Fotos zuschneiden: Regeln für professionelle Ergebnisse

Sie haben ein Foto gemacht, stellen aber zu Hause am Monitor fest, dass etwas fehlt. Das Zuschneiden von Fotos ist eine der schnellsten Methoden, um die Komposition zu verbessern, störende Elemente zu entfernen und dem Bild ein professionelles Aussehen zu verleihen. Ein richtig gewählter Ausschnitt kann das Seitenverhältnis verändern, das Hauptmotiv hervorheben und ein ansonsten durchschnittliches Bild retten. Aber auch das Zuschneiden hat seine Regeln, die es zu wissen lohnt.
Das erfahren Sie:
- Wann und warum man lieber einen breiteren Bildausschnitt wählen sollte.
- Wie das Werkzeug Freistellen und Drehen in Zoner Studio funktioniert.
- Wie man das richtige Seitenverhältnis auswählt (3:2, 16:9, freies Seitenverhältnis).
- Wie man die Drittelregel, den Goldenen Schnitt und andere Schnittmarken nutzt.
- Wie man den Horizont begradigt und einen amateurhaften Eindruck vermeidet.
- Wann man den perspektivischen Zuschnitt verwendet und wann besser Linien Ausrichten.
- Wie man störende Elemente durch Zuschneiden entfernt und die Komposition verbessert.
Natürlich ist es am besten, die Szene bereits beim Fotografieren mit einer durchdachten Komposition festzuhalten. Das ist jedoch nicht immer möglich. Bei Reportagen oder Sportveranstaltungen ändert sich die Situation schnell und oft bleibt keine Zeit, sich um die genaue Platzierung des Motivs im Bild zu kümmern. Bei Architekturaufnahmen kommt es bei der Bearbeitung in der Regel zu einer Begradigung des Horizonts oder einer Korrektur der Perspektive, sodass das endgültige Foto ein anderes Seitenverhältnis haben kann, als Sie es im Sucher sehen. Genau aus diesem Grund ist es sinnvoll, bereits beim Fotografieren einen späteren Zuschnitt einzuplanen.
Freistellen und Drehen in Zoner Studio
In Zoner Studio finden Sie im Modul Entwickeln die Funktion Freistellen und Drehen (C). Damit wechseln Sie in einen Modus, in dem Sie mit der Maus den Begrenzungsrahmen verschieben oder einen neuen Ausschnitt zeichnen können. Gleichzeitig können Sie auch die Drehung anpassen, indem Sie mit der Maus außerhalb des Bildes klicken und dann ziehen.

Die Einstellungen dieses Tools sind so wichtig, dass es sich lohnt, sie in mehreren Kapiteln zu beschreiben.
So wählen Sie das richtige Seitenverhältnis für Ihr Foto
Das Wichtigste ist die Einstellung des Seitenverhältnisses des resultierenden Bildes.

Für allgemeine Fälle empfehle ich, Aktuelles Verhältnis zu wählen, sodass ein Bild aus der Kamera, das beispielsweise das klassische Seitenverhältnis 3:2 hat, nach dem Zuschneiden zwar eine geringere Auflösung, aber wieder dieses Seitenverhältnis aufweist. Das ist deshalb praktisch, weil dann auch die zugeschnittenen Fotos zu den anderen passen und das Seitenverhältnis nicht bei jedem zufällig ist.
Manchmal ist es jedoch sinnvoll, Freies Verhältnis zu wählen. Dies gilt für Fotos, die eindeutig für sich allein stehen, oder beispielsweise für Panoramen, die jedes Mal anders ausfallen. Dann schränkt Sie Zoner Studio nicht ein und erlaubt Ihnen, einen beliebigen Rechteck zu zeichnen.
Die letzte Option ist Festes Verhältnis, das Sie entweder numerisch eingeben oder aus den voreingestellten Optionen auswählen können. Erwähnenswert ist sicherlich 16:9, das Seitenverhältnis von HD- und 4K-Monitoren. Breite Fotos haben übrigens auch ihren Reiz und sind einen Versuch wert. Das Ergebnis sieht mehr wie ein Film aus.
Wenn Sie häufig ein bestimmtes Seitenverhältnis verwenden, fügen Sie es über das Zahnrad als weiteren Eintrag zur Liste hinzu.
Die Drittelregel, der Goldene Schnitt und sonstige Schnittmarken
Die Auswahl der Schnittmarken fügt Ihrem Foto eine Strichgrafik hinzu, an der Sie sich orientieren können. Am häufigsten werden der Goldene Schnitt und die Drittelregel verwendet.

Es geht darum, die richtige Komposition zu unterstützen, indem Sie das Hauptmotiv gemäß dem Goldenen Schnitt oder der Drittelregel platzieren. In beiden Fällen sollte sich Ihr Motiv unter einem der vier Schnittpunkte im Bild befinden.

Ähnlich können Sie sich mit diagonalen Markierungen oder auch mit der Goldenen Spirale helfen.
Sehr nützlich ist auch das Raster, wenn auch nicht direkt wegen der Kompositionsregeln. Sie können es zur Korrektur der Bildausrichtung verwenden, da es dann viel einfacher ist, den Horizont auszurichten.
So richten Sie die Perspektive mithilfe des Zuschneidens aus
Als letztes versteckt sich das Kontrollkästchen Perspektivischer Zuschnitt. Auch wenn es wie eine Kleinigkeit erscheint, verändert es in Wirklichkeit die Funktionalität des gesamten Werkzeugs vollständig.
Anstatt die Seiten des Rechtecks zu verschieben, legen Sie nun die Eckpunkte des resultierenden Bildes fest.Zoner Studio berechnet dann, wie das Foto ausgerichtet werden muss.

