Vermarktung eines Fotografen Teil 2: 3 Dinge, die Sie berücksichtigen sollten, bevor Sie ein Online-Portfolio erstellen

Es ist entschieden. Ich lege mir ein Online-Portfolio zu und veröffentliche (endlich) meine Fotos. Aber wie? Was nun? Wenn Sie gerade die gleichen Gedanken haben, ist der folgende Artikel für Sie. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine erfolgreiche Website erstellen und neue Fans gewinnen.

In der letzten Folge unserer Serie haben wir uns verschiedene Werbemöglichkeiten angesehen. Konzentrieren wir uns nun auf die zuerst erwähnte – die Erstellung eines Online-Portfolios. Lassen Sie uns drei Dinge besprechen, über die Sie bei der Vorbereitung einer Website nachdenken sollten:

3 Dinge, die zu beachten sind, bevor Sie ein Online-Portfolio erstellen:

Technische Lösung. In welchem Content Management System erstelle ich meine Website? Wie wird  meine Domain heißen? Welches Hosting werde ich verwenden?

Ziel der Website. Wird es eine reine Verkaufsseite sein? Oder möchte ich eher mein Produkt präsentieren?

Aufbau einer benutzerfreundlichen Site. Zuerst mache ich eine zumindest kurze Umfrage unter den Nutzern. Dann erstelle ich eine Site-Struktur (nicht nur mit Hilfe der Informationen von Nutzern, sondern auch in Bezug auf die Schlüsselwörter, nach denen die Leute suchen). Darüber hinaus gestalte ich die Site einfach (ich zeichne ihre vereinfachte Struktur auf Papier) und überlege, wohin welche Links führen und was der Inhalt jeder Seite sein wird. Im nächsten Schritt geben wir dem Web visuelle und inhaltliche Form. Schließlich teste ich es mit einer Reihe von Szenarien (zumindest an ein paar Freunden).

Technische Lösung

Ob Sie es glauben oder nicht: das Erste, womit Sie beginnen müssen, ist – auch im Rahmen der technischen Lösung – der Name. Möchten Sie eine eigenen Domain mit Ihrem Vornamen und Nachnamen oder Markennamen (falls vorhanden)? Oder entscheiden Sie sich für eine kostenlose Domain und akzeptieren, dass sie den Anbieternamen enthält (z. B. webydo.de, wix.de oder andere)?

Wenn Sie sich für den ersten Weg entscheiden, gehen Sie beispielsweise zu www.godaddy.de (Domainregistrar und Webhoster), und suchen, suchen und suchen. Wenn Sie Hans Müller heißen, bekommen Sie wahrscheinlich keine Domain mit Ihrem Namen, Nachnamen und deutschem Suffix. Leider. Wenn Sie jedoch einen seltenen Namen tragen, haben Sie möglicherweise Glück. Wie auch immer – rechnen Sie damit, dass das Suchen einer freien Domain ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

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Wie Sie sehen, ist die Auswahl des richtigen Domainnamens von entscheidender Bedeutung. Rechnen Sie damit, dass es etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

Weiters der Anbieter. Wenn Sie eine der klassischen Lösungen wählen, über die wir das letzte Mal geschrieben haben (z. B. WordPress, Joomla oder Drupal), benötigen Sie ein Hosting. Es wurde ausführlich darüber geschrieben, wie man es auswählt und worauf man achten sollte. Deshalb wählen Sie eines, das sicher und zuverlässig ist, regelmäßig gesichert wird und einen guten Kundenservice bietet. Es wird auch eine potenziell hohe Besucherzahl auf Ihrer Website vertragen, wenn es dazu kommen sollte und Sie Erfolg haben.

Wenn Sie sich für eine andere Lösung entscheiden und eine Website über einen Online-Anbieter wie zum Beispiel Wix erstellen, fällt die Sorge mit dem Hosting bis zu einem gewissen Grad weg. Wenn Sie sich für ein Premium-Konto entscheiden und dafür bezahlen, werden solche Anbieter die Angelegenheit für Sie erledigen.

