Kevin Bruseby, schwedischer Landschaftsfotograf: Die besten Aufnahmen warten manchmal gleich um die Ecke

Kevin Bruseby, schwedischer Landschaftsfotograf: Die besten Aufnahmen warten manchmal gleich um die Ecke

Kevin Bruseby ist ein 17-jähriger schwedischer Fotograf und auch einer der Ambassadors von Zoner Photo Studio. Seine Landschaftsfotos haben auf Instagram große Beachtung gefunden. Dank seines Interesses an Meteorologie ist er in die Fotografie eingestiegen, am liebsten geht er bei Nebel auf Fotojagd und er liebt (nicht nur) die schwedische Landschaft. Was hat er uns noch über sich erzählt? Das erfahren Sie in diesem Interview.

Kevin, als Fotograf bist du sehr ehrgeizig. Du beschäftigst dich seit deinem 13. Lebensjahr mit Fotografie und bei Instagram folgen dir nach nur 3 Jahren mehr als 5.000 Menschen. Du bietest deine Fotos auch zum Verkauf an und suchst aktiv nach internationaler Zusammenarbeit. Ist dies dein Weg, ein professioneller Fotograf zu werden?

Als ich 6 Jahre alt war, fing ich an, mich für Meteorologie zu interessieren. Die Natur und verschiedene Wetterphänomene haben mich zutiefst fasziniert. Und als ich älter wurde, wuchs meine Leidenschaft noch. Als ich mit dreizehn mit dem Fotografieren anfing, war mein Interesse an Meteorologie einer der Hauptgründe, warum mir das Fotografieren so attraktiv erschien. Ich wollte einen Weg finden, die wunderbaren Momente, die ich draußen erlebte, zu dokumentieren, und die Fotografie ermöglichte es mir, nicht nur diese Abenteuer zu dokumentieren, sondern bot auch die Möglichkeit des künstlerischen Schaffens.

Jetzt ist Fotografie ein wichtiger Teil meines Lebens, ich kann es mir ohne sie nicht vorstellen. Trotzdem versuche ich nicht, eine Karriere als professioneller Fotograf zu verfolgen. Ich mache die besten Bilder, wenn ich mich motiviert fühle und unter meinen eigenen Bedingungen arbeiten kann. Deshalb sehe ich mich nicht als professioneller Fotograf.

Kevin Bruseby, schwedischer Landschaftsfotograf: Die besten Aufnahmen warten manchmal gleich um die Ecke

Ich befürchte auch, dass ich meine Leidenschaft für die Fotografie verlieren würde und weniger Zeit für meine persönlichen Arbeiten hätte, wenn ich es als vollwertigen Job tun müsste. Mein Hauptziel ist es, Klimaprobleme aufzuzeigen und meine Arbeit mithilfe der Fotografie digital auszudrücken.

Aber nichts ist in Stein gemeißelt. Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, bin ich sehr zufrieden mit meinen Fortschritten und freue mich auf die Zukunft. Obwohl ich nicht von der Fotografie leben möchte, ist es mein aktuelles Ziel, so viel wie möglich mit Brands zu arbeiten, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Ein großer Teil deiner Arbeit besteht aus Landschaftsfotografien. Was fasziniert dich an der schwedischen Landschaft?

Die Einfachheit der schwedischen Landschaft zieht mich an. Obwohl es hier, wo ich wohne, nicht viele Berge oder Wasserfälle gibt, sind die Landschaften sehr schön und bieten endlose Möglichkeiten, Bilder zu komponieren. Mir gefällt auch, dass alles so leicht zugänglich ist. Solange man bestimmte Einschränkungen und Luftzonen beachtet, kann man praktisch überall Bilder aufnehmen. Ich habe auch das Glück, auf dem Land zu leben – die Natur ist immer in meiner Nähe, man muss nur den Fuß vor die Tür setzen.

