Objekte in ein anderes Bild platzieren

Eine Person aus einem Foto in ein anderes Bild sowie eine andere Umgebung zu platzieren, ist dank der fortgeschrittenen Bildbearbeitung möglich. Behilflich werden Ihnen besonders die Ebenen sowie die Arbeit mit den Auswahltools sein. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie man diese Disziplin der Bildbearbeitung meistert.

Die nachfolgende Anleitung ist eine Zusammenfassung gewöhnlicher Schritte, die man bei der Zusammenführung von zwei Bildern vornimmt. Sie müssen nicht immer alle Schritte durchführen und manchmal sind die Situationen so kompliziert, dass selbst die Befolgung aller Schritte nicht ausreichend ist. Hierbei kommt es vielmehr auf die Erfahrung bei der Auswahl der Fotos an, mit denen Sie arbeiten möchten.

Der Artikel ist für leicht fortgeschrittene Fotografen vorgesehen, also für Anwender, die bereits Grundlagenkenntnisse der Arbeit mit Ebenen und Masken verfügen als auch die Bedienung der Auswahlwerkzeuge beherrschen.

Die Auswahl der richtigen Fotos

Nicht alle Bilder lassen sich zusammenführen! Allgemein kann man sagen, dass oftmals zwei Bilder miteinander nicht kombinierbar sind oder die Qualität nicht so hoch ist. Daher müssen Sie einen Hintergrund aus dem ersten Bild sowie eine hierzu geeignete Person (oder ein anderes Bildobjekt) aus dem zweiten Foto finden – hierbei sollten drei Faktoren ähnlich sein:

  1. Perspektive/Höhe, aus der das Bild gemacht wurde.
  2. Richtung und Stil des Lichts.
  3. Entfernung von der Fotokamera.

Je größer der Unterschied zwischen den zwei Aufnahmen sein wird, desto komischer wird das Endergebnis aussehen. Und desto mehr Arbeit ist erforderlich, um die ganzen Probleme zu retuschieren.

Falls das Licht eine andere Farbe (bläulich × gelb) hat, dann ist das nicht so schlimm. Aber sobald die Höhe aus der das Bild gemacht wurde, nicht übereinstimmt, dann haben Sie ein fast unlösbares Problem.

Sie können sich auch viel Arbeit ersparen, wenn Sie nicht die ganze Person auf den Hintergrund des anderen Bildes platzieren, weil Sie dann nicht mit Problemen wie dem Schatten am Boden (entsteht durch die Beine der Person) zu kämpfen haben und allgemein ist die Bearbeitung viel einfacher.

Die Komposition eines Models und einem Hintergrund, bei dem man nicht weiß, worauf das Fotomodel steht, ist deutlich einfacher.

Die Komposition eines Models und einem Hintergrund, bei dem man nicht weiß, worauf das Fotomodel steht, ist deutlich einfacher.

Zur Veranschaulichung habe ich zwei Bilder ausgewählt, wo die Aufnahmehöhe sowie die Entfernung nahezu identisch waren. Das Licht ist jedoch beträchtlich unterschiedlich – auf der Aufnahme mit dem Meer scheint das Sonnenlicht von links und kommt von hinten, während bei das Licht beim Foto mit dem Model direkt in Richtung des Objektivs scheint.

Zwei Bilder, mit denen wir zur Demonstration arbeiten werden.

Zwei Bilder, mit denen wir zur Demonstration arbeiten werden.

Fotomodel in ein anderes Foto einfügen

Der wohl schnellste Weg ist, ein Foto mit einem Hintergrund auszuwählen und anschließend unter Menü die Option Bearbeiten und aus Datei einfügen das zweite Bild einzufügen. Das Bild mit dem Model erscheint dann als neue Ebene und dem eingeschaltetem Tool Bewegen und Transformieren – somit können Sie das Model sofort richtig platzieren. Wichtig ist hierbei, dass der Modus Größe ändern auf der rechten Seite aktiviert ist. Bearbeiten Sie idealerweise auch gleich in der Ebenenleiste die Deckkraft und reduzieren Sie sie auf 50 %. So können Sie besser sehen, wie das Model positioniert ist – daher sollte man diesen Schritt sofort durchführen. Sobald Sie fertig sind, können Sie natürlich die Deckkraft wieder auf 100 % stellen.

Danach fahren Sie mit dem Auswahl-Rechteck (M) fort. Wählen Sie lediglich das Fotomodel sowie einen geringen Teil der Umgebung aus. Danach klicken Sie auf Auswahl umkehren (Strg+Shift+I) und löschen Sie den überschüssigen Teil der Ebene mit der Entfernen-Taste.

Das Model wurde als neue Ebene in ein anderes Bild eingefügt.

