So fotografieren Sie Feuer: 3 effektvolle Techniken und die wichtigsten Sicherheitstipps

Die Feuer-Fotografie zählt zu den eindrucksvollsten fotografischen Techniken. Wir zeigen Ihnen drei bewährte Methoden, wie Sie Feuer fotografieren – von der Feuerexplosion über Flammen in den Händen bis hin zum Feuerstab für Langzeitbelichtungen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie die Kamera richtig einstellen und vor allem, wie Sie beim Fotografieren sicher vorgehen.

Was Sie erfahren

  • Wie Sie die Kamera für die Feuer-Fotografie einstellen.
  • Wie Sie eine Feuerexplosion fotografieren.
  • Wie Sie Feuereffekte auch ohne Fire-Show erzeugen.
  • Wie Sie Flammen sicher in den Händen fotografieren.
  • Wie Sie einen Feuerstab für Langzeitbelichtungen einsetzen.
  • Wie Sie beim Fotografieren von Feuer für Sicherheit sorgen.

Feuer ist ein Element, das auf Fotos stark wirkt und die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seine Bedeutung für den Menschen ist seit jeher enorm – es war eine Wärmequelle, diente zum Kochen, zur Metallverarbeitung und zum Glasschmelzen … Gleichzeitig ist es aber auch gefährlich, weshalb wir es mit der Hölle, mit Leidenschaft oder mit unkontrollierter Energie verbinden.

Fotos mit Flammen übernehmen diesen Kontext automatisch, und genau deshalb lohnt es sich, das Fotografieren mit Feuer einmal auszuprobieren. Welche grundlegenden Ansätze es gibt, worauf Sie bei der Sicherheit achten sollten und wie Sie die Technik einstellen – all das gehen wir gemeinsam durch. Und noch ein kleiner Tipp: Feuer sieht auch im Video großartig aus. Filmen Sie also ruhig während des Fotografierens mit und schneiden Sie daraus anschließend knackige Reels.

So fotografieren Sie eine Feuerexplosion

Feuer ist von Natur aus heftig, beweglich und unberechenbar. Wenn Sie Feuerspucken oder eine andere Art von Explosion fotografieren, brauchen Sie zur Erfassung der Struktur eine wirklich kurze Belichtungszeit – ruhig bis zu etwa 1/8000 s.

Stellen Sie die Kamera schon vorher ein, denn Sie arbeiten im Dunkeln oder Halbdunkel, wo der Autofokus oft versagt. Fokussieren Sie das Objekt noch vor dem Anzünden und schalten Sie den Autofokus aus. Wählen Sie zur Sicherheit eine größere Schärfentiefe, etwa um f/8. Ideal ist die Verwendung einer ultraschnellen Serienaufnahme – aus mehreren Aufnahmen wählen Sie dann einfach die eindrucksvollste aus.

Diese Aufnahme entstand aus einer Kombination von zwei Aufnahmen mit kurzer und langer Belichtungszeit. Die Textur der Explosion erforderte eine kurze Belichtungszeit, die Feuerspuren dagegen eine lange.

So erzeugen Sie beim Fotografieren eine Feuerexplosion

Große Feuereffekte entstehen durch den Kontakt einer Flamme mit einer in der Luft zerstäubten brennbaren Substanz. Bei einer Feuershow spuckt der Feuergaukler einen feinen Nebel aus brennbarer Flüssigkeit über eine Fackel – er entzündet sich sofort und erzeugt eine typische Stichflamme. Rechnen Sie damit, dass sie wirklich groß ausfallen kann, und lassen Sie in der Komposition genug Platz.

Wenn Sie aber keine Show, sondern zum Beispiel ein Produkt im Studio fotografieren, können Sie einen ähnlichen Effekt selbst erzeugen. Das Prinzip ist dasselbe. Verstecken Sie hinter dem Objekt eine brennende Kerze und verwenden Sie als Brennstoff zum Beispiel Lampenöl (es riecht weniger stark als Diesel), Deodorant oder Nagellackentferner, den Sie in eine Sprühflasche füllen. Stellen Sie die Kamera auf ein Stativ, fokussieren Sie, schalten Sie den Autofokus aus, nehmen Sie einen Fernauslöser zur Hand und beginnen Sie mit der Serienaufnahme, sobald Sie den Brennstoff über die Kerze versprühen.

Diese Szene entstand, indem ich ein Fläschchen an einem Draht befestigte und dahinter eine Kerze anzündete, auf die ich anschließend Nagellackentferner sprühte. Dafür eignet sich jede brennbare Flüssigkeit, auch Lampenöl.

