Die 7 fotogensten Orte im Mittelmeerraum: Welchen besuchen Sie als Erstes?

Der Mittelmeerraum zählt zu den fotogensten Regionen der Welt – er kombiniert türkisfarbenes Meer, bergiges Inland und uralte Sehenswürdigkeiten. Wir haben sieben Orte ausgewählt, die kein Fotograf verpassen sollte – von der italienischen Toskana über das Gebirge Montenegros bis zur kroatischen Küste. Wir zeigen Ihnen, wohin Sie sich auf der Suche nach Architektur, Landschaft und authentischem Landleben aufmachen können.

Ich zweifle nicht daran, dass jeder von Ihnen im Mittelmeerraum seine eigenen fotogenen Lieblingsorte hat. Schließlich ist die Region so riesig, dass ein ganzes Leben kaum ausreichen würde, um sie komplett zu fotografieren. Neben der endlosen Vielfalt an Naturwundern bietet diese Kreuzung der Zivilisationen auch einen unglaublichen kulturellen Reichtum. Seit der Antike ziehen sich Netze von Seehandelsrouten durch den Mittelmeerraum, die den Austausch von Waren, Ideen und kulturellen Einflüssen erleichtern. Und für viele Fotografen ist genau diese Mischung der Zivilisationen vielleicht der interessanteste Aspekt von allen.

Albanien. © Ondrej Čechvala

Der Mittelmeerraum ist eine derart vielfältige Region, dass wohl das einzige gemeinsame Element seine wunderschönen türkisfarbenen Gewässer sind, die nicht nur auf Werbefotos erstrahlen. Wir werden uns jedoch nicht nur auf die Küste beschränken, sondern auch oft übersehene Regionen im Landesinneren erkunden. Um meine Auswahl etwas einzugrenzen, konzentriere ich mich nur auf den europäischen Teil der Region. Der Mittelmeerraum umfasst natürlich auch Teile Asiens und Afrikas, und falls Sie eigene Lieblingsorte haben, teilen Sie sie gerne mit uns in den Kommentaren.

Ländliches Sizilien, Italien. © Ondrej Čechvala

1. Ländliche Toskana in Italien

Toskana, Italien. © Ondrej Čechvala

Über den Mittelmeerraum zu sprechen ist kaum möglich, ohne Italien als Wiege einer der bedeutendsten europäischen Zivilisationen zu erwähnen. Fast überall in diesem Land stoßen Sie auf etwas Außergewöhnliches. Für mich persönlich gehört die Toskana zu den interessantesten Regionen. Viele von Ihnen kennen sicherlich das malerische Pisa oder Florenz. Diese lasse ich jedoch bewusst aus und möchte Sie stattdessen dazu einladen, das ländliche Italien zu erkunden.

Die Umgebung der großen Städte ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, sodass Sie zum Beispiel einen Besuch in Florenz mit Ausflügen in die kleinen Dörfer verbinden können, die sich um die Stadt herum erstrecken. Diese kleinen, beschaulichen Dörfer liegen in einer malerischen, hügeligen Landschaft, durchzogen von Weinbergen und alten Olivenbäumen.

Landschaft um Fiesole, Italien. © Ondrej Čechvala

Von Florenz aus fahren Sie beispielsweise ganz einfach mit dem Bus nach Fiesole, das acht Kilometer entfernt liegt. Dieses Dorf befindet sich auf einem hohen Hügel mit Blick auf das Tal des Arno. Hier finden Sie uralte etruskisch-römische Ruinen, ein bemerkenswert gut erhaltenes Amphitheater und luxuriöse Villen, die zwischen Olivenbäumen verborgen liegen. Wenn Sie mit dem Auto reisen, haben Sie natürlich noch deutlich mehr Möglichkeiten.

2. Bergiges Inland Montenegros

Nationalpark Durmitor, Montenegro. © Ondrej Čechvala

Wenn wir von den historischen Hafenstädten Montenegros aus nach Norden reisen, betreten wir eine Welt endloser Bergpanoramen, Weiden und kleiner, abgelegener Dörfer. Im Süden erheben sich die von Kiefern bewachsenen Hügel steil direkt aus dem Meer. Dieses Gebiet gab Montenegro auch seinen Namen – die mit dunklen Kiefernwäldern bedeckten Hügel wirken vom Meer aus gesehen schwarz. Weiter im Norden erreichen wir alpine, von Gletschern geformte Gipfel, deren Höhe oft 2.000 Meter übersteigt.

Nationalpark Prokletije, Montenegro. © Ondrej Čechvala

Wenn Sie mit der Kamera nach Montenegro reisen möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten. Mit einer Kombination aus Flugzeugen, Zügen und Taxis kommen Sie ganz einfach zum Ausgangspunkt Ihrer Route und können von dort aus eine Bergwanderung unternehmen, deren Länge Sie fast beliebig wählen können. Idealerweise natürlich nur mit der unbedingt nötigen fotografischen Ausrüstung. Die zweite Möglichkeit ist, die Ausrüstung nach eigenem Ermessen zu packen und mit dem Auto nach Montenegro zu fahren. Kurvige Straßen durchziehen Gebirgspässe mit atemberaubenden Ausblicken, und mit einem soliden Auto und einer Portion Mut gelangen Sie auch in sehr abgelegene Winkel.