Das Model wurde als neue Ebene in ein anderes Bild eingefügt. Ferner wurde die Größe sowie der überschüssige Teil aus dem zweiten Bild entfernt.

Genaue Auswahl

Welches Auswahlwerkzeug Sie zur Auswahl wählen, liegt an der jeweiligen Situation sowie Ihren persönlichen Vorlieben. Zum Glück ist in unserem Fall eine Genauigkeit in Pixeln nicht notwendig, weil Sie die Fehler später korrigieren können. Dennoch empfehle ich Ihnen, bei der Auswahl zumindest einigermaßen genau zu arbeiten. Für das Model habe ich das Auswahlwerkzeug Lasso (L) gewählt.

Tipp: Wenn Sie in Zoner Photo Studio die Shift-Taste gedrückt halten, dann fügen Sie Bereiche zur Auswahl hinzu. Halten Sie hingegen die Strg-Taste gedrückt, dann entfernen Sie die entsprechenden Bereiche aus der Auswahl.

Falls Sie keinen Wert auf eine absolute Genauigkeit legen, dann ist es besser, wenn Sie die Auswahlgrenze zwischen dem Model und dem Hintergrund “im Innern” des Models setzen – ein Rock der etwas dünner ist, bemerkt nämlich niemand, aber falls etwas vom Schilf zu sehen wäre, dann schon und Ihre Auswahl wäre für die Katz.

Nachdem Sie mit der Auswahl fertig sind, klicken Sie in der Ebenenleiste mit der rechten Maustaste auf die Ebene des Models und wählen anschließend Maske und Alles anzeigen aus.

Die Anfangsauswahl sowie die Maske des Models.

Die Anfangsauswahl sowie die Maske des Models. Man kann sehen, dass z. B. die Auswahl um die Haare herum rechts in der Maske ungenau ist.

Schatten unter dem Objekt erstellen

Hier verwenden Sie schon die fertige Ebene mit dem Model, die Sie duplizieren (rechte Maustaste auf die Ebene in der Ebenenleiste und dann Ebene duplizieren). Sie haben jetzt zwei identische Ebenen übereinander. Gehen Sie jetzt zur ersten Ebene und schrägen Sie sie mit dem Tool Bewegung und Transformieren (V) im Modus Verformen etwas ab, damit die Ebene dem Schatten der Umgebung entspricht.

Die Erstellung der ersten Schatten.

Die Erstellung der ersten Schatten.

Danach gehen Sie auf Farben verbessern (Strg+1) und dort reduzieren Sie bei Helligkeit den Wert auf -100, wodurch Sie den Schatten ganz schwarz machen.

Da der Schatten in der Realität nicht völlig undurchsichtig ist, müssen Sie noch die Deckkraft auf ca. 80 % einstellen.

In unserem Fall muss ich den Schatten noch so zuschneiden (freistellen), damit er nur auf dem Stein sichtbar ist. Das heißt, dass ich in der Ebenenmaske ganz einfach mit dem Farbpinsel (B) und der schwarzen Farbe die Bereiche entferne, die nicht sichtbar sein sollen. Da der Schatten aber auf der Wasseroberfläche sichtbar ist, habe ich vorher noch die Ebene dupliziert – so habe ich den Schatten in einen „unteren“ sowie „oberen“ Schatten aufgeteilt. Der untere Schatten ist etwas bläulich, was ich dank der Gradationskurve (Shift+C) kinderleicht erreiche.

Die beiden erstellten Schatten nach der Bearbeitung.

Die beiden erstellten Schatten nach der Bearbeitung.

Belichtung des Models bearbeiten

Arbeiten Sie mit dem Licht so, damit es der neuen Situation entspricht. Das ursprünglich flache Licht muss jetzt von links kommen. Hierzu müssen Sie ganz einfach bestimmte Bereiche in der Ebene mit dem Model aufhellen bzw. abdunkeln. In dieser Phase ist die Verwendung eines Grafiktablets selbstverständlich einfacher und schneller als mit der Maus.

Jetzt folgt ein Trick, mit dem Sie mit dem Pinsel einen beliebigen Effekt erstellen. In diesem Fall handelt es sich um das Aufhellen und das Abdunkeln, aber es könnte selbstverständlich auch die Erhöhung des Kontrasts etc. sein.

Sie könnten natürlich auch den Pinsel mit Effektelementen (E) im Modus Helligkeit verwenden, aber hierdurch verlieren die bearbeiteten Stellen ihren Kontrast. Daher habe ich eine etwas kompliziertere aber praktischere Vorgehensweise gewählt.

