografieren im Freien wird von einigen Faktoren beeinflusst, die das Endergebnis beeinflussen. Die größte Herausforderung ist hierbei, dass sich die Insekten bewegen oder sogar wegfliegen. Um dieses Problem zu lösen, sollten Sie deshalb früh am morgen fotografieren. Die Insekten sind nämlich aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht noch relativ starr.

Es gibt auch einen wenig bekannten (aber sehr wirksamen) Ratschlag, wie man Insekten nicht verscheucht. Nähern Sie sich Ihrem Hauptmotiv mit der Fotokamera so, dass sie an Ihrem Auge angepresst ist – Insekten reagieren nämlich viel besser auf ein verdecktes Menschengesicht. Und ferner werden Sie dazu genötigt, sich langsamer heranzupirschen.

Wie fotografiert man Makros in der Natur - die Libelle

Wenn Sie früh aufstehen und die noch starren Insekten versuchen zu fotografieren, dann haben Sie eine gute Chance die Insekten unter dem Morgentau wie hier im Bild zu fotografieren.

Ein weiterer Faktor, der das Ergebnis der Aufnahme beeinflusst ist der Wind. Eine Lösung ist in diesem Fall eine Windwand neben dem Objekt aufzustellen. Hierdurch vermeiden Sie es, dass das Bild unscharf wird.

Ähnlich effektiv ist auch ein gewöhnlicher Regenschirm. Achten Sie jedoch darauf, dass das Objekt farblich nicht durch das Licht beeinflusst wird, welches durch den Regenschirm dringt.

Einstellung der Fotokamera für Makroaufnahmen

Unterschätzen Sie sicherlich nicht die Kameraeinstellungen. Beim Fotografieren mit dem Blitz und einem Stativ empfehle ich Ihnen, den Bildstabilisator auszuschalten.

Erhöhen Sie auch nicht übertrieben die Blende, damit es nicht zu einer Diffraktion kommt und das Bild weicher gezeichnet wird. Bei Makroaufnahmen sollten Sie mit einer Blende von bis zu max. f/16 arbeiten. Falls Sie jedoch eine größere Schärfentiefe erreichen möchten, dann sollten Sie lieber mit der Focus-Stacking Methode fotografieren.

Die ISO sollte idealerweise bei 100 liegen. Das Bild weist dadurch nur minimales Rauschen auf. Bei der Makrofotografie ist das Bildrauschen wohl am meisten sichtbar und gleichzeitig werden auch die Zeichnung und die Details hierdurch beeinflusst. Dabei sind beide Elemente sehr wichtig bei Makroaufnahmen.

Wie macht man Makrofotos? Im manuellen Modus oder Blendenvorwahl (Zeitautomatik)

Wechseln Sie beim Kameramodus in die Blendenvorwahl. Die Kamera berücksichtigt dann die eingestellte Blende und berechnet die hierzu passende Verschlusszeit entsprechend dem Belichtungsmesser.

Falls Sie jedoch mit der Focus-Stacking Methode fotografieren, dann müssen Sie den manuellen Modus verwenden. Falls Sie nämlich den Automatikmodus oder einen halbautomatischen Modus wie z. B. die Blendenvorwahl nutzen, dann wird jede Aufnahme etwas unterschiedlich belichtet. Hierdurch wird es zu deutlichen Farbunterschieden kommen.

Beim Fotografieren mit der Focus-Stacking Methode sollten Sie daher die Blende sowie Verschlusszeit manuell einstellen. Ändern Sie bei den einzelnen Aufnahmen jedoch nicht die eingestellten Parameter – sonst erhalten Sie wieder Farbunterschiede.

Achten Sie natürlich auch darauf, dass Sie die Insekten nicht erschrecken. Sie sollten jedoch einen Winkel ausfindig machen, damit die Aufnahmen so interessant wie nur möglich sind. Und falls Sie bemerken, dass die Insekten wie festgenagelt sind, dann sollten Sie sich nicht davor scheuen herumzuexperimentieren und so viele Bilder wie nur möglich zu schießen.

Wie fotografiert man Makros in der Natur - die Ameise

Das kühle Herbstwetter hat es mir ermöglicht, die starre Waldameise auf dem Stock in die Sonne zu halten. Hierdurch habe ich einen rein schwarzen Hintergrund erhalten, der die Ameise wunderschön hervorgehoben hat.

Letzte Änderung 24. Juli 2018

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Autor: Josef Gabrhel

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