Makro ohne teures Objektiv? Drei preiswerte Möglichkeiten, wie es geht

Makro ohne teures Objektiv? Drei preiswerte Möglichkeiten, wie es geht

Makrofotografie können Sie auch betreiben, ohne ein Vermögen für teure Makroobjektive auszugeben. Wenn Sie neu im Makrobereich sind und noch nicht sicher sind, ob es Ihnen Spaß macht, sollten Sie zuerst die günstigeren Optionen ausprobieren. Wir geben Ihnen drei Tipps für eine günstige aber gute Lösung.

Unter Makrofotografie versteht man die Aufnahme eines fotografierten Objekts auf einem Chip mit einem Maßstab von 1:1 oder mehr. Das bedeutet, dass ein 1 cm großes Objekt 1 cm auf einem Vollformat-Kamerachip einnimmt. Diese Vergrößerung können Sie mit speziellen Makroobjektiven erreichen. 

Aber wussten Sie, dass Sie die gleiche, wenn nicht sogar eine stärkere Vergrößerung mit Ihrem Kit-Objektiv erreichen können? Alles, was Sie brauchen, ist ein relativ preiswertes und einfaches Zubehör. Wir zeigen Ihnen folgende Möglichkeiten:

  • Umkehrringe,
  • Makroadapter und
  • Zwischenringe.

Umkehrring

Wenn Sie die Makrofotografie für wenig Geld ausprobieren wollen, müssen Sie sich nur einen Umkehrring besorgen, dessen Preis nur ein paar Euro beträgt. Mit dem Umkehrring können Sie das Objektiv umgekehrt auf das Bajonett montieren (d. h. mit der Frontlinse zum Gehäuse). Dadurch können Sie das Motiv vergrößert aufnehmen.

Makro ohne teures Objektiv? Drei preiswerte Möglichkeiten, wie es geht
Drehen Sie einfach das Objektiv, um das Bild zu vergrößern. Der Umkehrring hilft Ihnen dabei.

Der einzige Nachteil, den Sie feststellen werden, ist der vollständig manuelle Modus. Bei einem Umkehrring werden keine Daten übertragen. Sie verlieren also die Möglichkeit, die Blende vom Kameragehäuse aus einzustellen. Bei DSLR-Objektiven der Marke Canon werden Sie zusätzlich eine geöffnete Blende haben, während Sie bei Nikon-Objektiven eine geschlossene Blende haben werden. 

Bei Nikon DSLR-Objektiven können Sie die Blende einstellen, indem Sie den Blendenhebel beispielsweise mit einem Zahnstocher arretieren. Versuchen Sie dies jedoch nur auf eigene Gefahr, da das Objektiv beschädigt werden kann. Bei Nikon Z-Objektiven haben Sie diese Möglichkeit aufgrund des vollelektronisch gesteuerten Mechanismus überhaupt nicht.

Makro ohne teures Objektiv? Drei preiswerte Möglichkeiten, wie es geht
Bei Nikon-DSLR-Objektiven können Sie bei der Blende „schummeln“, indem Sie den Blendenhebel mit einem Zahnstocher sichern. Wir empfehlen diese Vorgehensweise jedoch nur mutigeren Fotografen.

Wenn Sie also ein Kit-Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 18-105 mm umgekehrt verwenden, können Sie eine Vergrößerung von bis zu 5:1 erreichen.

Makroadapter

Wenn Sie die Verwendung eines Umkehrrings als unnötig riskant empfinden, können Sie einen Makroadapter verwenden. Diese Vorsatzlinsen wirken tatsächlich wie eine Lupe, die einen näher an das Motiv bringt. Ihr Preis ist nicht sehr hoch, aber manchmal ist es die optische Qualität leider auch nicht. Es ist nur eine „Lupe“ in einem Filtergewinde.

Die billigeren Vorsatzlinsen haben durch ihre konvexe Form einen optischen Fehler. Die Mitte des Bildes ist scharf, aber die Ränder unscharf. Dieses Problem wird meist durch Vorsatzlinsen verursacht, die wie eine Lupe wirken. Daher ist es besser, Vorsatzlinsen zu verwenden, die aus zwei optischen Elementen bestehen und deren Vorderseite flach ist. Dies ist z.B. beim Raynox DCR-250 der Fall.

Makro ohne teures Objektiv? Drei preiswerte Möglichkeiten, wie es geht
Der Raynox DCR-250 Adapter, der aus zwei optischen Elementen besteht. Dank der beiden Glieder werden optische Fehler vermieden.

Außerdem sind die Adapter mit Dioptrien gekennzeichnet. Mit etwas Übertreibung könnte man sagen: Je mehr Dioptrien, desto mehr Makro. Ich persönlich habe viele davon ausprobiert, von +4 bis +16, aber das Beste vom Besten ist für mich das Raynox DCR-250. Es ist vielleicht nicht das billigste, aber der Kauf lohnt sich trotzdem. Ich benutze es seit mehreren Jahren mit einem Makroobjektiv, um eine Vergrößerung von 2:1 zu erreichen.

Zwischenringe

Eine höhere Vergrößerung erreichen Sie auch, indem Sie das Objektiv vom Chip wegbewegen. Dazu werden Zwischenringe verwendet, die in der Regel Größen von 12 mm, 20 mm und 36 mm haben. Mit ihnen erhalten Sie verschiedene Vergrößerungsverhältnisse oder Sie können sie alle für die höchste Vergrößerung kombinieren. So erhalten Sie einen Zwischenring mit einer Länge von 68 mm.

Auf die Zwischenringe haben wir uns auch im Artikel Supermakro: Entdecken Sie den Zauber der Makrofotografie mit hoher Vergrößerung konzentriert. Darin finden Sie Inspiration für Fälle, in denen Ihnen ein gewöhnliches Makro nicht ausreicht.

Die oben genannten Tools für die Makrofotografie finden Sie in diversen E-Shops zu minimalen Beträgen. Makrofotografie ist ein bisschen wie Heimwerken, also haben Sie keine Angst, Zwischenringe und Makroausrüstung zu kombinieren. Alternativ können Sie für den Test einen Zwischenring z. B. aus einer Rolle Toilettenpapier erstellen. Oder Sie können einen Makroadapter aus einer Lupe erstellen, um sich ein Bild davon zu machen, wie ein solcher Adapter funktioniert. Und kurz bevor Sie einen Umkehrring bestellen, können Sie das Objektiv umgedreht an das Gehäuse halten und versuchen, ein paar Testfotos zu machen. Dadurch erfahren Sie, worauf Sie sich einlassen.

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