Haustiere fotografieren

Haben Sie oder Ihre Kinder ein Haustier? Und wollten Sie diese schon einmal fotografieren? Wir haben ein paar Tipps für Sie vorbereitet, damit Ihre Aufnahmen lustig und gleichzeitig interessant aussehen werden.

Zunächst müssen Sie sich die Frage stellen, wo Sie fotografieren werden: zu Hause inkl. Blitz oder im Außenbereich, wo das Tageslicht völlig ausreicht? Sollten Sie einen externen Blitz besitzen, den man vom Gehäuse der Fotokamera montieren kann, dann versuchen Sie am besten beide Möglichkeiten. Der Vorteil des Blitzes liegt darin, dass man auch relativ schnelle Bewegungen einfangen kann – im folgenden Bild hat ein Chamäleon eine Grille gefangen und gefressen.

Bei der Aufnahme des Chamäleons habe ich eine höhere Schärfentiefe benötigt. Hierfür habe ich einen externen Blitz Nikon SB800 verwendet. Der Vorteil des Fotografierens eines Chamäleons ist, dass Sie meist nicht dazu neigen, schnell wegzurennen – es bleibt somit genug Zeit, um sich der Komposition und der Fokussierung zu beschäftigen. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/16, ISO 100, Brennweite 72 mm

Bei der Aufnahme des Chamäleons habe ich eine höhere Schärfentiefe benötigt. Hierfür habe ich einen externen Blitz Nikon SB800 verwendet. Der Vorteil des Fotografierens eines Chamäleons ist, dass Sie meist nicht dazu neigen, schnell wegzurennen – es bleibt somit genug Zeit, um sich der Komposition und der Fokussierung zu beschäftigen.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/16, ISO 100, Brennweite 72 mm

Der Hintergrund

Falls wir im Innenbereich fotografieren, dann haben wir eine ganze Menge an Möglichkeiten, die wir als Hintergrund verwenden können. Wir können bspw. weißes Papier verwenden, welches einen neutralen Hintergrund darstellt. Solche Aufnahmen eignen sich gut zur Illustration in Berichten oder in Büchern, weil das Tier nur minimal von Blättern oder Gras verdeckt wird. Falls wir jedoch kreativer sein möchten, dann können wir verschiedene Papierfarben als Hintergrund verwenden. Papier im Format bis zu A0 ist gewöhnlich im Papierhandel erhältlich.

Für das Fotografieren der ägyptischen Stachelmaus (Acomys cahirinus) habe ich einen blauen Hintergrund gewählt. Die Maus habe ich dabei entlang eines Strohhalms klettern lassen, den ich zwischen zwei Stative befestigt habe. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/8, ISO 100, Brennweite 210 mm

Für das Fotografieren der ägyptischen Stachelmaus (Acomys cahirinus) habe ich einen blauen Hintergrund gewählt. Die Maus habe ich dabei entlang eines Strohhalms klettern lassen, den ich zwischen zwei Stative befestigt habe.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/8, ISO 100, Brennweite 210 mm

Sehr praktisch ist ein schwarzer Hintergrund – dieser bildet einen schönen Kontrast zur weißen Taube, die mein Assistent hält. Die Taube wird mit einem Blitz von der Seite belichtet, damit das Licht des Blitzes nicht auf das Papier trifft. Es soll schließlich schwarz bleiben und nicht grau. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/320 s, f/16, ISO 100, Brennweite 38 mm

Sehr praktisch ist ein schwarzer Hintergrund – dieser bildet einen schönen Kontrast zur weißen Taube, die mein Assistent hält. Die Taube wird mit einem Blitz von der Seite belichtet, damit das Licht des Blitzes nicht auf das Papier trifft. Es soll schließlich schwarz bleiben und nicht grau.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/320 s, f/16, ISO 100, Brennweite 38 mm

Natürlicher Hintergrund

Wenn wir einen natürlichen Hintergrund schaffen möchten, dann ist die Situation noch einfacher. Wir verwenden hierzu ein bisschen Moos, Gras und Baumrinde und platzieren es auf den Tisch. Wir sollten dabei auch darauf achten, dass die Farben zueinander optimal passen. Anschließend nehmen wir das Tier und legen es in die geschaffene Umgebung.

Falls es uns nicht um eine wahrheitsgetreue Nachbildung der Umgebung geht, dann können wir etwas kreativer sein und mit den Farben experimentieren. Beispielsweise können wir zur Komposition auch Blumen, Obst oder Tannenzapfen hinzufügen und so ganz einfach die Umgebung nach unseren eigenen Wünschen gestalten.

