Fotografieren durch Fenster

Ob Glasscheiben oder Geschäftsauslagen – Fenster sind sehr interessante und oft fotografierte Objekte. Zum Teil reflektieren sie Licht, zum Teil lassen sie es durch. Jeder Winkel ist anders und oftmals einzigartig. Durch Glas hindurch zu fotografieren ist nichts Neues, man kennt es seit Jahren, und auch heutzutage sind Spiegelungsbilder stets sehr beliebt.

Für diese Fototechnik müssen Sie einfach nur Ihre Aufmerksamkeit erhöhen, Ihre Physikkenntnisse auffrischen (vor allem die Kapitel über Spiegel) und schon können Sie mithilfe von verschiedensten Glasflächen faszinierende Fotos aufnehmen. Einiges gilt trotzdem zu beachten, allen voran die Tatsache, dass Sie mindestens zwei Bilder auf einmal aufnehmen.

REPORTAGE, PORTRÄT, MODE

Lichtspiegelungen und Lichtbrechungen anhand von Glasscheiben werden in den verschiedensten fotografischen Kategorien verwendet. Reportagefotografen lieben es beispielsweise, Spiegelungen in Schaufenstern zu fotografieren und auf diese Weise zwei verschiedene Handlungen darzustellen. Typisch sind auch Mode-und Portraitaufnahmen von eleganten Damen in traditionellen Cafés.

Die Spiegelung verleiht dem ansonten gewöhnlichen Bild eine neue Dimension. Foto: Majo Elias

Die Spiegelung verleiht dem ansonten gewöhnlichen Bild eine neue Dimension. Foto: Majo Elias

AUSSCHLIEßLICH KONSTANTLICHT

Es ist besonders wichtig, auf diese Art nur bei Tages- oder Konstantlicht zu fotografieren – nie mit Blitz! Dieser zerstört die Lichtszene und anstatt einer schönen Spiegelung bekommt man auf dem Bild nur einen grellen Blitzfleck.

DOPPELTE BILDKOMPOSITION

Denken Sie daran, dass das Foto mindestens zwei Bilder umfassen wird – ein reales (hinter dem Glas) und ein gespiegeltes. Da Sie mehrere Szenen kombinieren, ist die richtige Bildkomposition und der ausgewählte Winkel äußerst wichtig.

Neben dem Portrait sieht man auf dem Foto auch das Abbild eines Baumes. Sowohl die Bildkomposition, als auch der Aufnahmewinkel wurden sorgfältig ausgewählt. Foto: Majo Elias

Neben dem Portrait sieht man auf dem Foto auch das Abbild eines Baumes. Sowohl die Bildkomposition, als auch der Aufnahmewinkel wurden sorgfältig ausgewählt. Foto: Majo Elias

AUSWAHL DER SPIEGELUNG

Oftmals ist man räumlich und zeitlich stark limitiert, wenn man die passende Reflexion in einer Glasscheibe oder einem Spiegel treffen will. Die Auslage oder ein Fenster kann man kaum bewegen, ganz zu schweigen von der sich spiegelnden Umgebung. Aus diesem Grund verwendet man so oft Bokeh – den verschwommenen Hintergrund, der sich im Glas spiegelt. Bokeh verleiht einem Foto etwas Mystisches. Diesbezüglich gehören vor allem Baumkronen zu den interessantesten Bokeh-Abbildern.

WETTER, SCHILDER, STAUB UND SCHMUTZ

Verschiedenste Unvollkommenheiten auf Glasscheiben müssen nicht immer negativ sein – man kann sie auch zu einem Vorteil im Bild machen. Regentropfen etwa sind an sich schon interessant und werden noch interessanter, wenn sie entlang der Glasscheibe herunter rinnen, hinter der ein schönes Mädchen in toller Pose steht. Schilder auf der Fensterscheibe verleihen dem Foto eine Geschichte oder geben Auskunft über den Aufnahmeort.

Die Regentropfen formen auf dem Glas eine interessante Struktur.  Das zerrissene Schild mit der Aufschrift „Arbeit“ gibt dem Foto  eine Geschichte . Foto: Majo Elias

Die Regentropfen formen auf dem Glas eine interessante Struktur. Das zerrissene Schild mit der Aufschrift „Arbeit“ gibt dem Foto eine Geschichte . Foto: Majo Elias

Der Schmutz des alten Spiegels hat ebenfalls beeindruckende Formen angenommen. Das Foto wirkt auf diese Weise nostalgisch. Foto Majo Elias

Der Schmutz des alten Spiegels hat ebenfalls beeindruckende Formen angenommen. Das Foto wirkt auf diese Weise nostalgisch. Foto Majo Elias

FOKUS UND BELICHTUNGSMESSUNG

Bei schlechteren Lichtbedingungen kann der Autofokus einer Kamera gewisse Schwierigkeiten mit dem richtigen Schärfen haben. Sie dürfen sich deshalb aber nicht über Ihre Kamera ärgern. Sie versucht nur, auf zu viele Kontraststellen auf einmal zu fokussieren (auf das reelle und gespiegelte Bild und außerdem auf die Glasscheibe, die dem Autofokus im Weg ist).

Deshalb ist es von Vorteil manuell zu schärfen. Die Messung und Belichtung sollten hierbei weniger problematisch sein, als beim Autofokus sein. Richten Sie Ihre Belichtung fast immer auf das reelle Objekt, da sich dieses meist nur wenige Zentimeter hinter der Glasscheibe befindet und dessen Lichtbedingungen mit jenen vor der Glasscheibe vergleichsweise ähnlich sein sollten.

Letzte Änderung 9. Juni 2014

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Autor: Majo Elias

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