So fotografieren Sie Kinder bei schlechten Lichtverhältnissen: Praktische Tipps für scharfe Fotos

Das Fotografieren von Kindern in Innenräumen oder bei schlechten Lichtverhältnissen ist oft eine echte Herausforderung – Kinder sind ständig in Bewegung, es ist zu dunkel und die Fotos werden oft unscharf. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Kinder sowohl ohne als auch mit Blitz fotografieren, wie Sie die Kamera einstellen und wie Sie das Licht so nutzen, dass die Bilder natürlich wirken.

Was Sie erfahren

  • Wie man Kinder bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert.
  • Wie man natürliches (dauerhaftes) Licht im Innenraum nutzt.
  • Wie man sich mit kleinen Lichtquellen (Taschenlampe, Tischlampe) behelfen kann.
  • Wie man die Kamera einstellt, damit die Bilder nicht unscharf werden.
  • Wann es sinnvoll ist, einen hohen ISO-Wert einzustellen, und warum man keine Angst davor haben muss.
  • Wie man den Systemblitz in verschiedenen Situationen einsetzt.
  • Wie man Blitzlicht und Umgebungslicht kombiniert, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen.

Das größte Problem beim Fotografieren von Kindern ist weniger die Technik als vielmehr die Kombination aus Bewegung und Lichtmangel. Die gute Nachricht ist, dass man auch unter diesen Bedingungen scharfe und stimmungsvolle Aufnahmen erzielen kann – man muss nur wissen, wie man mit dem Licht und den Kameraeinstellungen umgeht und wann man den Blitz einsetzen sollte.

Wie man Kinder ohne Blitz fotografiert (Dauerlicht)

Dauerlicht umfasst alles, was ständig leuchtet: Tageslicht durch das Fenster, Lampen im Innenraum oder verschiedene Lichtquellen, die sich im Raum befinden. Der Vorteil liegt auf der Hand – man fotografiert genau das, was man sieht. Der Nachteil ist hingegen, dass man die Leistung in der Regel nicht wesentlich steigern kann.

Wenn das Licht für das Fotoshooting also tatsächlich nicht ausreicht, gibt es zwei Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Die erste besteht darin, die Lichtquelle direkt zu nutzen und das Kind davor zu platzieren. Dadurch entstehen Silhouetten oder ein markantes Gegenlicht, was sehr effektvoll und stimmungsvoll wirken kann.

Eine Silhouette nach Sonnenuntergang – andere Möglichkeiten gab es im Grunde genommen nicht mehr…

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, eine kleine Lichtquelle hinzuzufügen, die das Wesentliche beleuchtet. Das muss nichts Anspruchsvolles sein. Im Gegenteil – je natürlicher sich das Licht in die Situation einfügt, desto besser wirkt das Foto.

Hier liegt eine Taschenlampe im Buch, die das Gesicht so beleuchtet, dass es zum Mittelpunkt der Bildkomposition wird.
Die Lampe in Form eines Buches hat das Mädchen für einen Moment beschäftigt. Das Ergebnis: beleuchtete Wangen und sanfte Details im Hintergrund.

Sehr gut funktioniert zum Beispiel eine einfache Taschenlampe in der Hand des Kindes. Es kann damit auf den Boden oder auf einen Gegenstand leuchten, und Sie nutzen einfach das Licht, das es selbst erzeugt. Ähnlich kann eine Lampe in Form eines Buches dienen, ein Licht, das in einer Schachtel versteckt ist, in der das Kind etwas sucht, oder jede andere kleine Lichtquelle, die in Ihrer Szene Sinn ergibt.

Manchmal muss man gar nicht unbedingt auf das Gesicht fokussieren – auch stimmungsvolle Fotos haben ihren Reiz.

