Schmutz und fehlerhafte Pixel

Es gibt viele Möglichkeiten eine Aufnahme zu ruinieren. Manchmal sind auch der Schmutz oder Fehler in der Elektronik der Auslöser. Wie entdeckt man jedoch diese Mängel und was kann man dagegen machen?

Natürlich werde ich hier nur über „einfach“ zu beseitigende Mängel berichten und nicht über Fälle, wo die Fotokamera auf den Boden fällt und einen Bruch erleidet. In diesem Fall ist nämlich der Besuch des Reparaturdienstes (oder des Recyclinghofes) unausweichlich.

Unter einfach zu beseitigende Mängel sind beispielsweise der Staub auf einem Objektiv bzw. fehlerhafte Pixel auf dem Sensor zu verstehen.

Der Staub ist überall

Der meiste Staub legt sich vorne auf der Linse des Objektivs ab. Falls Sie einen UV Filter oder einen anderen Filter verwenden, dann ändert sich hierbei nichts, da die Staubschicht lediglich um ein Glas nach vorne verschoben wird.

Falls Sie eine Fotokamera mit wechselbaren Objektiven verwenden, dann ist es mehr als wahrscheinlich, dass sich mit der Zeit auch Staubablagerungen auf dem hintern Teil des Objektivs sowie dem Sensor ansiedeln.

Der Grund warum Sie lieber regelmäßig den Staub entfernen sollten, wird auf der folgenden Aufnahme sichtbar:

Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/80 s, F8, ISO 100, Brennweite 16 mm

Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/80 s, F8, ISO 100, Brennweite 16 mm

Falls es Ihnen nicht aufgefallen ist, dann hier noch mal mit einer Beschriftung:

Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/80 s, F8, ISO 100, Brennweite 16 mm

Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/80 s, F8, ISO 100, Brennweite 16 mm

Die Sonnenstrahlen dringen durch das Objektiv und stoßen hierbei auf feine Staubkörnchen. Die Staubpartikel verhalten sich durch die Sonnenstrahlen wie weitere Lichtquellen. Ferner enthüllt der blaufarbige Himmel bestimmte Mängel am Sensor. Natürlich spielt hier auch die höhere Blendenzahl F8.

Eine andere Möglichkeit, den Staub zu visualisieren ist das Fotografieren gegen Licht. Das Licht verteilt sich somit auf eine große Fläche und somit erhalten wir eine Art Abdruck des Objektives. Die schwarzen Punkte auf dem Bild sind ein Hinweis auf Staub auf der Linse:

Canon 5D Mark III, Canon EF 70-200/2.8 IS II, 1/6 s, F2,8, ISO 100, Brennweite 200 mm

Canon 5D Mark III, Canon EF 70-200/2.8 IS II, 1/6 s, F2,8, ISO 100, Brennweite 200 mm

Diese Mängel kann man sicherlich mit einer Fotosoftware beseitigen – der Preis hierfür ist jedoch der Zeitaufwand für die Fehlerkorrektur am Computer. Diese können Sie sicherlich besser nutzen und daher sollte man dem vorbeugen.

Ist ein Himmel notwendig?

Falls gerade nicht die Möglichkeit haben einen blauen Himmel zu fotografieren, dann eignet sich auch eine weiße Wand. Nutzen Sie bei der Aufnahme die höchste Blendenzahl, bspw. F22 und bewegen Sie bei der Aufnahme Ihre. Hierdurch erhält die Wand eine einheitliche Farbe, der Staub bleibt jedoch weiterhin scharf.

Aufnahme einer Wand mit wilden Bewegungen mit der Kamera. Canon 5D Mark III, Canon EF 24-70/2.8, 13 s, F22, ISO 100, Brennweite 64 mm

Aufnahme einer Wand mit wilden Bewegungen mit der Kamera.
Canon 5D Mark III, Canon EF 24-70/2.8, 13 s, F22, ISO 100, Brennweite 64 mm

Zur besseren Identifikation von Staub eignen sich Softwarebearbeitungen wie beispielsweise die Funktion Kurven im Modul Editor in Zoner Photo Studio X (Gruppe Einstellen rechts). Durch die Anwendung erhalten wir schnell ein ähnliches Bild:

Durch die Verwendung der Kurve wird das Problem sichtbarer. Canon 5D Mark III, Canon EF 24-70/2.8, 13 s, F22, ISO 100, Brennweite 64 mm

Durch die Verwendung der Kurve wird das Problem sichtbarer.
Canon 5D Mark III, Canon EF 24-70/2.8, 13 s, F22, ISO 100, Brennweite 64 mm

Der Vollständigkeit halber möchte ich hinzufügen, dass man für die Bearbeitung lediglich die Randpunkte auf der Kurve verschieben muss:

Die Bearbeitung mit Kurven in Zoner Photo Studio.

