Wie entwickelt man RAW-Dateien

In diesem Blog machen wir normalerweise einen großen Bogen um das Thema der unverarbeiteten (RAW) Fotodaten. Aber nun wird es an der Zeit es ein wenig zu beleuchten. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, wie man die Daten die man braucht aus einer RAW Datei herausbekommt und wie man sie unter einem typischen Bilddatenformat abspeichert.

Wählen Sie im Zoner Photo Studio Manager das Foto oder die Fotos aus, die Sie von RAW in JPEG Dateien konvertieren wollen und öffnen Sie diese im RAW Modul.

Unser Beispielursprungsfoto wurde leicht gegen das Licht aufgenommen, oder besser gesagt bei hoch stehender Sonne. Das hat zu sehr harten Schatten im Gesicht der aufgenommenen Person geführt. Außerdem hat der automatische Weißabgleich der Kamera in diesem Fall keine gute Arbeit geleistet, also mussten wir auch mit den Farben herumspielen. Zum Glück schafft Zoner das leicht. Photo: Tomáš Slavíček

Unser Beispielursprungsfoto wurde leicht gegen das Licht aufgenommen, oder besser gesagt bei hoch stehender Sonne. Das hat zu sehr harten Schatten im Gesicht der aufgenommenen Person geführt. Außerdem hat der automatische Weißabgleich der Kamera in diesem Fall keine gute Arbeit geleistet, also mussten wir auch mit den Farben herumspielen. Zum Glück schafft Zoner das leicht.

Das Layout des RAW-Konvertierungsmoduls ist ähnlich wie der Zoner Editor, aber auf der linken Seite sind einige zusätzliche Elemente. Für jedes der von Ihnen zur Bearbeitung gewählten Bilder (nur eines in unserem Fall wird ein Vorschaubild) und der Verlauf der Einstellungsänderungen angezeigt. Dadurch kann man leicht zwischen einzelnen Schritten vor und zurück springen.

Die Benutzeroberfläche des RAW Moduls.

Die Benutzeroberfläche des RAW Moduls.

In der Seitenspalte sind Reiter mit Bedienungselementen für alles beginnend von Grundbearbeitungen bis zu Gesamteinstellungen. Heute werden wir uns nur der ersten Registerkarte widmen. Diese Grundeinstellungen bieten Bedienungselemente für Belichtung, Weißabgleich, Schärfe, Gradationskurve, Farbe und Rauschunterdrückung an.

Zuerst korrigieren wir die geringe Tönung des Bildes – also genauer gesagt dessen Weißabgleich. Diese Einstellung sollten Sie immer als erster ändern, wenn Sie an einer RAW Konvertierung arbeiten, da der Weißabgleich das Histogramm beeinträchtigt und kann Überbelichtungen verursachen, die dann wieder mit den Belichtungseinstellungen ausgebessert werden müssen.

Den Weißabgleich führten wir mit dem Pipettenwerkzeug durch. Wir haben an eine Stelle im Bild geklickt, die neutral gefärbt sein sollte (sprich weiß oder grau), in diesem Fall die Wolke oben links.

Den Weißabgleich führten wir mit dem Pipettenwerkzeug durch. Wir haben an eine Stelle im Bild geklickt, die neutral gefärbt sein sollte (sprich weiß oder grau), in diesem Fall die Wolke oben links.

Nach dem durchgeführten Weißabgleich.

Nach dem durchgeführten Weißabgleich.

Jetzt ist es Zeit nach Überbelichtungen zu schauen. Aus dem Histogramm ist ersichtlich, dass die hellen Töne im Bild in Ordnung sind, aber dass es ein paar Einbußen bei den dunklen Tönen gibt. Die Überbelichtungsanzeige (schalten Sie diese im Anzeigemenü ein) ist eine große Hilfe um zu sehen, welche Teile des Bildes keine Farbinformation haben.

Überbelichtungsanzeige.

Überbelichtungsanzeige.

Unser nächstes Ziel wird es sein, so viele Details wie möglich aus den Schatten heraus zu bringen. Dafür verwenden wir den Schatten-Regler, der sich in den Belichtungseinstellungen befindet. Wir bewegen ihn nach links.

Für dieses Bild haben wir den Schatten-Regler fast bis ganz nach links gezogen. Dadurch haben wir fast alle Details aus den schattigen Stellen gerettet.

Für dieses Bild haben wir den Schatten-Regler fast bis ganz nach links gezogen. Dadurch haben wir fast alle Details aus den schattigen Stellen gerettet.

Ein weiterer Blick auf die Überbelichtung zeigt uns, wie viel wir aus den Schatten durch diese Technik wiedergewinnen konnten.

Ein weiterer Blick auf die Überbelichtung zeigt uns, wie viel wir aus den Schatten durch diese Technik wiedergewinnen konnten.

Dieselbe Technik könnte auch hinsichtlich der hellen Bildtöne verwendet werden, nur mit dem Unterschied, dass man dafür den Lichter-Regler betätigt.

Anmerkung: Es mag so aussehen, dass RAW allmächtig ist und Sie sich nie wieder Gedanken über Überbelichtungen machen müssten. Aber das ist nicht der Fall. Immer wenn Sie Überbelichtungen mithilfe von RAW bekämpfen werden, werden Sie mit den Grenzen Ihrer Kamera arbeiten. Anders gesagt: Sie sollten weiterhin schlampige Belichtungen meiden.

In unserem Beispiel haben wir außerdem den lokalen Kontrast erhöht, indem wir den Klarheits-Regler bis zu 25 gezogen haben. Zu den Belichtungsfunktionen ist das nun alles. Das Bild ist zwar weiterhin in Schatten getaucht, über die werden wir uns aber noch später Gedanken machen.