Ziel der Seite

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Wo auch immer Sie über Ihre Ziele nachdenken, bereiten Sie Ihre Site erst vor, wenn Sie sie kennen.

Vielleicht denken Sie, dass das Ziel doch klar ist und Sie diesen Punkt leicht überspringen können. Aber Hand aufs Herz – sind Sie sich da sicher? Ist das Ziel Ihrer Website, sich hart zu verkaufen oder nur Ihr Portfolio zu präsentieren und einen Ort zu schaffen, an dem Sie Ihre besten Arbeiten platzieren können? Seiten mit dem einen oder anderen Ziel unterscheiden sich wahrscheinlich, zumindest teilweise.

Überlegen Sie sich also, was Sie von Ihrem zukünftigen Online-Portfolio erwarten. Wenn Sie Ihren Kalender füllen und ein oder zwei Shootings pro Woche fotografieren möchten, sollten Sie auf Ihrer Site möglicherweise durchdachte Verkaufsargumente platzieren. Sie möchten zeigen, wie die Zusammenarbeit mit Ihnen funktioniert, Ihre Top-Arbeiten präsentieren, eine Preisliste mit Dienstleistungen veröffentlichen und möglicherweise die Möglichkeit einer Online-Reservierung anbieten (z. B. mittels Reservio).

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Wenn Sie darüber nachdenken, was Sie von Ihrer Site erwarten, können Sie Ihre Gedanken aufschreiben und dann die weniger wichtigen bereinigen.

Es ist gut, sogenannte CTA (Call to Action) zu platzieren, die den Besucher dorthin leiten, wo Sie ihn brauchen. Sei es zur Preisliste, auf Ihre About Me Seite, auf der Sie Ihre Geschichte erzählen und den Besuchern Ihren Wert besser verkaufen können, oder direkt zur Bestellung von Dienstleistungen.

Wenn Sie nur Ihre Arbeiten ausstellen möchten, kann die Site strukturell und informativ einfacher sein. Es kann ausreichen, mehrere geschmackvoll und effizient bearbeitete Galerien, eine Registerkarte mit Kontakten und eine einfache Preisliste zu haben.

Spüren Sie den Unterschied? Deshalb ist es gut, im Voraus zu überlegen, welche Richtung Sie einschlagen möchten.

So erstellen Sie eine benutzerfreundliche Website

Ach ja, das UX. Hinter der Abkürzung UX stehen die englischen Wörter „user experience“ (Benutzererfahrung). Was bedeutet das? UX ist eine Reihe von Funktionen, die Ihre Webseite enthält und die dazu führen, dass ein Besucher zufrieden gestellt wird und das Gefühl hat, das gesehen oder erlangt zu haben, was er wollte und brauchte. Zumindest sollte er nicht empört und verzweifelt Ihre Website verlassen.

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Auch so kann die Vorbereitung einer benutzerfreundliche Website aussehen. Sie müssen lediglich eine Pinnwand, Papier und Bleistift anstelle der Online-Tools zur Hand nehmen.

Wie gestalten Sie Ihre Website benutzerfreundlich? Befolgen Sie bei der Erstellung folgende Schritte. Obwohl der vorgeschlagene Pfad nicht garantiert, dass Ihre Website die beste der Welt sein wird, ist es besser, diesen Weg einzuschlagen, als blind zu beginnen:

Nutzerbefragung. Wissen Sie, wie Sie herausfinden können, was die Leute von einem professionellen Fotografen erwarten oder wonach Sie sich für einen entscheiden? Fragen Sie einfach nach! Ja, es wäre ideal, eine größere Datenmenge zu erhalten, vielleicht Dutzende von Fragebögen, aber für’s Erste wird es ausreichen, ein paar Freunde in Ihrer Nähe zu befragen. Lieber eine kleine Grundlage als keine.

Sie können natürlich persönlich nachfragen, aber es wäre besser, einen klaren Fragebogen zu erstellen, zum Beispiel in Google Forms. Sie können dann die aufgezeichneten Antworten in Ruhe und wiederholt durchgehen.