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Obwohl die Landschaft in Schweden viele Möglichkeiten zum Fotografieren bietet, kann das Fotografieren eine ziemliche Herausforderung sein. Wenn es im Winter nicht schneit, haben wir normalerweise eine ziemlich graue und uninteressante Zeit, die von November bis März dauert. Manchmal kann es schwierig sein, dabei kreativ zu bleiben. Dies bestätigt jedoch nur, wie wichtig es ist, jede sich bietende Chance zu nutzen.

Reist du zum Fotografieren ins Ausland? Oder würdest du gerne?

Ich reise zwar ins Ausland, um Fotos zu machen, aber nicht so oft wie andere Künstler auf Instagram. Aufgrund der Schule und meines jungen Alters kann ich nicht so viel reisen, wie ich gerne würde. Aber in den letzten Jahren hatte ich das Glück, einige wunderbare Orte wie die Schweiz, Österreich und das schwedische Lappland zu besuchen. Obwohl es mir nichts ausmacht, zu Hause zu fotografieren, liebe ich es zu reisen und hoffe, das in Zukunft mehr machen zu können.

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Es heißt, dass Landschaftsfotografen genug Geduld haben und wiederholt an einige Orte zurückkehren müssen, zum Beispiel wegen besserem Licht. Ist es bei dir auch so?

Dem kann ich nur zustimmen. Landschaftsfotografie kann manchmal eine echte Herausforderung sein, und ich kehre oft mehrmals an einen Ort zurück, bevor ich das gewünschte Bild bekomme. Aber im Großen und Ganzen geht es normalerweise um gutes Timing und gute Bedingungen, die man auf seiner Seite haben muss. Um ein Beispiel zu nennen: Im Juli 2018 erlebte ich die unglaublichsten Sonnenstrahlen, die ich je gesehen habe, und das nur etwa zwei Kilometer von unserem Dorf entfernt. Seitdem habe ich keine vergleichbaren Sonnenstrahlen mehr beobachtet. Und ich gehe so gut wie jedes Mal mit einer Kamera aus, wenn es neblig ist.

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Welche Bedingungen sind deiner Erfahrung nach ideal für die Landschaftsfotografie?

Ich denke, dass nebliges Wetter es ermöglicht, die besten Fotos von einer Landschaft zu machen. Ein schöner Sonnenuntergang am See reicht auch für ein paar gute Bilder, aber nichts geht über den Morgennebel in einem magischen Wald. Nebel schafft immer eine besondere Atmosphäre, in der ich mit Licht und verschiedenen Kompositionen experimentieren kann.

Ich glaube auch, dass die Tatsache, dass am Ende alles vom Timing abhängt, ein völlig einzigartiges Erlebnis beim Schießen im Nebel darstellt. Wenn man nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, werden die Fotos möglicherweise ganz anders ausfallen. Obwohl sich der Nebel normalerweise eher unauffällig bewegt, kann er sich manchmal sehr schnell bewegen und die gesamte Szenerie sieht dann in nur wenigen Minuten völlig anders aus.

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Mir persönlich hat nebliges Wetter geholfen, verschiedenartige Bilder in einem kleinen geografischen Gebiet zu erstellen. Wie ich bereits erwähnte, kann ich nicht einfach reisen, wohin ich gerne würde, aber mithilfe des Nebels konnte ich das Beste aus dem herausholen, was ich hatte. Die meisten meiner Fotos mit Nebel wurden auf einer Fläche von nur 4 Kilometern aufgenommen, was meiner Meinung nach beweist, dass man nicht weit reisen muss, um schöne Bilder zu erhalten. Die Besten warten manchmal gleich um die Ecke auf Sie.

Welche Fotoausrüstung nimmst du mit in die Natur? Mir ist aufgefallen, dass du auch eine Drohne hast.

