So fotografieren Sie Kulturveranstaltungen: Von der Vorbereitung bis zur finalen Auswahl

Lernen Sie, kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen oder Festivals zu fotografieren. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich vorbereiten, welche Ausrüstung Sie wählen sollten, wie Sie mit Licht und Umgebung umgehen und wie Sie die entscheidenden Momente und die Atmosphäre der gesamten Veranstaltung einfangen können.

Was Sie erfahren:

  • Wie man sich auf das Fotografieren eines Konzerts, einer Theateraufführung oder eines Festivals vorbereitet.
  • Welche Ausrüstung und Objektive für verschiedene Arten von Veranstaltungen geeignet sind.
  • Wie man mit Licht, Umgebung und Atmosphäre arbeitet.
  • Wie man entscheidende Momente und Emotionen einfängt.
  • Wie man eine Reportagereihe zusammenstellt, die eine Geschichte erzählt.
  • Wie man die besten Bilder auswählt und sie in einem einheitlichen Stil bearbeitet.

Vielleicht haben Sie selbst schon einmal die Situation erlebt, dass Sie gebeten wurden, ein Konzert, eine Theateraufführung oder eine Vernissage zu fotografieren, und dabei eine Mischung aus Begeisterung und leichter Nervosität verspürt haben. Beim Fotografieren von Kulturveranstaltungen geht es nicht nur um die Wahl der richtigen Kamera und der richtigen Objektive, sondern vor allem um die Fähigkeit, die Atmosphäre wahrzunehmen, einfühlsam zu sein, Momente vorauszusehen und schnell zu reagieren.

Ein Fotograf sollte nicht nur das Geschehen selbst, sondern auch die Umgebung wahrnehmen können. Bei einem Scooter-Konzert habe ich die Linien und Farben der Lichter beobachtet und den Sänger so in das Bild integriert, dass er zusammen mit dem Hintergrund ein interessantes geometrisches Bild ergab. Sony A7III, Tamron 28-75 f/2,8, 1/250 s, f2,8, ISO 500, 75mm.

So bereiten Sie sich auf das Fotografieren eines Kulturevents vor

Ein Großteil einer erfolgreichen Reportage entsteht bereits, bevor man überhaupt auf den Auslöser drückt. Es ist entscheidend, sich umfassend über den Ablauf der Veranstaltung zu informieren und die Bedingungen mit den Organisatoren zu klären. Man sollte genau wissen, was von einem erwartet wird, wo man sich aufhalten darf und ob es Momente gibt, die für die Veranstalter beim Fotografieren Priorität haben.

Ebenso wichtig ist es, sich über die Art der Nutzung der Fotos für beide Seiten sowie über die Vergütung zu einigen – dabei kann es sich um ein kostenloses Fotoshooting, einen bezahlten Auftrag oder beispielsweise um eine gegenseitige Tauschkooperation handeln.

Sie sollten wissen, welche Höhepunkte Sie beim Event erwarten können, und darauf vorbereitet sein. Hier die Präsentation eines neuen Albums. Sony A7III, Tamron 24-70 f/2,8, 1/160 s, f/2,8, ISO 2500, 29mm 

Wenn möglich, vereinbaren Sie auch einen Blick hinter die Kulissen , denn Aufnahmen von den Vorbereitungen können das Endergebnis wunderbar beleben. Es ist sehr hilfreich, frühzeitig vor Ort zu sein, sich umzuschauen und interessante Blickwinkel oder Orte mit guter Beleuchtung zu finden.

Lassen Sie sich auch von den Fotos der vergangenen Jahre inspirieren, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was Sie erwartet. Denken Sie nicht zuletzt an Ihre Kleidung – sie sollte dunkel und unauffällig sein, damit sie sich der Umgebung anpasst, aber gleichzeitig gesellschaftsfähig und bequem genug für den ganzen Tag sein.

