Tiere im Zoo fotografieren

Ein störender Hintergrund, schlechte Lichtverhältnisse oder langwieriges Suchen nach dem richten Aufnahmeort. Dies sind nur ein paar Beispiele für Herausforderungen, auf die Sie beim Fotografieren im Zoo stoßen werden. Zum Glück kann man sie kinderleicht bewältigen. Werfen Sie einen Blick auf unsere Tipps zur Tierfotografie im Zoo.

Tiere im Zoo fotografieren

Sie sollten sich zunächst klar machen, dass das Fotografieren im Zoo sehr vielfältig ist. Die Herangehensweise zwischen Aufnahmen im Freien und dem Fotografieren in Pavillons (wo unzureichend Licht vorhanden ist) wird sich unterscheiden. Daher sollten Sie mehrere Objektive einpacken.

Während im Außenbereich eher ein Teleobjektiv geeignet ist, ist die Verwendung eines lichtstarken “Porträt-” Objektivs im Innenbereich empfehlenswerter. Auch ein Makroobjektiv wird sich lohnen, wenn Sie interessante Detailaufnahmen der Tiere machen wollen. Im Zoo werden Sie nämlich nie im Voraus wissen, welche interessante Situationen auftauchen. Eine gute Vorbereitung ist daher das A und O.

Ich persönlich packe auch ein Stativ, einen Fernauslöser sowie einen Blitz mit ein (auch wenn ich ihn eher seltener verwende).

Wie man mit dem Hintergrund arbeitet

Das häufigste Problem beim Fotografieren im Zoo ist der störende Hintergrund. Oftmals sieht man beispielsweise Zäune im Hintergrund. Und was jetzt? Öffnen Sie die Blende so weit wie möglich (z. B. auf f/2.8) und machen Sie so den Hintergrund unscharf.

Tiere im Zoo fotografieren: Dies gelang mir mit einer Blende von f/5,6.

Bei dieser Aufnahme musste ich den Maschendrahtzaun unscharf darstellen. Dies gelang mir mit einer Blende von f/5,6. Nikon D800, Nikon 600 mm f/4, 1/200 s, f/5.6, ISO 640, Brennweite 600 mm

Welcher Hintergrund ist passend?

Neben dem Verwischen des Hintergrundes können Sie auch mit dem Blickwinkel arbeiten. Falls es Ihnen die Situation ermöglicht, dann sollten Sie einen Kontrast zwischen dem Tier und dem Hintergrund erreichen. Das Tier wird dann so aussehen, als ob es aus dem Schatten hervortritt.

Tiere im Zoo fotografieren: die Bärenmutter.

Bei dieser Aufnahme ist es mir gelungen, die Bärenmutter zu erfassen, während sie Ihr Jungtier aus der Höhle führt. Der dunkle Eingang zur Höhle ist ein idealer Hintergrund. Da sich die Bären nur für kurze Zeit gezeigt haben, sollte man den kontinuierlichen Autofokus eingeschaltet haben, um eine ganze Bildserie erstellen zu können und das beste Bild erst im Nachhinein auszusuchen.
Nikon D800, Nikon 600 mm f/4, 1/320 s, f/14, ISO 640, Brennweite 600 mm

Blickwinkel

Wichtig ist auch der Blickwinkel auf das Tier. Falls möglich, dann sollten Sie auf Augenhöhe des Tiers fotografieren. Aber nicht immer hat man im Zoo hierzu die Möglichkeit. Der Auslauf der Tiere liegt nämlich meist tiefer und daher müssen Sie von oben fotografieren.

Tiere im Zoo fotografieren: der Fischotter.

In diesem Fall konnte ich den Fischotter nicht auf Augenhöhe fotografieren. Daher habe ich zumindest darauf gewartet, bis der Fischotter sich in höherem Gras befand. Nikon D800, Nikon 600 mm f/4, 1/320 s, f/6.3, ISO 800, Brennweite 600 mm

Tiere im Zoo fotografieren: der Pfau.

