Wie fotografiert man einen Karneval?

Der Februar und auch Anfang März ist nicht nur ein kalter Monat, der Möglichkeiten zum Fotografieren von Schneelandschaften (und selbst das momentan eher selten) oder düsterer Umgebungen bietet. Der Februar ist unter anderem auch mit einer Zeit von Karneval und Fasching verbunden, was für Fotografen eine große Chance zum „Austoben“ bietet. Auf den Karnevalen kann jeder Fotograf eine breite Palette bunter Fotos von einzelnen Masken, Karnevalsumzügen bis zu gemeinsame Kreationen anfertigen.

Foto: Willi Prösser

Falls Sie Veranstaltungen wie Karnevale fotografieren, ist es wichtig, dass Sie die richtige Schärfe der Kamera einstellen, da Bewegung und Trubel fotografiert werden. Außerdem ist auch eine kurze Belichtungszeit sehr hilfreich.

Foto: Willi Prösser

Foto: Willi Prösser

Sie können sowohl einen kurzen, als auch einen langen Fokus verwenden. Wenn Sie aus der Nähe fotografieren, ist es ideal, den Fokus auf 28 mm einzustellen. Je näher Sie an das Objekt kommen, desto mehr kann der Fokus verkürzt werden. Passen Sie aber auf, dass Sie ihn nicht zu sehr verkürzen, da dann die Gestalten auf den Bildern verzerrt werden, die Menschen können unnatürlich große Köpfe, kurze Gliedmaßen etc. bekommen. Wenn man sehr nahe ist, kann man auch den Hintergrund erfassen.

Mithilfe längerer Brennpunkte können Gesichtsausdrücke besser erfasst werden. Das Gesicht ist beim Fotografieren von Menschen das Interessanteste. Wenn es Ihnen gelingt, dessen Ausdruck festzuhalten, können Sie richtig interessante Bilder erhalten. Denn ein kurzer Fokus hebt den Raum hervor, während ein langer in stört.

Sehr wichtig ist es auch, mehrere Aufnahmen zu machen, ruhig mehrere hundert. In größeren Mengen können wahrhaftige Meisterstücke entdeckt werden.

Weiter ist wichtig, den Blitz zur zusätzlichen Beleuchtung bereit und den Fotoapparat so gut wie möglich stabilisiert zu haben, um Erschütterungen aufgrund von Drängeleien mit andere Fotografen bestmöglich eliminieren zu können.

Foto: Willi Prösser

Foto: Willi Prösser

Wohin breche ich auf?

Zu den beliebtesten zählt zweifellos der Karneval in Venedig. Nach Venedig kommen jährlich viele Touristen und Fotografen. Einer von ihnen ist auch Willi Prösser, für den Venedig eine große Herzensangelegenheit ist. In den folgenden Zeilen können Sie Willis speziell für die Leser unseres neuen Blogs verfassten Beitrag lesen.

Karneval in Venedig (Carnevale di Venecia)

Geschichte

Schon seit 1094 wurde in Venedig Karneval gefeiert. Das Fest dauerte und dauert von Epiphania (6. Januar) bis zum Beginn der Fastenzeit –Aschermitwoch.

Alljährlich feierte man bis 1797 diese Festtage. Dann verbot Napoléon Bonaparte dieses Fest weil er den Venezianern nicht traute und an Verschwörung glaubte. Einige aufgeschlossene Bürger Venedigs verhalfen 1976 dem Karneval zu einer Neugeburt.

Die Wiedererweckung des Karnevals war ganz besonders zur Biennal 1979 ein großer Erfolg und wurde nun jährlich gefeiert. Tausende Touristen kamen in den folgenden Jahren nach Venedig; heute sind es einige 100.000 jährlich.

Leider ist der Karneval in Venedig in den letzten Jahren zu einer Massenveranstaltung degradiert. Gute Masken sind selten oder nicht mehr zu sehen. „Billigmasken“ aus Asien sind an der Tagesordnung. Leider!!!

Foto: Willi Prösser

Foto: Willi Prösser

Fotografie

Überall dort, wo sie Massen sehen, könnten Masken sein. Es ist oft sehr schwierig, in einer guten Fotodistanz an die Personen heranzukommen.

Hier ist Geduld das oberste Gebot! Leider erreichen einige Fotografen diesen Abstand nur mit Gewalt und Körpereinsatz. Bei vielen Fotografen fehlt es an Disziplin und Rücksichtnahme.

Aber nicht verzweifeln! Gehen Sie in die Gassen rund um das Zentrum der Touristen. Auch hier finden Sie schöne Masken und können in aller Ruhe fotografieren. Gegenüber von San Marco liegt auf einer kleinen Insel die Kirche San Giorgio Maggiore. Hier treffen sie sehr oft tolle Masken die von Profis fotografiert werden. Auch hier haben sie Ruhe, um schöne Aufnahmen zu machen.

Brennweiten benötigen Sie von 35 – 200 mm. Als Blenden bieten sich 4 – 11 an. Es kommt natürlich immer darauf an, wie sie die Masken zeigen wollen (mit Umfeld oder aus dem Umfeld gelöst).
Jetzt wünsche ich Ihnen viel Glück in Venedig, der Stadt, der meine große Liebe gehört.

Foto: Willi Prösser

Foto: Willi Prösser

Willi Prösser 201302

(Titelfoto: Willi Prösser)

Letzte Änderung 26. Februar 2014

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Autor: Lucie Zoubkova

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Kommentare

  • Spector

    hallo Lucie Zoubkova,
    sicher einige motivierende Fotos – und auch ein paar nützliche Zeilen. Venedig ist ja ein Riesen – Foto – Thema, und die Zahl der Maskenateliers dort beträchtlich.
    Aber für den Titel „Wie fotografiert man einen Karneval“ erscheint das doch ein wenig spärlich und
    zu eingeschränkt. Außerdem…“langer Fokus, kurzer Fokus“ – im deutschen Sprachgebrauch wird dafür ausschließlich „Brennweite“ verwendet, Fokus ist eher der Punkt des Scharfstellens…
    Im Abschnitt „wohin breche ich auf“ ist von den „Lesern unseres neuen Blogs“ die Rede – da steht man im Dunklen, kein Link, kein Hinweis….
    Gruß
    Spector