Eine klare Absprache mit dem Veranstalter hilft Ihnen dabei, genau festzulegen, wo Sie sich bewegen dürfen. Je mehr Freiheit Sie haben, desto besser – so können Sie beispielsweise Aufnahmen von hinten von der Bühne machen. Sony A7III, Sony 28 + Vorsatzlinse, f/2, 1/200 s, f/2,8, ISO 12800, 21 mm
Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Hauptacts, sondern auch auf die Emotionen und Erlebnisse des Publikums.  Boskovice, Festival für das jüdische Viertel. Fujifilm X100V 35mm, 1/30 s, f/2,5, ISO 1600, 35mm 

Welche Ausrüstung sollte man für das Fotografieren von Kulturevents wählen

Bei der Ausrüstung gilt oft: Weniger ist mehr. Bei Kulturveranstaltungen ist eine leichte und einfache Ausrüstung von Vorteil, da Sie sich so auf das Geschehen konzentrieren können, anstatt sich ständig um die Ausrüstung kümmern zu müssen. Sehr praktisch sind zwei Kameragehäuse mit unterschiedlichen Objektiven, was Ihnen Zeit beim Objektivwechsel spart und zudem als Absicherung für den Fall eines Defekts dient.

Konzerte verlaufen meist schnell. Wenn ein Musiker auf Sie zukommt und Sie zwei Kameras dabei haben, reicht es, zur Kamera mit dem Weitwinkelobjektiv zu greifen, damit Ihnen kein Bild entgeht.  Sony A7III, Sony 24mm, f/1,4,  1/320 s, f/2,8, ISO 6400, 24mm

Die Wahl zwischen Zoomobjektiv und Festbrennweite hängt von Ihrem Stil ab. Zoomobjektive sind in beengten Verhältnissen vielseitiger, während Festbrennweiten eine bessere Bildqualität und Lichtstärke bieten, vom Fotografen jedoch mehr Bewegung erfordern. Wenn Ihre Kamera über einen leisen Modus verfügt, sollten Sie diesen unbedingt nutzen, um weder die Künstler noch das Publikum zu stören.

Denken Sie daran, dass man auch mit einer durchschnittlichen Kamera ein großartiges Foto machen kann, denn ein interessanter Moment ist oft wertvoller als beispielsweise perfekte Schärfe.

Denken Sie daran, den Fokus zu wechseln und im gesamten Bericht Gesamtansichten, Halbansichten und Details zu fotografieren. Detailaufnahme von einem Tee-Festival. Sony A7III, Tamron 28-75 f/2,8, 1/1600 s, f/2,8, ISO 640, 75mm

Für Lesungen im kleinen Kreis oder Theateraufführungen eignen sich lichtstarke Festbrennweiten (35 mm, 50 mm, 85 mm), die auch mit sehr schwachem Licht zurechtkommen. Bei Konzerten und dynamischen Veranstaltungen empfiehlt sich ein Zoomobjektiv mit 24–70 mm oder 70–200 mm Brennweite, eventuell auch Ultraweitwinkelobjektive. Vernissagen und gesellschaftliche Veranstaltungen erfordern oft größere Brennweiten (24–35 mm), die sowohl die Atmosphäre des Raumes als auch die Beziehungen zwischen den Menschen einfangen.

Scheuen Sie sich nicht, Ihren Bericht mit kreativen Fotos zu ergänzen; versuchen Sie doch einmal, einige Aufnahmen mit langer Belichtungszeit zu machen, wodurch Bewegungen verwischt werden. Bewegen Sie die Kamera und fotografieren Sie aus verschiedenen Perspektiven – aus der Froschperspektive oder umgekehrt aus der Vogelperspektive.

Ein Beispiel für kreatives Fotografieren und den Einsatz langer Belichtungszeiten sowie Bewegungsunschärfe. Aufnahme von einem Ball. Sony A7III, Sony 35mm, f/1,8, 1/13 s, f5,6, ISO 1250, 35mm
Ein Beispiel für kreatives Fotografieren: Sie können durch verschiedene Materialstrukturen und Gegenstände hindurch fotografieren. Sony A7III, Tamron 28-75, 1/800 s, f/3,2, ISO 250, 75mm 

Bei der Reportage geht es darum, eine Geschichte zu erzählen

Denken Sie beim Fotografieren daran, dass eine gute Reportage nicht nur aus einer Sammlung schöner Fotos besteht. Die gelieferte Bilderserie soll den Verlauf des gesamten Events erzählen, alle wesentlichen Aspekte zeigen und verschiedene Bildausschnitte kombinieren, damit der Betrachter das Gefühl bekommt, Teil des Geschehens gewesen zu sein.