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Was erwarten die Leute von einem Fotografen, den sie engagieren? Fragen Sie sie einfach.

Webstruktur. Wissen Sie schon, woran der Benutzer interessiert ist? Nehmen wir an, dass die meisten von ihnen gerne ein paar Beispiele Ihrer Arbeit sehen würden, sich für die Kosten eines Fotoshootings interessieren und auch dafür, wie die Zusammenarbeit mit Ihnen funktioniert. Es scheint, dass wir allmählich eine Idee von der Grundstruktur unserer zukünftigen Website haben, richtig?

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass keine wichtige und häufig gesuchte Seite fehlt, sehen Sie sich oft gesuchte Keywords an. Sie können Statistiken darüber in Google Ads abrufen. Sie müssen sich hier jedoch registrieren. Wo Sie sich aber nicht anmelden müssen, ist das Suchfeld bei Google. Geben Sie ein grundlegendes Schlüsselwort in Ihre Suchmaschine ein und sehen Sie, was es Ihnen sonst noch anbietet.

Website-Drahtmodell (Wireframe, Seitenschema, Skizze). Haben Sie ein klares Bild von der Struktur Ihrer Site? Super. Nun ist es Zeit, ein Seitenschema zu entwerfen. Vielleicht denken Sie, dass dies nicht erforderlich ist, da Sie den Inhalt in eine bereits vorgefertigte Vorlage einfügen, welche ja bereits ein grundlegendes Erscheinungsbild aufweist. Unser Rat – überspringen Sie diesen Schritt nicht.

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In Balsamiq können Sie ganz einfach angeben, wo sich Text, Fotos oder eine Schaltfläche auf Ihrer Seite befinden.

Mit einer Skizze erhalten Sie eine bessere Vorstellung davon, wie die einzelnen Websites miteinander interagieren, wohin welcher Link führt und wo und in welcher Reihenfolge der Benutzer wichtige Informationen findet. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Seitenschema online vorbereiten (z. B. in Balsamiq – ganz einfach und die ersten 30 Tagen kostenlos) oder einfach auf Papier zeichnen. In jedem Fall ist es ein guter Leitfaden für den Aufbau Ihres Portfolios.

Prototyp. Wir haben eine Struktur, wir haben ein Modell, gehen wir also zum Prototyp über. Der ähnelt schon sehr der resultierenden Website. Er ist bunt und interaktiv und ermöglicht Ihnen, Ihre zukünftige Site in ihrer Gesamtheit zu sehen. Hier können Sie mit Farben, Logos und Fotos spielen. Kurz gesagt, mit dem Layout.

Testen. Der nächste (aber nicht der letzte) Schritt folgt und das ist das Testen. Nehmen Sie Ihren Prototyp und zeigen Sie ihn Ihren Freunden, Geschwistern, Frau. Bereiten Sie ein Testszenario vor. Dadurch erhalten Sie spezifische Informationen, als nur Ihre Nächsten zu fragen: „Na, wie gefällt es dir, Franz?“

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Fast fertig? Bei weitem nicht! Jetzt kommt ein weiterer wichtiger (und vielleicht der wichtigste) Schritt- das Testen.

Fragen Sie Ihre Testpersonen, wie sie beispielsweise Ihre Dienste bestellen würden, und sehen Sie, wie sie sich im Web verhalten. Haben sie Probleme beim Auffinden einer Kontaktseite? Haben sie keine Ahnung, wie sie das Online-Formular ausfüllen sollen? Beim Testen werden Sie viele interessante Informationen erhalten, die Ihr Portfolio ein Stück weiterbringen und Ihnen dabei helfen wird, es zu optimieren.

Und immer wieder. Scheinbar erledigt, aber seien Sie sich bewusst, dass die Vorbereitung neuer Wireframes, Prototypen und deren Erprobung im Wesentlichen ständig aufs Neue stattfinden wird. Sie möchten Ihre Website doch nicht auf Ihren Lorbeeren ausruhen lassen, oder?

Letzte Änderung 14. November 2019

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Autor: Tereza Ticháčková

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