Stillleben fotografieren: 6 Tipps, wie Sie perfekte Ergebnisse erzielen

Aufnahmen, die an Gemälde alter Malermeister erinnern oder minimalistisch sind – so können Fotos vom Stillleben aussehen. Beide Varianten haben eines gemeinsam – die Einhaltung von Grundregeln, um gelungene Aufnahmen zu machen. Werfen Sie daher einen Blick auf unsere 6 Tipps, wie man Stillleben-Fotos macht.

Stillleben fotografieren: 6 Tipps, wie Sie perfekte Ergebnisse erzielen

Wenn man von Stillleben spricht, dann denken Sie bestimmt an die berühmten Gemälde niederländischer Malermeister. Bilder, in denen leblose Gegenstände überquellen – eine Schüssel voller Obst, Blumen und viele weitere Dinge. So sah auch das erste Stillleben-Foto aus.

Im Laufe der Zeit wurden Stillleben-Aufnahmen einfacher. Heute haben Sie die Wahl, ob Sie lieber die klassische Variante mit sanfter Beleuchtung und traditioneller Komposition bevorzugen oder lieber die moderne Variante wählen. Es ist jedoch egal für welche Variante Sie sich entscheiden, weil sich die nachfolgenden Tipps für beide Möglichkeiten eignen.

1. Eilen Sie nicht

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich mit mental auf das Fotografieren von Stillleben einstellen und ruhig werden. Hier unterscheidet sich die Stillleben-Fotografie von der Action-Fotografie, bei der Sie stets konzentriert sein müssen und auf den richtigen Moment warten. Daher sollten Sie in ruhiger Verfassung sein und (fast) so konzentriert wie ein Zen-Mönch sein.

Bei der Stillleben-Fotografie geht es nämlich nicht nur um die Komposition oder das Licht (obwohl beides sehr wichtig ist) oder die Ansammlung von einzelnen Gegenständen.

Was die Betrachter am Stillleben nämlich anzieht, ist vor allem die gegenseitige Beziehung der Gegenstände zueinander sowie die Harmonie der Formen und Farben.

Wie man Stillleben fotografiert: Foto, dass auf dem tonalen Kontrast und der Harmonie der Formen basiert.

Foto, dass auf dem tonalen Kontrast und der Harmonie der Formen basiert.
Canon EOS 6D, Canon EF 100 mm f/2.8 Macro USM, 0,4 s, f/11, ISO 100, Brennweite 100 mm

2. Suchen Sie nach gutem Licht

Bei der Stillleben-Fotografie kommen Sie meist mit nur einem Licht und einem Faltreflektor aus. Das Licht kann vom Tageslicht durch das Fenster kommen oder Sie nutzen eine Tischlampe. Denken Sie nur darüber nach, welche Stimmung die Aufnahme vermitteln soll.

Möchten Sie ein kontrastreiches Bild machen, das auf dem Spiel mit dem Licht und den Schatten basiert? Dann sollten Sie Licht verwenden, das von einer Seite kommt – typischerweise die Tischlampe.

Die Helligkeit, die von weißen Gardinen kommt, kann eine Softbox im Fotoatelier simulieren. Durch die Gardinen wird das Licht schön zerstreut – die feinen tonalen Übergänge auf den Gegenständen sind das Ergebnis. Und merken Sie sich, dass das Licht am weichsten ist, wenn Sie die Gegenstände im Raum außerhalb der Reichweite des Fensterrahmens positionieren.

Sollte das Fenster zur Nordseite zeigen, dann haben Sie gewonnen. Bekanntlich erhält man nämlich das schönste Licht von der Nordseite.

Geeignete Räume sind auch der Keller oder der Dachboden. In diesen Räumen bekommen Ihre Bilder eine geheimnisvolle Atmosphäre, wodurch die Aufnahme spannender für den Betrachter ist.

Wie man Stillleben fotografiert: Das Licht vom Dachfenster und die authentischen Requisiten haben für den “Vintage” Look gesorgt.