Das gewünschte Ergebnis sind Bilder mit perfekt vertikalen Gebäudelinien.

Auch wenn sich die Perspektive auf diese Weise korrigieren lässt, ist es viel einfacher, die Zoner Studio-Funktion namens Linien ausrichten zu verwenden. Diese Funktion bietet viele Möglichkeiten und blockiert zudem nicht die weitere Verwendung der Zuschneidefunktion, die Sie für kleinere Korrekturen an dem bereits ausgerichteten Foto nutzen können. Weitere Informationen finden Sie in dem ausführlichen Artikel Sind Ihre Fotos schief? Richten Sie den Horizont und die Perspektive aus.
So schneiden Sie ein Foto zu
Wir wissen nun, wie man das Freistellungswerkzeug bedient. Aber wie nutzt man es bei realen Fotos?
Zunächst muss entschieden werden, ob eine perspektivische Korrektur vorgenommen werden soll. Dies betrifft vor allem Architekturaufnahmen, und außerdem hängt es von Ihnen ab, ob Sie die fallenden Linien der Gebäude stören. In vielen Fällen sind Korrekturen gar nicht notwendig oder es ist nicht genügend Platz für deren Durchführung vorhanden.
Bei anderen Aufnahmen erwarten Sie andere Kompositionskorrekturen, wobei eine der wichtigsten das Ausrichten des geneigten Horizonts ist. Dies ist wahrscheinlich das erste, was auf ein Amateurfoto hinweist. Bei Profis werden Sie keine schrägen Fotos sehen, es sei denn, dies ist ausdrücklich beabsichtigt. Das liegt nicht daran, dass sie die Kamera immer perfekt gerade halten. Der Grund ist vielmehr, dass sie solche Fehler bei der späteren Bearbeitung korrigieren. Durch Drehen des Fotos zusammen mit dem angezeigten Raster können Sie dieses Problem leicht beheben.

Ein weiteres häufiges Anfängerproblem sind störende Elemente am Rand des Fotos. Ja, das Hauptmotiv befindet sich zwar in der Mitte, aber es macht keinen Sinn, Mülltonnen, Passanten oder sogar unnötige Dinge in der Ferne aufzunehmen, die nichts mit unserem Foto zu tun haben und den Betrachter nur ablenken. Daher ist es ratsam, die Ecken zu überprüfen und gegebenenfalls den Ausschnitt leicht zu verschieben.
Der Rest hängt von Ihrem künstlerischen Gespür und Ihrer Absicht ab. Wenn Sie sich nicht sicher sind, insbesondere wenn sich das Hauptobjekt nahe der Bildmitte befindet, empfehle ich Ihnen, eine Alternative auszuprobieren und es gemäß der Drittelregel oder dem Goldenen Schnitt zu platzieren. Dazu ist es sinnvoll, die oben erwähnten Schnittmarken zu aktivieren.
Die Drittelregel ist interessant in Situationen, in denen Sie neben dem Hauptmotiv des Bildes auch ein kleineres Motiv im Hintergrund haben – wenn Sie diese an zwei gegenüberliegenden Schnittpunkten platzieren, wenden Sie die Drittelregel zweimal an, wodurch das Foto an Interesse gewinnt.


Es ist wichtig zu erwähnen, dass Sie in solchen Fällen nicht immer völlige Freiheit bei der Platzierung Ihres Objekts haben. Wenn es sich beispielsweise um Fotos von Menschen handelt, ist es viel besser, wenn diese mit dem Gesicht in den freien Raum des Bildes schauen, als wenn sie in den Randbereich blicken. Ähnlich verhält es sich mit Verkehrsmitteln.

So retten Sie ältere Fotos durch Zuschneiden
Es ist immer am besten, schon beim Fotografieren ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Kleinere Korrekturen der Komposition sind jedoch völlig normal, und größere Korrekturen können sogar ältere Fotos aus Zeiten retten, in denen Sie sich noch nicht so viele Gedanken über das Fotografieren gemacht haben. Jetzt wissen Sie, was Sie beim Fotografieren beachten müssen und wie Sie beim Bearbeiten des Bildausschnitts vorgehen sollten.
FAQ
Wie schneidet man ein Foto zu, damit es professionell wirkt? Grundsätzlich gilt es, den Horizont zu begradigen, störende Elemente an den Rändern zu entfernen und die Platzierung des Hauptmotivs nach der Drittelregel oder dem Goldenen Schnitt zu planen.
Ist es besser, Nahaufnahmen zu machen oder lieber Weitwinkelaufnahmen? In den meisten Situationen ist es sicherer, einen etwas breiteren Bildausschnitt zu wählen. Bei der Bearbeitung haben Sie dann Spielraum zum Zuschneiden und Begradigen, ohne wichtige Teile des Bildes zu verlieren.
Wie kann man den Horizont auf einem Foto begradigen? Mit dem Werkzeug Freistellen und Drehen können Sie das Foto einfach anhand des Rasters leicht drehen, damit der Horizont waagerecht ist.
Wie kann man das Seitenverhältnis eines Fotos ändern? Wählen Sie im Editor ein festes Seitenverhältnis (z. B. 1:1, 3:2, 16:9) oder verwenden Sie ein freies Seitenverhältnis und stellen Sie den Ausschnitt manuell ein.
Wann sollte man den perspektivischen Zuschnitt verwenden? Es eignet sich vor allem für Architektur, wenn vertikale Linien von Gebäuden kippen.
Beeinträchtigt das Zuschneiden die Qualität des Fotos? Das Zuschneiden verringert die Auflösung des Bildes, was jedoch bei normaler Verwendung für das Internet oder den Druck kleinerer Formate in der Regel kein Problem darstellt.