Der Trick ist, dass Sie die Ebene mit dem Model duplizieren und auf der Kopie beliebige Änderungen mithilfe der Gradationskurve, dem Tool Farben verbessern sowie ähnlichen Bearbeitungswerkzeugen durchführen. Danach verstecken Sie die neue Ebene hinter einer undurchsichtigen Maske (rechter Mausklick auf die Ebene und dann auf Alles verbergen). Danach reicht es völlig aus, mit dem Farbpinsel (B) und mit weißer Farbe dort zu zeichnen, wo der Effekt sichtbar sein soll.

Ferner ist es praktisch, bei diesem Effekt zu übertreiben (z. B. hellen Sie die neue Ebene übertrieben auf) und bei dem anschließenden Zeichnen mit dem Pinsel einen geringen Grad an Deckkraft (nur wenige Prozent) zu verwenden. Wenden Sie diesen Effekt schrittweise an, damit er auch zur konkreten Stelle passt.

Falls Sie außerhalb des Models gezeichnet haben, dann ist dies nicht weiter schlimm, weil Sie alles korrigieren können. Es reicht völlig aus, wenn Sie aus dem Originalbild mit dem Model eine Maske zur Auswahl hinzufügen (rechter Mausklick auf die Maske und Maske zur Auswahl hinzufügen), danach auf Auswahl umkehren (Strg+Shift+I) klicken, die Ebenenmaske auswählen und die überschüssigen Bereiche löschen (Entf).

Aufhellen und Abdunkeln, um das Licht von einer anderen Seite scheinen zu lassen.

Aufhellen und Abdunkeln, um das Licht von einer anderen Seite scheinen zu lassen. Die überschüssigen Bereiche sind noch nicht entfernt worden.

Für diesen Schritt ist die Kenntnis eines weiteren Tricks gut. Die ursprüngliche Ebene hat sich nämlich in drei Ebenen aufgeteilt, die nur zusammen einen Sinn ergeben. Daher sollte man Sie alle zusammenführen.

Ein reines „Nach unten zusammenführen“ ist jedoch hier nicht geeignet. Hierdurch würde nämlich alles aus der Ebene entfernt bzw. verloren gehen, was sich außerhalb der Maske befindet. Dies bedeutet wiederum, dass Sie die Maske in Zukunft nicht mehr bearbeiten können, was suboptimal ist. Daher ist eine andere Vorgehensweise angebracht, die gewährleisten soll, dass wir die Ebene mit dem Model sowie allem, was dazu gehört, beibehalten. Das alleinige Model schneiden wir dann mithilfe einer Maske aus.

Ich bin daher so vorgegangen: Auf die Originalebene mit dem Model, habe ich die Funktion Maske zur Auswahl hinzufügen sowie Maske entfernen genutzt. Hier müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht die neue Auswahl mit der ursprünglichen Maske abbrechen. Danach habe ich zweimal die Funktion Nach unten zusammenführen auf beide Ebenen (aufgehellte und abgedunkelte Ebene) angewendet, um so die endgültige Ebene mit dem Model zu erhalten. Anschließend habe ich hiervon wiederum eine Maske erstellt und unter der Auswahl Maske, die Option Alles anzeigen ausgewählt.

Farben abstimmen

Die Farbe des Lichts, bei dem das Model fotografiert wurde, ist i. d. R. anders als die Farbe des Lichtes im Hintergrund. Daher müssen sie die Farben abstimmen. Auf dem folgenden Bild hat das Model einen zu großen Lilastich mit wenig Kontrast. Daher verwende ich schrittweise die Gradationskurve sowie das Bearbeitungsinstrument Farben verbessern.

Farben des Hintergrundes und des Models abstimmen.

Farben des Hintergrundes und des Models abstimmen.

Weitere kleine Bearbeitungen

Ich habe auch den Kontrast sowie die Schatten verbessert – ich habe z. B. den unteren Teil des Rocks verdunkelt. Ferner habe ich den Leuchtturm am Horizont entfernt.

In manchen Fällen kann eine Aufnahme mit einem Model von der Qualität her viel besser sein, als der Rest des Bildes. Dies wird v. a. durch die Reduzierung der Größe, weniger Rauschen sowie einer höheren Schärfe verursacht. Daher kann sich eventuell auch die Funktion Weichzeichnen sowie Körnung hinzufügen eignen.

Übung macht den Meister

Wie ich bereits zu Beginn erwähnt habe, war das Bild bei beiden Bildern sehr unterschiedlich. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, empfehle ich daher Fotos mit einem geeigneterem Licht zu verwenden. Oder Sie spielen eben mehr mit den Bearbeitungstools.

 

Jeder Anfang ist schwer. Mit ein bisschen Übung schaffen aber auch Sie solche Bearbeitungen in nur wenigen Schritten. Probieren Sie es am besten selbst aus. Es genügt, wenn Sie die 30-Tage Testversion von Zoner Photo Studio X herunterladen und mit der Bildbearbeitung anfangen.

Letzte Änderung 20. September 2017

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Autor: Vít Kovalčík

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