Das Licht vom Dachfenster und die authentischen Requisiten haben für den “Vintage” Look gesorgt.
Canon EOS 6D, Canon EF 100 mm f/2.8 Macro USM, 1/200 s, f/2.8, ISO 3200, Brennweite 100 mm

3. Verwenden Sie Faltreflektoren

Auch Gegenstände müssen manchmal mithilfe eines Faltreflektors beleuchtet werden. Verwenden Sie den Faltreflektor immer dann, wenn die nicht beleuchtete Seite zu dunkel ist.

Im umgekehrten Fall können Sie nach einem schwarzen Stoff (oder auch schwarzen Karton) greifen. Hierdurch beschatten Sie die zu hellen Bereiche und verleihen den Gegenständen finstere Konturen.

4. Wählen Sie passende Requisiten aus

Machen Sie sich das Leben nicht schwer, indem Sie eine große Anzahl an Gegenständen fotografieren möchten. Für perfekte Stillleben-Aufnahmen reichen zwei Requisiten und eine Fläche auf der die Gegenstände stehen, völlig aus. Als Hintergrund verwenden Sie eine ganz gewöhnliche Wand, eine Leinwand oder ein Stück Karton.

Es ist wichtig, damit die Gegenstände miteinander kommunizieren. Zwei nebeneinanderstehende Vasen, werden ohne Einfallsreichtum uninteressant für den Betrachter wirken. Verbinden Sie scheinbar unvereinbare Dinge miteinander und erstellen Sie überraschende Beziehungen her. Oder Sie nutzen die Ähnlichkeit der Formen aus und bringen Harmonie in das Bild.

Legen Sie sich auch nicht gleich zu Beginn zu schwere Aufgaben zu, indem Sie beispielsweise gläserne oder glänzende Gegenständen fotografieren möchten. Greifen Sie lieber nach Objekten mit weniger komplizierten Oberflächen, wie zum Beispiel matte Keramiken, Porzellan, Ruten, Papier oder Holz.

Viele Inspirationen finden Sie in der Küche (z. B. Küchengeräte oder Essen).

Wie man Stillleben fotografiert: Eine ziemlich scharfe Sardine – Stillleben sollte die Betrachter auch überraschen können.

Eine ziemlich scharfe Sardine – Stillleben sollte die Betrachter auch überraschen können.
Canon EOS 6D, Canon EF 100 mm f/2.8 Macro USM, 1/125 s, f/11, ISO 100, Brennweite 100 mm

5. Einfachheit

Denken Sie beim Fotografieren an die Kompositionsregeln. Stillleben-Aufnahmen liegen der Goldene Schnitt und die Diagonalmethode.

Experimentieren Sie, aber glauben Sie mir, weniger ist mehr.

6. Suchen Sie nach der perfekten Aufnahme

Ein Vorteil der Stillleben-Fotografie ist, dass Sie Zeit für das Arrangieren der Aufnahme haben. Betrachten Sie Ihre Stillleben Inszenierung daher mit den Augen eines unabhängigen Kritikers.

  • Wird die Aufnahme gut beleuchtet?
  • Gibt es keine überhellen Bereiche im Bild?
  • Passt die Komposition?
  • Ist der Horizont gerade?

Vielleicht wird Sie dies überraschen, aber kaum ein anderes Fotogenre reagiert so empfindlich auf Fehler, wie die Stillleben-Fotografie. Fotografieren Sie daher von einem Stativ aus. Es ist die beste und schnellste Methode, wie man eventuellen Mängel vorbeugen kann und seine Absichten gekonnt umsetzt.

Wie man Stillleben fotografiert: Der Minimalismus steht Stillleben-Aufnahmen gut.

Der Minimalismus steht Stillleben-Aufnahmen gut.
Canon EOS 6D, Canon EF 100 mm f/2.8 Macro USM, 1/125 s, f/11, ISO 100, Brennweite 100 mm

Die Stillleben-Fotografie hat einen großen Vorteil: Sie können sie jederzeit Zuhause ausprobieren. Sie müssen nur nach einem ruhigen Moment Ausschau halten.

Letzte Änderung 30. Oktober 2018

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Autor: Kristina Ovečková

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