Wenn ich aufbreche, gehören zu meiner unentbehrlichen Fotoausrüstung ein Kameragehäuse, zwei Objektive und eine Drohne. Und weil ich dem Nebel mit meinem Fahrrad nachjage, versuche ich, die Ausrüstung so leicht wie möglich zu halten, aber damit ich gleichzeitig alles habe, was ich brauche. Aber wenn ich mit meiner Mutter (@coloursthrumylens) aufbreche um Nebel zu fotografieren und wir das Auto nehmen, packe ich meine beiden anderen Objektive und andere fotografische Werkzeuge wie z.B. einen Lensball ein.

Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, besteht meine Ausrüstung aus einer Nikon D7500 und zwei Sigma-Objektiven: einem 18-200mm und einem 18-35mm. Für Drohnenaufnahmen benutze ich den DJI Mavic Air, was sehr gut zu mir passt, da ich immer versuche, Geräte mitzunehmen, die nur wenig Platz beanspruchen. Wenn es möglich ist, ein Auto zu nehmen, nehme ich auch ein Sigma 105mm Objektiv und ein Sigma 150-600mm Telezoom. Mit diesem Objektiv fotografiere ich gerne und wenn man auf ein wildes Tier stößt, kann es sehr nützlich sein.

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Du verwendest Zoner Photo Studio nur zum Bearbeiten von Fotos. Kennen andere schwedische Fotografen, die du triffst, dieses Programm oder bist du eine Art Pionier in dieser Hinsicht?

Ich würde sagen, ich bin ein Zoner-Pionier. Tatsächlich kenne ich keine schwedischen Fotografen, die Zoner zum Bearbeiten von Fotos verwenden und ich denke, das liegt daran, dass die Leute diese Software einfach nicht kennen. Zoner Photo Studio ist eine beeindruckende Software und ich denke, dass mehr Menschen ihr eine Chance geben sollten, um ihren wahren Wert zu erkennen. Mein Vater hat mir Zoner Photo Studio 13 vor vielen Jahren gezeigt, und es ist großartig zu sehen, wie sich die Software seitdem mit jeder neuen Version entwickelt hat.

Welche Funktionen sind für dich unverzichtbar?

Die Funktionen, die ich beim Bearbeiten wahrscheinlich am häufigsten verwende, sind Farbkorrektur und Primärfarbverschiebung. Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Tönen und Schattierungen, um die Farben zu finden, die am besten zum Bild passen. Normalerweise versuche ich, meine Fotos so realistisch wie möglich zu halten, aber oft passe ich zumindest die Töne leicht an, um manche Farbtöne hervorzuheben.

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Außerdem würde ich sagen, dass ich ganz grundlegende Anpassungen vornehme. Ich experimentiere viel mit der Tonwertkurve, um den Kontrast auf dem Foto hervorzuheben, damit es nicht so fade wirkt. Ich mag es auch, die Stellen mit kreisförmigen Filtern zu schärfen, um die Details hervorzuheben, die auf dem Foto hervorstechen sollten. Aber wenn es um das Bearbeiten geht, muss ich mich noch stark verbessern und freue mich sehr darauf, meinen Stil im kommenden Jahr weiterzuentwickeln.

Kannst du Neulingen einen Rat geben, wie man eine Landschaftsfotografie garantiert verbessern kann – ob in der Postproduktion oder davor? Worauf sollte man zum Beispiel achten?

Der erste Tipp, den ich empfehlen würde, ist das Fotografieren bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Es scheint mir, dass es fast unmöglich ist, gute Bilder bei direkter Sonneneinstrahlung aufzunehmen. Und obwohl man in der Postproduktion viele Dinge ändern, kann man nicht die Atmosphäre reproduzieren, die man an einem nebligen Morgen erhalten würde.

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Ich würde auch empfehlen, nicht nur Bilder von dem zu machen, was man sieht. Versuchen Sie, das ausgewählte Objekt einzurahmen, um das Bild zu etwas Besonderem zu machen. Dies ist etwas, das ich immer versuche, auf meine eigenen Fotos anzuwenden, und in einigen Fällen kann sich das Foto völlig anders entwickeln.