So stellen Sie die Kamera ein, wenn Sie Kinder ohne Blitz fotografieren

Was die Kameraeinstellungen angeht, ist es am praktischsten, mit Verschlusszeitpriorität zu fotografieren. Unser größter Feind in dieser Situation ist nämlich die Bewegungsunschärfe. Ein Kind bewegt sich ständig, und wenn Sie die Verschlusszeit zu lang wählen, wird das Foto unscharf. Halten Sie die Belichtungszeit daher ausreichend kurz (nicht länger als 1/160 s) und finden Sie sich damit ab, dass der ISO-Wert unweigerlich steigen wird. Moderne Kameras kommen mit einer höheren Empfindlichkeit viel besser zurecht als früher, und ein leichtes Rauschen ist bei solchen Aufnahmen definitiv ein geringeres Problem als ein unscharfes Bild.

Im Zoo muss man mit dem vorhandenen Licht zurechtkommen. Ein netter Schnappschuss, allerdings mit deutlichem Bildrauschen.

TIPP: Lichtstarke Objektive sind nicht immer die Lösung. Wenn Sie mit der größten Blendenöffnung fotografieren, ist die Schärfentiefe gering. Manchmal so gering, dass Sie das Auge nicht richtig treffen. Und wenn mehrere Kinder im Bild sind, müssen Sie sich entscheiden, welches davon scharf abgebildet werden soll.

Eine größere Blendenöffnung rettet zwar die Belichtung, jedoch besteht die Gefahr, dass Sie sich entscheiden müssen, welches Kind scharf abgebildet werden soll. Keine besonders gute Lösung, wenn Sie eine Reportage mit mehreren Kindern fotografieren…

So fotografieren Sie Kinder mit Blitz

Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz eines Blitzes. In der Praxis handelt es sich dabei meist um einen Systemblitz, der an der Kamera angebracht ist. Dieser bietet Ihnen viel mehr Kontrolle über die Lichtmenge, erfordert aber gleichzeitig eine etwas andere Herangehensweise.

Grundsätzlich können zwei verschiedene Situationen auftreten.

Die erste ist, wenn Sie genau wissen, an welcher Stelle etwas Interessantes passieren wird – zum Beispiel, wenn ein Kind am Tisch sitzt, mit Bauklötzen oder an einer Stelle spielt. In diesem Fall können Sie den Blitz so ausrichten oder platzieren, dass er genau diesen Teil der Szene beleuchtet.

Wenn Sie den integrierten Blitz nach oben richten und im Hintergrund etwas Leuchtendes haben, wirkt das Ergebnis nicht billig.

TIPP: Ein Fernauslöser für den Blitz kann eine gute Lösung sein, wenn Sie ein stärkeres Licht benötigen, dieses aber nicht direkt von vorne kommen soll. An die Kamera können ein oder mehrere Systemblitze angeschlossen werden.

Die zweite Situation ist wesentlich chaotischer. Typische Beispiele sind eine Weihnachtsfeier im Kindergarten, ein Kindergeburtstag oder jede größere Veranstaltung, bei der die Kinder überall herumlaufen und man keine Möglichkeit hat, genau zu kontrollieren, wohin sie sich bewegen. In solchen Momenten ist es am einfachsten, das Licht des Systemblitzes von der Decke oder den Wänden reflektieren zu lassen.

Das von der Decke reflektierte Licht des Systemblitzes wirkt zwar nicht besonders auffällig, garantiert Ihnen aber, dass Ihnen kein Schnappschuss entgeht.

Das reflektierte Licht ist weicher und natürlicher als ein direkter Blitz. Man muss jedoch einige Dinge beachten. Eine große Rolle spielt die Deckenhöhe. Ist die Decke zu hoch oder sogar dunkel oder schwarz, wird das Licht fast gar nicht zu Ihnen zurückgeworfen. Umgekehrt kann eine sehr niedrige Decke dazu führen, dass das Licht zu punktförmig zurückgeworfen wird – das Motiv wird leicht überbelichtet und der Rest der Szene bleibt unterbelichtet.