Beim Fotografieren des Pfaus habe ich mich auf das Gras gelegt. Man kann erkennen, dass dieser Blickwinkel interessanter ist. Die Verwendung eines Zoom-Objektives hat mir zudem die Möglichkeit geboten, die Aufnahmewinkel schnell zu ändern.
Nikon D800, Nikon 80–400 mm f/4.5–5.6, 1/320 s, f/8, ISO 640, Brennweite 300 mm

Aber manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als von unten zu fotografieren. Wenn Sie beispielsweise einen Affen auf einem Baum fotografieren, dann sollten Sie auf die Belichtung achten. Im Vergleich zum hellen Himmel kann das Tier dunkel und schlecht belichtet aussehen. Führen Sie in diesem Fall eine Belichtungskorrektur durch.

Tiere im Zoo fotografieren: der roter Panda.

Bei diesem Foto habe ich eine Belichtungskorrektur von +1,3 EV genutzt, damit das Objekt richtig belichtet ist. Der leicht überhellte Hintergrund ist in diesem Fall nicht schlimm.
Nikon D800, Nikon 80–400 mm f/4.5–5.6, 1/200 s, f/8, ISO 400, Brennweite 400 mm

Der richtige Moment

Wichtig ist nicht nur die richtige Verwendung der Ausrüstung, sondern auch die Beobachtung der Tiere, um im passenden Moment einsatzbereit zu sein. Ferner sollten Sie Geduld bewahren und nicht den ganzen Zoo fotografieren. Stattdessen sollten Sie sich lieber auf einen gut belichteten Auslauf sowie den Blickwinkel konzentrieren und abwarten, bis etwas Spannendes passiert.

Tiere im Zoo fotografieren: zwei kleine Fischotter.

Ein lustiger Moment, wo sich zwei kleine Fischotter gegenseitig ablecken.
Nikon D800, Nikon 80–400 mm f/4.5–5.6, 1/400 s, f/5,6, ISO 400, Brennweite 400 mm

Tiere im Zoo fotografieren: ein badender Pelikan.

Ein badender Pelikan, der die Wassertropfen bei scharfem Sonnenlicht durch die Luft schleudert.
Nikon D800, Nikon 80–400 mm f/4.5–5.6, 1/640 s, f/9, ISO 320, Brennweite 200 mm

Falls Sie nicht lange warten möchten, dann sollten Sie in Erfahrung bringen, wann die Fütterzeit der jeweiligen Tiere ist, die Sie fotografieren möchten. Hier sind attraktive Aufnahmen garantiert.

Tiere im Zoo fotografieren: der Pavian.

Hinter dem Pavian befand sich ein störendes Dach im Hintergrund. Auch hier habe ich wieder eine lange Brennweite in Kombination mit einer hohen Blende verwendet, um den Hintergrund unscharf zu machen.
Nikon D700, Sigma 150–500 mm f/5.0–6.3, 1/1000 s, f/6.3, ISO 320, Brennweite 500 mm

Keine Angst vor dem Rauschen

Um tolle Aufnahmen vom Zoo nach Hause zu bringen, sollten Sie vorher alles gut durchdenken und die geeignete Ausrüstung mitnehmen.

Denken Sie auch darüber nach, welche Aufnahmezeit sich für das Fotografieren am besten eignen wird. Beispielsweise wird das Licht morgens oder gegen Abend viel besser sein als gegen Mittag. Ferner ist die Chance größer, dass weniger Besucher vor Ort sind. Wenn es die Zeit ermöglicht, dann gehe ich am liebsten unter der Woche in den Zoo. Die Besucherfrequenz ist hier niedriger und allgemein ist alles ruhiger, was sich auch an den Tieren bemerkbar macht.

Beim Fotografieren von Tieren ist zudem die Bildschärfe wichtig. Da sich die Tiere aber ziemlich schnell fortbewegen, müssen Sie eine wirklich kurze Verschlusszeit verwenden. Auch zum Preis einer höheren ISO. Das Bildrauschen können Sie nämlich kinderleicht mit Zoner Photo Studio entfernen.

Fotografieren Sie darüber hinaus im RAW-Format. Der Auslauf ist nämlich meistens nicht gleichmäßig beleuchtet – überhelle Bildbereiche müssen daher abgedunkelt werden, wobei die Zeichnung in den schattigen Bereichen gerettet werden muss. Auch hier ist Ihnen Zoner Photo Studio behilflich.

Letzte Änderung 5. April 2018

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Autor: Věra Kuttelvašerová Stuchelová

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