Nun werden wir mit den Schärfe-Einstellungen das Bild ganz leicht schärfen. Dafür und für alle weiteren Schärfungsbearbeitungen verwenden wir den 1:1 Zoom. In unserem Fall lieferten die Einstellungen Schärfestärke 75, Schärferadius 1,5 und Schärfeschwelle 0 sehr gute Ergebnisse.

Wie Sie sehen können, verwenden wir nur leichte, grundlegende Schärfungen. Sie können mit den Schärfeeinstellungen auch abwarten, bis Sie alle anderen Bearbeitungen durchgeführt haben oder bis Sie sich entscheiden, das Bild im Internet oder auf Papier etc. präsentieren zu wollen.

Wie Sie sehen können, verwenden wir nur leichte, grundlegende Schärfungen. Sie können mit den Schärfeeinstellungen auch abwarten, bis Sie alle anderen Bearbeitungen durchgeführt haben oder bis Sie sich entscheiden, das Bild im Internet oder auf Papier etc. präsentieren zu wollen.

Benützen Sie die Farb-Bedienungselemente  um die Sättigung (sättigt jede Farbe) oder die Dynamik (sättigt nur die minder gesättigten Farben)zu erhöhen. Gehen Sie dabei vorsichtig vor und überprüfen Sie Ihre Änderungen regelmäßig während Sie arbeiten.

Das Bild nach den Farbanpassungen.

Das Bild nach den Farbanpassungen.

In unserem Fall haben wir die Rauschunterdrückungen ausgelassen. Da dieses Bild mit einem ISO von 200 aufgenommen wurde, war sie nicht notwendig.

Um die Details aus den dunklen Tönen heraus zu gewinnen, hätten wir auch die Gradationskurven-Einstellungen heranziehen können; in der Tat sind diese Bedienungselemente für diese Art von Arbeit großartig. Es gibt ein Tool im Editor-Modul, das für einige Benutzer ziemlich rätselhaft ist, uns hier aber sehr hilfreich sein wird.

Dieses Bild entwickeln wir nicht und schicken es auch nicht in die Warteschlange zur Konvertierung; stattdessen klicken wir auf Zum Editor. Das wandelt unser Foto von RAW um und sendet es direkt zum Editor für weitere Bearbeitungen.

Dieses Bild entwickeln wir nicht und schicken es auch nicht in die Warteschlange zur Konvertierung; stattdessen klicken wir auf Zum Editor. Das wandelt unser Foto von RAW um und sendet es direkt zum Editor für weitere Bearbeitungen.

Im Effekte-Menü verwenden wir das Tone Mapping. Mit den vorgegebenen Einstellungen lässt es die Wolken gemalter aussehen als in Wirklichkeit. Die Schatten sehen bereits sichtbar besser aus. Nun müssen wir dies nur noch wieder wie ein Foto aussehen lassen.

Voreinstellungen des Tone Mapping.

Voreinstellungen des Tone Mapping.

Also bewegen wir den Licht-Regler zur Hälfte seines voreingestellten Wertes (25%). Das führt uns zu unserem gewünschten Ergebnis.

Tipp: Klicken Sie auf das Symbol neben dem „Anwenden“-Button um zu schauen, wie das Bild vor der geplanten Bearbeitung aussieht.

Überbelichtungsvorschau.

Überbelichtungsvorschau.

Bei der Kontrolle von Überbelichtungen (durch das Drücken von Shift+O) können Sie schnell feststellen, ob die Veränderungen im Bild Unter- oder Überbelichtungen verursacht haben. Wenn ja, verändern Sie den Wert mit dem Weiße Farbe– (oder Schwarze Farbe-) Regler. In unserem Beispiel haben wir folgendes gemacht: wir haben ihn von 0,5 auf 0,1% reduziert.

Jetzt ist das Bild fast frei von Schatten, was wiederum nicht natürlich aussieht. Deswegen erhöhen wir nun die schwarze Farbe so, wie wir die weiße verringert haben. Wir gehen auf einen  Wert von 1,5%.

Das Bild nach der Konvertierung und nach der Anwendung von Tone Mapping.

Das Bild nach der Konvertierung und nach der Anwendung von Tone Mapping.

Nun sind wir mit der Bearbeitung des Bildes fertig und wir müssen nur mehr auf Anwenden klicken und es abspeichern: Datei | Speichern unter. Wir wollen die höchste JPEG Qualität und ein Sampling von 1:1.

Das Speichern als JPEG Format.

Das Speichern als JPEG Format.


Die Original- und Finalversion. Fahren Sie mit der Maus über das Bild, um zwischen den Ansichten zu wechseln.

Letzte Änderung 12. Mai 2014

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Autor: Tomáš Slavíček

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Kommentare

  • rudi.sievers

    Frage: Gibt es diese tollen Berichte auch im PDF-Format oder in anderer sauber druckbare Version ???

    mfg
    Rudi Sievers

    • Zoner Redaktion

      Guten Tag Herr Sievers, vielen Dank für Ihre Anfrage. Unter diesem Link http://www.zoner.com/__download/zoner-photo-studio-praxishandbuch.pdf finden Sie ein praktisches Handbuch, wo Sie auch etwas über RAW finden können (im PDF-Format). Dieses Handbuch ist für die Version 16 gültig, aber viele Anleitungen kann man auch in der Version 17 benutzen. Vielleicht ist es für Sie auch interessant und nutzbar. Das neuste Handbuch für die Version 17 erhaltet man nur zum Einkauf des ZPS.
      Schöne Grüße, Zoner Redaktion