So beleuchten Sie eine Szene mit Feuerexplosion

Feuer ist eine so starke Lichtquelle, dass es in den meisten Fällen ausreicht, um die gesamte Szene zu beleuchten. Wenn Sie das Bild aber bereichern und das warme Orange zum Beispiel durch kühleres Licht ausgleichen möchten, sind die Möglichkeiten begrenzt. Ein Blitz kann bei so kurzen Belichtungszeiten (über 1/250 s) keine Rolle mehr spielen. Dauerlicht wie LED oder RGB wiederum hat nicht genug Leistung, um sich bei extrem kurzer Belichtung bemerkbar zu machen.

Verwenden können Sie leistungsstarke taktische Taschenlampen (um die 2000 Lumen), die durchaus eine Chance haben, sich im Bild bemerkbar zu machen. Denken Sie daran, dass es sich um hartes, punktuelles Licht handelt, und leuchten Sie nicht von vorne. Die zweite Variante ist das Fotografieren bei Tageslicht – idealerweise bei bewölktem, weichem Wetter. Details außerhalb der Flamme zeichnen sich dann ab, und die Farben passen Sie anschließend bei der Bearbeitung an.

Die Szene beleuchtete ich mit drei starken Taschenlampen, die Belichtungszeit ist extrem kurz.

TIPP: Der Umgang mit Feuer ist im Freien generell sicherer. Wenn Sie zu Hause oder im Studio bleiben müssen, seien Sie maximal vorsichtig. Im Umkreis von mindestens einem Meter sollte nichts leicht Brennbares liegen – keine Vorhänge, Diffusorstoffe und keine Hintergründe aus Papier oder Kunststoff. Bevor Sie mit dem Fotografieren beginnen, stellen Sie einen Eimer Wasser bereit und halten Sie ein nasses Handtuch griffbereit. Im Idealfall benötigen Sie am Ende beides gar nicht.

So fotografieren Sie Flammen in den Händen

Möchten Sie einem Porträt mit Feuer das gewisse Etwas verleihen, ohne es in der Postproduktion zu lösen? Es gibt einen Trick, bei dem das Model die Flamme direkt in den Händen hält. Das sieht dramatisch aus, und bei richtigem Vorgehen brennt es nicht so stark, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Die Basis ist eine Seifenlauge – idealerweise mit Spülmittel, das stabilere Blasen erzeugt. Die zweite Zutat ist ein brennbares Gas, wie es üblicherweise in Feuerzeugen verwendet wird (alternativ Deo-Spray). Rühren Sie das Spülmittel in eine Schüssel mit Wasser ein, tauchen Sie die Gasquelle hinein und lassen Sie das Gas vorsichtig einströmen, sodass sich auf der Oberfläche Blasen bilden. Je größer die Blasen sind, desto größer wird die Flamme.

Selbst eine große Flamme verbrennt dem Model nicht die Hände, wenn es sie schnell abschüttelt.

Das Model taucht die Hände ins Wasser, nimmt die Blasen auf, streckt die Hände vor sich aus, und Sie zünden die Blasen an. Das Feuer brennt meist nur 2 bis 8 Sekunden – in dieser Zeit wird es an den Händen noch nicht zu heiß. Sobald die Wärme unangenehm wird, genügt eine schnelle Bewegung, um die Seifenlösung abzuschütteln.

Achten Sie beim Fotografieren von Feuer auf einen dunklen Hintergrund, sonst geht das Feuer auf dem Foto unter.

Auch hier gilt: Sicherheit steht an erster Stelle. Binden Sie lange Haare immer nach hinten. Wählen Sie eher feste Kleidung mit kürzeren Ärmeln. Vorsicht auch bei künstlichen Wimpern, die durch die Hitze beschädigt werden können. Und noch einmal: Halten Sie ein nasses Handtuch bereit, um das Feuer im Bedarfsfall sofort zu löschen.

Der Feuerstab: Feuer für die Langzeitbelichtung fotografieren

Das ist ein Werkzeug für wirklich mutige Pyromanen. Ein großes, offenes Feuer, das lodert und brennt – und Sie halten es dabei in der Hand und können damit zeichnen. Es drehen, um das Objekt kreisen, eine Feuerwand malen … Es ist eine sehr starke Lichtquelle, rechnen Sie also damit, dass jedes zusätzliche Licht, mit dem Sie die Szene aufhellen, ausreichend Leistung haben muss, um gegen das Feuer anzukommen.

Das Model wird durch das Feuer beleuchtet, der Rest der Szene ist natürliches Licht vom Himmel.

Die Basis des Feuerstabs sollte aus Metall sein, idealerweise Aluminium – es ist leicht und lässt sich gut verarbeiten. Aluminiumrohre bekommen Sie in Feuershow-Geschäften oder Baumärkten. Eine Länge von 75 bis 150 Zentimetern hat sich in der Praxis für mich am besten bewährt.

Ich habe auch einen neu angefertigten, zwei Meter langen Stab, der in der Handhabung etwas anspruchsvoller ist.