Wechseln Sie zwischen Weitwinkelaufnahmen, die die Atmosphäre einfangen, und Halbansichten sowie Detailaufnahmen ab. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Menschen, sondern richten Sie den Fokus auch auf Details der Dekoration, Musikinstrumente, Muster auf der Kleidung und Ähnliches. So wird Ihre Bilderserie abwechslungsreich und visuell interessant.

Benimmregeln beim Fotografieren von Kulturevents

Das Verhalten des Fotografen ist sehr wichtig. Seien Sie freundlich zu den Menschen, denn sobald sie Ihre positive Energie spüren, werden sie sich entspannen und Ihnen erlauben, näher zu kommen, wodurch Sie sie viel natürlicher einfangen können. Bewegen Sie sich im Raum mit Respekt gegenüber den Zuschauern und verhalten Sie sich auch gegenüber anderen Fotografen kollegial.

Die Auswahl an Fotos sollte abwechslungsreich sein. Aufnahmen von einem Tee-Festival.

Auswahl der Fotos und Nachbearbeitung: Vollendung der Atmosphäre der Veranstaltung

Sie sollten keine zu ähnlichen Fotos in die endgültige Bilderserie aufnehmen – was leider oft vorkommt. Eine Reportage-Fotoserie sollte eine Geschichte erzählen und den Betrachter durch die gesamte kulturelle Veranstaltung führen, anstatt ihn mit zweihundert fast identischen Fotos zu langweilen.


Bei der Nachbearbeitung empfehle ich, auf Konsistenz zu achten – die Serie sollte einen einheitlichen Eindruck hinterlassen. Die Anpassungen sollten das, was Sie gesehen haben, unterstreichen, anstatt die Bilder komplett zu verändern. Wenn Sie Presets verwenden, sollten Sie diese innerhalb einer Datei nicht wechseln.

Für die Auswahl der besten Fotos eignet sich Zoner Studio hervorragend, da Sie dort ein Bewertungssystem mit Sternen oder farbigen Markierungen verwenden können. Außerdem können Sie in Zoner Studio die Funktion zum Vergleich ähnlicher Fotos nutzen und daraus das beste auswählen.

FAQ

Welche Kamera eignet sich für das Fotografieren von Kulturevents?

Ideal ist eine Kamera mit guter Leistung bei hohen ISO-Werten und schnellem Autofokus. Ein weiterer Vorteil ist der leise Modus, der den Ablauf der Veranstaltung nicht stört.

Welche Objektive eignen sich für Konzerte und Festivals?

Am häufigsten werden lichtstarke Zoomobjektive (24–70 mm, 70–200 mm) und Festbrennweitenobjektive (35 mm, 50 mm, 85 mm) verwendet, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse liefern.

Wie fotografiert man bei schlechten Lichtverhältnissen?

Erhöhen Sie den ISO-Wert, verwenden Sie ein lichtstarkes Objektiv und versuchen Sie, das vorhandene Licht (Scheinwerfer, Bühnenbeleuchtung) zu nutzen. Auch ein stabiler Stand oder eine kürzere Verschlusszeit können helfen.

Wie fängt man die Atmosphäre des Events ein?

Kombinieren Sie Gesamtansichten, Details und Momentaufnahmen von Menschen. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das Hauptprogramm, sondern auch auf die Reaktionen des Publikums und die Details der Umgebung.

Wie viele Fotos soll man dem Kunden übergeben?

Lieber eine kleinere, sorgfältig zusammengestellte Auswahl als Hunderte ähnlicher Aufnahmen. Die fertige Serie sollte abwechslungsreich sein und die Geschichte der gesamten Veranstaltung erzählen.

Wie bearbeitet man Fotos von Kulturveranstaltungen?

Achten Sie auf einen einheitlichen Bearbeitungsstil, übertreiben Sie es nicht mit den Effekten und versuchen Sie, die natürliche Atmosphäre von Licht und Farben zu bewahren.

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