Die Bearbeitung mit Kurven in Zoner Photo Studio.

Objektiv reinigen

Falls Ihr Objektiv verstaubt ist oder Fingerabdrücke aufweist, dann ist die Reinigung mit einem Mikrofasertuch am einfachsten. Der Vorteil ist, dass sie fast überall erhältlich sind und für Fotografen gibt es noch kleinformatige Mikrofasertücher, womit sie optimal in die Tasche passen.

Kleine Mikrofasertücher im Format 10x10 cm.

Kleine Mikrofasertücher im Format 10×10 cm.

Ich habe bereits gelesen, dass der gläserne Teil des Objektivs eine Anti-Reflexschicht enthält. Diese soll man angeblich leicht verkratzen können, aber ich persönlich bin da anderer Meinung. Sie müssen keine Angst haben, dass Sie bei der Reinigung das Objektiv mit einem Tuch beschädigen. Dennoch müssen Sie darauf achten, dass auf dem Tuch keine Sandkörner, Metallpartikel oder sonstige harte Teilchen vorhanden sind. Hiermit können Sie nämlich schnell das Objektiv verkratzen. Daher sollten Sie das Objektiv wirklich nur reinigen, wenn es nötig ist.

Eine Alternative ist der sogenannte Lens Pen bzw. Reinigungsstift. Der Stift ist ziemlich praktisch und befreit das Objektiv vom Schmutz.

Lens Pen.

Lens Pen.

Die schonendste Methode ein Objektiv zu reinigen ist der Blasebalg bzw. die Klistierspritze (Apotheke), die in Fotogeschäften erhältlich sind. Durch den Luftstoß können Sie jedoch nur größere Staubkörnchen entfernen und Fingerabdrücke müssen somit mit einem anderen Hilfsmittel beseitigt werden.

Blasebalg.

Blasebalg.

Sie müssen es mit dem Reinigen nicht übertreiben. Manchmal entdecken wir zwar Staub, aber oftmals bemerken wir ihn kaum bei der Aufnahme.

Reinigung des Sensors

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass der Sensor bei der Wandaufnahme nicht verschmutzt war. Es handelt sich hierbei um gewöhnliche Verschmutzungen, die Sie beim Fotografieren oftmals gar nicht bemerken. Als Reinigungsinstrument wird von den meisten Herstellern nur der Blasebalg empfohlen. Dies sollten Sie beachten.

Die richtige Technik

Reinigen Sie Ihre Kamera in einem möglichst staubfreien Raum (nie im Außenbereich!) und natürlich muss hierfür auch das Objektiv demontiert werden. Vor der Reinigung sollten Sie zudem den Akku überprüfen, weil manche Kameras die Reinigung nur ermöglichen, wenn die Kamera mit genug Energie versort wird. Bei Spiegelreflexkameras sollten Sie zudem den Spiegel hochklappen, damit er nicht im Weg steht.

Während dem Reinigen sollten Sie zudem die Kamera nach unten halten, damit der Schmutz nach unten fallen kann, wo normalerweise das Objektiv angebracht ist.

Direkte Berührung

Falls die Reinigung erfolglos war, dann können Sie die Reinigung auch von einer Servicestelle durchführen lassen. Manchmal erhält man diese Zusatzleistung beim Kauf einer Kamera im Fachhandel kostenlos dazu.

Sollten Sie genug Mut dazu haben, dann können Sie sich auch ein Reinigungs-Set kaufen und selbst Hand anlegen. Das Set enthält meist einen feinen Pinsel, auf den sich der Staub anhaftet, ein Mikrofasertuch sowie eine spezielle Reinigungslösung.

Reinigungsstiel mit Mikrofasertuch.

Reinigungsstiel mit Tuch.

Sollten Sie sich dazu entscheiden die Reinigung des Sensors selbst durchzuführen, dann empfehle ich Ihnen die Anleitung sorgfältig durchzulesen und zu prüfen, ob das Reinigungsinstrument für Ihre Fotokamera geeignet ist. Vor dem Sensor befinden sich mehrere Glasschichten, die eine Stärke zwischen 0,5 mm (Leica) bis zu 4 mm (z. B. Panasonic oder Olympus Micro 4/3) haben. Die Gläser können auch einen spezielle Schicht haben die von Hersteller zu Hersteller variiert. Daher gibt es auch zwei Reinigungslösungen.

Falls Sie mit Ihrer Fotokamera ordentlich umgehen, dann müssen Sie i.d.R. auch nach ein paar Jahren den Sensor reinigen. Auch dann nicht, wenn Sie Ihre Kamera regelmäßig verwenden und die Objektive oft wechseln.