Die zweite wichtige Komponente ist Kevlar. Dabei handelt es sich um ein hitzebeständiges Material, das üblicherweise bei Schutzkleidung verwendet wird. In unserem Fall dient es zum Umwickeln des Stabs. Kevlar saugt den Brennstoff (Petroleum oder Lampenöl) auf, brennt ohne Beschädigung ab und ist nach dem Verlöschen sofort wieder einsatzbereit.

Im Vergleich zu anderen Materialien, mit denen sich der Stab umwickeln ließe – etwa Papier oder Naturstoff –, ist Kevlar deutlich sicherer. Es zerfällt nicht, und es fliegen keine brennenden Stücke davon. Wenn Sie ein Kevlarband verwenden, wickeln Sie es um den Stab und vernähen Sie die Kanten mit Kevlarfaden. Ein Kevlarschlauch wird nur aufgezogen, muss aber an den Enden gut fixiert werden, damit er an Ort und Stelle bleibt.

Der Kreis muss nicht geschlossen sein. Wenn er oben offen bleibt, erinnert das Ergebnis ein wenig an Flügel.

So stellen Sie die Kamera für die Feuer-Fotografie ein

Die Kameraeinstellungen unterscheiden sich von gewöhnlichen Situationen vor allem dadurch, dass Sie mit einer sehr starken Lichtquelle arbeiten. Schließen Sie die Blende deshalb eher, ruhig auf f/11 bis f/16. Es hat sich bewährt, den Weißabgleich auf „Glühlampe“ einzustellen, damit die Aufnahme nicht übermäßig ins Orange geht. Wenn Sie das Model mit einem Blitz aufhellen, vergessen Sie nicht, einen warmen Filter darauf zu setzen, sonst weichen die Farben unnatürlich voneinander ab.

Um einen Kreis hinter dem Model zu zeichnen, genügen ein paar Sekunden.

Wenn Sie einen Menschen fotografieren, achten Sie auf Bewegung. Auch wenn Sie ihn mit dem Blitz „einfrieren“, fällt das Licht des Feuers während der gesamten Belichtungszeit auf ihn, sodass sich jede Bewegung auf dem Foto bemerkbar macht.

TIPP: Damit Sie sich bei der Arbeit mit dem Feuerstab nicht die Hände verbrennen, besorgen Sie sich Kevlarhandschuhe. Achten Sie nur darauf, dass kein Brennstoff darauf gelangt.

FAQ

Wie stellt man die Kamera für die Feuer-Fotografie ein?

Verwenden Sie eine sehr kurze Belichtungszeit, ruhig um die 1/8000 s, und eine Blende um f/8. Fokussieren Sie noch vor dem Anzünden und schalten Sie den Autofokus aus, da er im Dunkeln oder Halbdunkel oft unzuverlässig ist. Die besten Ergebnisse liefert eine ultraschnelle Serienaufnahme.

Wie erzeugt man eine Feuerexplosion ohne Fire-Show?

Verstecken Sie hinter dem fotografierten Objekt eine brennende Kerze und verwenden Sie als Brennstoff eine brennbare Flüssigkeit, zum Beispiel Lampenöl oder Nagellackentferner, den Sie in eine Sprühflasche füllen. Stellen Sie die Kamera auf ein Stativ, fokussieren Sie vorher und starten Sie die Serienaufnahme in dem Moment, in dem Sie den Brennstoff über die Flamme versprühen.

Ist es sicher, Flammen in den Händen zu fotografieren?

Wenn Sie sich an die Anleitung halten, ja. Die Flamme aus mit Gas gefüllten Seifenblasen brennt nur 2 bis 8 Sekunden, sodass es an den Händen nicht zu heiß wird. Trotzdem müssen die Sicherheitsregeln eingehalten werden – lange Haare zusammenbinden, feste Kleidung wählen und für den Notfall ein nasses Handtuch griffbereit haben.

Woraus stellt man einen Feuerstab für die Langzeitbelichtung her?

Die Grundlage bildet ein leichtes Aluminiumrohr mit einer Länge zwischen 75 und 150 Zentimetern, das mit hitzebeständigem Kevlar umwickelt ist. Kevlar saugt Brennstoff wie Petroleum oder Lampenöl auf und brennt nach dem Anzünden sicher und wiederholt ohne Beschädigung ab.

Wie fotografiert man Feuer sicher?

Entscheidend ist die Prävention – gehen Sie mit Feuer möglichst im Freien um, entfernen Sie im Umkreis von mindestens einem Meter brennbare Materialien und halten Sie stets Wasser und ein nasses Handtuch bereit. Beim Fotografieren mit einem Model achten Sie zusätzlich darauf, feste Kleidung zu wählen und die Haare zusammenzubinden.