Auch die Farbe der reflektierenden Fläche spielt eine wichtige Rolle. Das Licht nimmt nämlich deren Farbton an. Wenn Sie den Blitz also beispielsweise von einer kräftig gefärbten Wand reflektieren, färbt sich das resultierende Licht dementsprechend auf dem Foto.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren von Kindern mit Blitz

Beim Fotografieren mit Blitz muss man auch die technischen Grenzen berücksichtigen. Die Belichtungszeit darf in den meisten Fällen nicht kürzer als 1/160 s sein, da sonst ein dunkler, unbeleuchteter Streifen auf dem Bild erscheint (Anmerkung der Redaktion: Der dunkle Streifen entsteht aufgrund der Blitzsynchronisationszeit – informieren Sie sich über die Synchronisationszeit Ihres Blitzes und verwenden Sie keine kürzere).

Sie können aber auch eine längere Belichtungszeit verwenden. Und genau hier haben Sie Spielraum für Kreativität. Eine längere Belichtungszeit sorgt nämlich dafür, dass der Hintergrund und das Umgebungslicht auf dem Foto besser zur Geltung kommen. Das Ergebnis wirkt dann nicht wie ein typischer „Blitz-Schnappschuss“, sondern hat eine natürlichere Atmosphäre.

Hier habe ich zwei Systemblitze verwendet: einen von oben, den anderen von hinten. Durch die längere Belichtungszeit (1/10 s) kommen die Lichter im Hintergrund besonders gut zur Geltung.

Es kommt sehr darauf an, welchen Effekt Sie erzielen möchten und wie experimentierfreudig Sie sind. Manchmal ist eine kurze Belichtungszeit ideal, um die Bewegung des Kindes einzufrieren, während eine längere Belichtungszeit interessanter sein kann, um die Umgebung und die Atmosphäre der gesamten Szene zur Geltung zu bringen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Fotografieren von Kindern bei ungünstigen Lichtverhältnissen

Wie fotografiert man Kinder zu Hause ohne Blitz?

Nutzen Sie das natürliche Licht aus dem Fenster oder kleine Lichtquellen in der Szene. Wichtig ist, eine kurze Belichtungszeit einzustellen und keine Angst vor einer höheren ISO-Einstellung zu haben.

Welche Belichtungszeit sollte man beim Fotografieren von Kindern in Innenräumen wählen?

Im Idealfall mindestens 1/125 s oder kürzer, um Bewegungsunschärfe zu minimieren.

Welche ISO-Einstellung eignet sich noch für Aufnahmen von Kindern?

Moderne Kameras kommen auch mit ISO-Werten von 1600 bis 12 800 zurecht. Ein wenig Rauschen ist besser als ein unscharfes Foto.

Wann sollte man beim Fotografieren von Kindern einen Blitz einsetzen?

Wenn es wirklich sehr dunkel ist oder Sie eine Bewegung einfrieren möchten. Beleuchten Sie die Szene am besten durch Reflexion an der Decke oder an der Wand, um ein natürlicheres Licht zu erzielen.

Wie fotografiert man Kinder mit Blitz, ohne dass die Bilder zu hart wirken?

Lassen Sie das Licht von der Decke oder einer Wand reflektieren, anstatt es direkt strahlen zu lassen.

Wie verhindert man, dass Fotos von Kindern unscharf werden?

Verwenden Sie eine kurze Belichtungszeit, halten Sie die Kamera ruhig und setzen Sie gegebenenfalls einen Blitz ein.

Ist ein lichtstarkes Objektiv beim Fotografieren von Kindern besser?

Es hilft zwar, allerdings hat es eine geringe Schärfentiefe. Bei einer größeren Gruppe von Kindern kann es schwierig sein, alle scharf abzubilden.

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AutorGalina Gordeeva

Fotografin, Dozentin, Redakteurin. Sie beschäftigt sich seit 2004 mit Fotografie. Derzeit ist sie Leiterin des Magazins Digitale Fotografie, schreibt Artikel über Fotografie, unterrichtet, leitet eine Fotografie-Akademie in Prag und kreiert weiterhin ihre eigenen Werke. Auf Experimente kann sie nicht verzichten, weshalb sie sich in den letzten Jahren verstärkt experimentellen Techniken, insbesondere der Luminografie, widmet. Sie ist in der tschechischen und internationalen Lightpainter-Community anerkannt und ihre mit Licht gemalten Bilder gewinnen regelmäßig Preise bei internationalen Wettbewerben.

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