Hotpixel

Bei Hotpixeln handelt es sich um Bildpunkte, die nicht proportional auf die empfangene Lichtmenge reagieren. Sie leuchten nämlich heller als sie sollten. Bei der heutigen Pixelanzahl die Kameras haben, hat so gut wie jeder Fotoapparat Hotpixel. Der Unterschied liegt nur darin, inwiefern sie sichtbar sind.

Oftmals sieht man sie bei Nachtaufnahmen mit langen Belichtungszeiten:

Hotpixel-Ausschnitt. Canon 350D, Canon EF-S 18-55/3,5-5,6, 30 s, F29, ISO 100, Brennweite 35 mm

Hotpixel-Ausschnitt.
Canon 350D, Canon EF-S 18-55/3,5-5,6, 30 s, F29, ISO 100, Brennweite 35 mm

Hotpixel stören normalerweise nicht beim Fotografieren. Sie werden jedoch sichtbar, sobald man hohe ISO Werte oder lange Belichtungszeiten verwendet. Bekanntschaft mit Hotpixeln macht man somit spätestens bei der Astrofotografie.

Eine Möglichkeit Hotpixel zu vermeiden, ist die Dunkelbild-Subtraktion. Hier wird nach einer Aufnahme mit Langzeitbelichtung eine weitere Aufnahme mit geschlossenem Verschluss gemacht. Hierdurch kann man die Hotpixel leicht finden, welche anschließend aus der ersten Aufnahme herausgerechnet werden. Zusätzlich bietet sich auch die Korrektur am Computer.

Manche Fotokameras bieten auch die Möglichkeit des „Ausmappen von Pixeln“. Hierbei wird eine dunkle Aufnahme ohne Lichteinfall auf den Sensor gemacht. Die Aufnahme wird anschließend analysiert und die fehlerhaften Pixel deaktiviert. Die Farbe der Pixel wird bei weiteren Aufnahmen mithilfe der Umgebung berechnet und somit erkennt man den hotpixel nicht mehr.

Bei aktuellen Kameras von Canon (vllt. auch Nikon) gibt es einen Trick:

  • Wählen Sie im Menü „Manuelle Sensor-Reinigung“, aber reinigen Sie noch nicht.
  • Warten Sie 30 Sekunden.
  • Schließen Sie den Vorgang mit dem Ausschalten der Kamera ab.

Prävention

Man kann theoretisch alles reinigen, jedoch sollte man alles dafür tun, damit man erst gar nicht reinigen muss. Bei Objektiven bedeutet dies, dass Sie einen Objektivschutzdeckel nutzen und es vermeiden sollten, das Objektiv mit den Fingern zu berühren. Was den Staub auf dem Sensor betrifft, sollte man sich dessen bewusst sein, dass der meiste Staub beim Wechsel von Objektiven auftritt. Das Objektiv sollte daher idealerweise beim Wechsel nach unten gerichtet sein. Achten Sie zudem auf den Wind, falls Sie sich im Freien befinden. Bei Hotpixeln wird die Sache schon etwas komplizierter. Jedoch stören diese die meisten Leute nicht, solange man keine speziellen Fotos macht.

Betrachten Sie diesen Artikel eher als informativ. Sie müssen daher nicht gleich alles ausprobieren. Falls nämlich beim Fotografieren keine Probleme auftreten, dann sollte man die Reinigung am besten ignorieren und sich auf neue Gelegenheiten zum Fotografieren freuen.

 

Letzte Änderung 7. November 2016

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Autor: Vít Kovalčík

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Kommentare

  • Hallo, ich möchte aus Erfahrung vor der Sensorreinigung mit Blasebalg warnen. Ich nutzte einmal einen älteren Blasebalg und musste feststellen, dass der offensichtlich in der Substanz schon gealtert war und ich kleinste Gummi/Kautschuk?-Partikel aus dem Inneren des Balgs auf den Sensor geblasen habe. Das Problem hat sich dadurch massiv verschlimmert. Sauber bekommen habe ich den Sensor erst wieder mit „Sensor-Film“, ein Liquid, welches die Partikel einschließt, dann aushärtet und – wichtig: Anweisungen beachten! – komplett vom Sensor in einem Stück als Folie abgezogen werden kann. Ich habe den Prozess aber 3*mal wiederholt. Kleinere Verschmutzungen am Sensor mache ich seit dem mit reinem Alkohol (98-100% Apotheke) und Sensortuch (Schaber). Nie wieder Blasebalg, nie wieder Objektivwechsel in kritischer Umgebung!