Zur Fotografie eines dsungarischen Zwerghamsters (Phodopus sungorus) habe ich als Hintergrund Rinde, Herbstblätter und ein bisschen Stroh verwendet. Hier habe ich mit einem 180 mm Makroobjektiv sowie eine niedrigere Schärfentiefe verwendet, damit das kleine Tier in den Mittelpunkt tritt und der Hintergrund unscharf ist. Die Farben des Hintergrundes haben hierbei perfekt zur Farbe des Tieres gepasst. Nikon D800, Makroobjektiv Sigma 180/2.8, 1/320 s, f/18, ISO 100, Brennweite 180 mm

Zur Fotografie eines dsungarischen Zwerghamsters (Phodopus sungorus) habe ich als Hintergrund Rinde, Herbstblätter und ein bisschen Stroh verwendet. Hier habe ich mit einem 180 mm Makroobjektiv sowie eine niedrigere Schärfentiefe verwendet, damit das kleine Tier in den Mittelpunkt tritt und der Hintergrund unscharf ist. Die Farben des Hintergrundes haben hierbei perfekt zur Farbe des Tieres gepasst.
Nikon D800, Makroobjektiv Sigma 180/2.8, 1/320 s, f/18, ISO 100, Brennweite 180 mm

Spaß mit den Haustieren

Das Fotografieren sollte auch den Tieren Spaß machen. Nutzen Sie daher deren natürlichen Instinkt sich zu verstecken sowie zu spielen aus. Bauen Sie verschiedene Wege zum Krabbeln und Kriechen oder verwenden Sie ein T-Shirt als Versteck. Ich muss Sie hoffentlich nicht daran erinnern, dass die Tiere mit Leckerlis und Lob belohnt werden sollten – die Tiere sollen die Fotografie nämlich mit etwas angenehmen assoziieren, weil nur so werden Sie mit Ihnen mitarbeiten wollen.

Eine Wanderratte (Rattus norvegicus) schaut aus dem Ärmel eines T-Shirts heraus – ich hatte dabei genauso viel Spaß wie die Ratte, was man hoffentlich erkennen kann. Ich habe mich hier für ein einfarbiges Shirt entschieden, damit der Hintergrund nicht vom Hauptobjekt ablenkt. Nikon D800, Makroobjektiv Sigma 180/2,8, 1/250s, f/18, ISO 100, Brennweite 180 mm

Eine Wanderratte (Rattus norvegicus) schaut aus dem Ärmel eines T-Shirts heraus – ich hatte dabei genauso viel Spaß wie die Ratte, was man hoffentlich erkennen kann. Ich habe mich hier für ein einfarbiges Shirt entschieden, damit der Hintergrund nicht vom Hauptobjekt ablenkt.
Nikon D800, Makroobjektiv Sigma 180/2,8, 1/250s, f/18, ISO 100, Brennweite 180 mm

Bei Tieren die gerne klettern, können Sie einen Hindernisparcour bauen und die Tierchen während der Aktion fotografieren. Hier klettert die Ratte entlang einer alten Schöpfkelle. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/18, ISO 100, Brennweite 190 mm

Bei Tieren die gerne klettern, können Sie einen Hindernisparcour bauen und die Tierchen während der Aktion fotografieren. Hier klettert die Ratte entlang einer alten Schöpfkelle.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/250 s, f/18, ISO 100, Brennweite 190 mm

Verwenden Sie Leckerlis und gewinnen Sie Zeit

Wie Sie vielleicht schon wissen, wendet ein Tier seine Aufmerksamkeit vom Fotografieren ab, wenn es ein Leckerli bekommt. Das Interesse des Tiers ist dabei völlig auf die Belohnung gerichtet und Sie können dabei in Ruhe fotografieren. Falls Sie nicht möchten, dass das Leckerli auf dem Bild sichtbar ist, dann können Sie es hinter etwas in der Umgebung verstecken.

Der Hamster versucht die Nuss zu knacken – ich hatte hierdurch viel Zeit zum Fotografieren und zur Gestaltung verschiedener Kompositionen. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/200 s, f/16, ISO 100, Brennweite 150 mm

Der Hamster versucht die Nuss zu knacken – ich hatte hierdurch viel Zeit zum Fotografieren und zur Gestaltung verschiedener Kompositionen.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/200 s, f/16, ISO 100, Brennweite 150 mm

Im Außenbereich fotografieren

Sollte kein Blitz zur Verfügung stehen, dann können wir auch auf eine ähnliche Weise im Außenbereich vorgehen. Der Vorteil liegt darin, dass wir keine Zeit mit der Gestaltung der natürlichen Umgebung vergeuden müssen, sondern maximal nur noch Feinheiten wie bspw. den Blumen, dem Moos oder dem Gras klären.