Bei den Kameraeinstellungen würde ich dringend empfehlen, in RAW zu fotografieren. Es bietet viel mehr Bearbeitungsoptionen und ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Sie Ihre Fotos verbessern möchten. Am Anfang ist es auf jeden Fall auch gut zu lernen, wie man Bracketing verwendet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Licht Sie auf einem Foto haben möchten, oder wenn Sie einfach einen Vordergrund mit einem gut belichteten Himmel wünschen, ist das Bracketing der richtige Weg. Es ist eine Technik, die ich üblichcherweise benutze und die definitiv ein großartiges Werkzeug für Fotografen ist.

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Und mein letzter und wichtigster Tipp zum Bearbeiten von Fotos – übertreiben Sie nicht die Sättigung der Bilder. Als ich mit dem Fotografieren anfing, war ich von Rosatönen besessen und stellte den Schieberegler immer ganz nach rechts, bis ich den Punkt erreichte, an dem meine Bilder vollständig rosa waren. Zu der Zeit fand ich meine Fotos perfekt, aber wenn ich nach drei Jahren zurückblicke, ist mir sofort klar, dass ich mit meinen Änderungen ein bisschen verrückt war.

Du bezeichnest dich als Umweltschützer und schreibst auf deiner Website, dass dein Ziel neben der Fotografie auch darin besteht, die Welt durch deine Arbeit und Social Media positiv zu beeinflussen. Was bedeutet das in der Praxis?

Schon als ich mich für Meteorologie interessierte, war ich von der Natur fasziniert, die schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen hatte. Normalerweise verbringe ich jede Woche ein paar Stunden draußen. Es scheint mir, dass es meine Pflicht ist, meinen Beitrag zur Erhaltung unseres Planeten zu leisten. Deshalb wusste ich, als ich in die sozialen Medien einstieg, dass ich meinen Einfluss nutzen wollte, um eine positive Auswirkung auf die Welt zu haben. In der Praxis bedeutet dies, dass ich mit Brands arbeite (und sie auch unterstütze), die sich der Arbeit mit erneuerbaren Ressourcen widmen. Im vergangenen Jahr habe ich zum Beispiel mit Brands gearbeitet, die Wälder schützen und gebrauchte Uhren recyceln.

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Bei deiner Arbeit konzentrierst du dich aber nicht nur auf Landschaft. (Was machst du noch?)

Da ich letztes Jahr viele Aufträge für Brands gemacht habe, habe ich auch viel kommerzielle Fotografie gemacht. Das umfasst alles von Lebensmitteln über Interieur bis hin zur Produktfotografie. Es war wirklich bereichernd, auch andere Genres zu fotografieren, als nur Naturfotografie, und es ist definitiv etwas, das ich in Zukunft gerne machen würde.

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Und zum Schluss: Was hat dir in letzter Zeit am meisten Freude bereitet?

Ich muss sagen, dass es die Produktfotografie war. Produktfotografie ist für mich sehr aufregend und auch eine perfekte Möglichkeit, die Kreativität zu verbessern. Außerdem plane ich, dieses Jahr in eine Grundausrüstung fürs Studio zu investieren, damit ich mehr mit Produktfotografie experimentieren kann. Ich freue mich sehr auf die Zukunft!

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AutorEster Dobiášová

Ich bewundere (nicht nur) Dokumentarfotografen und versuche in meiner eigenen Arbeit Serien zu erstellen, die durch einen lesbaren Gedanken verbunden sind, aber Raum für eigene Fantasie und Geschichten lassen. Ich mache auch Reportage- und Reisefotografie und leite seit drei Jahren Fotokurse für Teenager. Meine Arbeit können Sie sich auf meiner Website ansehen.

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