Das Kätzchen habe ich extra im Schatten des Baumes fotografiert, damit das Licht weich wirkt. Der Hintergrund wurde hierbei durch eine geöffnete Blende verursacht. Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/160 s, f/10, ISO 500, Brennweite 150 mm

Das Kätzchen habe ich extra im Schatten des Baumes fotografiert, damit das Licht weich wirkt. Der Hintergrund wurde hierbei durch eine geöffnete Blende verursacht.
Nikon D800, Nikon 28–300/3.5–5.6, 1/160 s, f/10, ISO 500, Brennweite 150 mm

Auf Augenhöhe fotografieren

Selbst Menschen sehen nicht gut aus, wenn wir Sie von unten fotografiert werden. Daher sollten wir stets bemüht sein, die Tiere auf der Augenhöhe zu fotografieren. Die Mimik sowie die Komposition ist hierdurch viel besser. Die Aufnahme von unten können wir selbstverständlich auch nutzen, aber das ist eher ungewöhnlich, weil wir i. d. R. auf die Tiere von oben schauen. Fotos auf Augenhöhe sind viel interessanter. Falls das Tier noch klein ist und wir nicht im Gras liegen möchten, dann können wir es auf einer höheren Stelle (z. B. ein schöner und mit Moos bewachsener Stein) positionieren.

Ein Porträt eines Meerschweinchens leicht unter der Augenhöhe fotografiert ist eher ungewöhnlich, kann hierdurch jedoch attraktiver wirken. Das hohe Gras habe ich als Rahmen des Porträts ausgenutzt. Nikon D800, Tamron 35/1.8, 1/400 s, f/7.1, ISO 100, Brennweite 35 mm

Ein Porträt eines Meerschweinchens leicht unter der Augenhöhe fotografiert ist eher ungewöhnlich, kann hierdurch jedoch attraktiver wirken. Das hohe Gras habe ich als Rahmen des Porträts ausgenutzt.
Nikon D800, Tamron 35/1.8, 1/400 s, f/7.1, ISO 100, Brennweite 35 mm

Zum Schluss ein paar Tipps

Zum Fotografieren müssen die Tiere genauso wie für eine Ausstellung oder einen Wettbewerb vorbereitet werden. Das heißt, wir müssen das Fell durchkämmen und die Augen wischen, damit kein Schlafsand zurückbleibt. Ferner muss das Haustier sauber und in bester Kondition sein.

Achten Sie auf störende Elemente im Hintergrund. Der Fotograf konzentriert sich meistens maximal auf das Hauptobjekt, vernachlässigt jedoch hierbei oftmals den Hintergrund – so kann es passieren, dass störende Elemente wie ein Ästchen oder ein Teil des Käfigs sichtbar werden.

Sie sollten vor dem eigentlichen Fotografieren alles vorbereitet haben – sowohl die Umgebung als auch die Leckerli. Bringen Sie das Tier erst kurz vor dem Shooting zum Aufnahmeort, damit es nicht erschöpft ist. Arbeiten Sie nur so lange das Tier Spaß hat. Sie dürfen Ihr Heimtier auch nicht zwingen, sonst entwickelt es einen innerlichen Widerstand gegenüber der Fotografie.

Es ist sehr hilfreich, wenn Sie einen Assistenten haben, der das Tier beschäftigt, ihm als Belohnung Leckerli gibt und das Tier anspricht – der Gesichtsausdruck wird hierdurch deutlich schöner. Der Assistent passt zudem darauf auf, damit ihr Liebling nicht aus dem Fokus verschwindet oder von irgendwo herunterfällt.

Die Belichtungszeit sollte lieber kürzer sein von 1/125 bis 1/500 s. Natürlich ist dies auch davon abhängig, wie schnell sich das Tier bewegt – das Bild darf nämlich nicht unscharf aufgrund von Bewegungen sein. Öffnen Sie die Blende lieber etwas weiter, damit Sie eine geringe Schärfentiefe erreichen – das Ziel ist eine scharfe Abbildung des Hauptobjektes bei einem gleichzeitig unscharfen Hintergrund. Der ISO-Wert sollte so gering wie nur möglich sein, um eine Fotodegradation aufgrund des Bildrauschens zu vermeiden.

Geeignet sind insbesondere kürzere Tele-Zoom-Objektive, damit man die Komposition schnell ändern kann. Bei kleinen Tieren eignet sich auch ein Makroobjektiv.

Ich persönlich fotografiere im RAW-Format, weil man so viel bessere Möglichkeiten zur Bildnachbearbeitung hat. In Zoner Photo Studio kann ich die Belichtung bearbeiten – dunkle Stellen aufhellen sowie überbelichtete Bereiche wie z. B. weißes Fell abdunkeln.

Haben Sie und Ihr Tierfreund viel Spaß

Auch wenn die Bilder zu Beginn nicht so gelingen, wie Sie es sich vorgestellt haben, dann sollte das Fotografieren für Sie und Ihren kleinen Freund ein Vergnügen sein. Wenn es nämlich Ihrem Tier Spaß macht, dann können Sie noch mal ein paar Aufnahmen machen und sich jetzt endlich über gelungene Fotos freuen. Behalten Sie zudem immer im Hinterkopf, dass es bei der Tierfotografie immer um Geduld, eine gute Vorbereitung sowie Empathie geht.

Letzte Änderung 6. Juli 2017

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Autor: Věra Kuttelvašerová Stuchelová

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