3. Barcelona, Spanien

Barcelona, Spanien. © Ondrej Čechvala

Barcelona verbindet faszinierenden Städtebau, gotische sowie moderne Architektur. Sie können sich in den bezaubernden Gassen verlieren oder auf einem der vielen versteckten kleinen Plätze die Einheimischen bei ihrem Alltag beobachten. Und wenn Sie der Trubel der Großstadt ermüdet, können Sie sich zum weitläufigen Strand aufmachen, der sich direkt in Barcelona befindet.

Palau Güell in Barcelona, Spanien. © Ondrej Čechvala

Die Werke von Antoni Gaudí bilden ein Kapitel für sich. Seine Architektur ist voller interessanter organischer Formen und Kurven, die Sie in Ihren Kompositionen sehr kreativ nutzen können. Besuchen Sie die Sagrada Família gleich am Morgen, um einzufangen, wie die Glasfenster strahlendes Licht ins Hauptschiff werfen. Der Park Güell wiederum bietet weite Ausblicke, die Sie mit farbenfrohen Mosaiksteinchen einrahmen können.

4. Athen, Griechenland

Athen, Griechenland. © Ondrej Čechvala

Küste bei Athen, Griechenland. © Ondrej Čechvala

Athen ist eine weitere unglaublich vielfältige Stadt, die der europäische Mittelmeerraum zu bieten hat. Sie haben die seltene Gelegenheit, in einem einzigen Foto Jahrtausende antiker Geschichte mit dem rauen, pulsierenden Stadtleben zu verbinden. An den meisten Sommertagen erleben Sie in Athen ein hartes, goldenes und kontrastreiches Licht, durch das Texturen – vor allem antiker Marmor und mediterraner Stein – auf Fotos wunderschön zur Geltung kommen.

Nach Athen kommen Sie mit dem Flugzeug sehr einfach von fast jedem Ort in Europa aus. Zudem ist die Stadt so ausgedehnt, dass Sie hier leicht eine ganze Woche mit Besichtigen und Fotografieren verbringen können.

5. Ländliches Sizilien in Italien

Ragusa und Modica, Italien. © Ondrej Čechvala

Wieder Italien – und wieder geht es ins Landesinnere. Städte wie Modica und Ragusa wurden nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 im sizilianischen Barockstil wiederaufgebaut. Ihre steile Topografie bietet aus fast jedem Blickwinkel interessante Ausblicke. Beide Städte sind aus hellem Kalkstein erbaut, was während der goldenen Stunde besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Wenn bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang die Sonnenstrahlen auf sie fallen, erstrahlt der Stein, und das gesamte Städtchen ist in einen warmen, zauberhaften Bernsteinton getaucht, der ideal für die Landschafts- und Architekturfotografie ist.

Catania. © Ondrej Čechvala

Und wenn Sie genug von den abgelegenen Bergstädtchen mit ihren steilen Hängen haben, können Sie sich zu belebten Küstenstädten wie Taormina, Palermo oder Catania aufmachen. Sie befinden sich dort in einer Welt, die Europa mit asiatischen und afrikanischen Einflüssen verbindet.

6. Ländliches Leben in den Bergen Bosniens und der Herzegowina

Nationalpark Bjelašnica, Bosnien und Herzegowina. © Ondrej Čechvala

Bosnien und Herzegowina grenzt an Montenegro, von dem bereits die Rede war. Das Gelände ist hier jedoch im Durchschnitt niedriger, wobei der höchste Punkt der Berg Maglić (2.386 Meter) ist, der sich direkt an der Grenze zu Montenegro befindet. Die Landschaft Bosniens und der Herzegowina zeichnet sich durch weitläufige Hochebenen, tiefe, smaragdgrüne Täler und Gletscherseen aus.

Nationalpark Bjelašnica, Bosnien und Herzegowina. © Ondrej Čechvala

Touristen gibt es hier noch weniger als in Montenegro. Das bedeutet, dass Sie hier auf wirklich isolierte Bergdörfer und die letzten Überreste des traditionellen Hirtenlebens stoßen. Am bekanntesten ist wohl das Dorf Lukomir, das auf 1.495 Metern Höhe liegt und die höchstgelegene Siedlung des Landes ist. Hirtenleben und interessante Bergdörfer finden Sie auch in der Umgebung der Berge Maglić, Prenj, Zelengora und Čvrsnica.

7. Die kroatische Küste

Kroatische Küste. © Ondrej Čechvala

Müsste ich mich für nur ein Land mit der interessantesten Küste entscheiden, wäre es wahrscheinlich Kroatien. Die kroatische Küste liegt an der Adria, die sich durch kristallklares, türkisfarbenes Wasser, imposante Kalksteinklippen und unzählige bezaubernde Inseln auszeichnet. In Kroatien können Sie sich mitten unter Touristenmassen befinden, aber auch einen ganzen Strand ganz für sich allein haben. Neben den Naturkulissen bieten die uralten befestigten Städte einen weiteren Anreiz: Ihr Charakter wurde durch Jahrhunderte römischer, venezianischer und habsburgischer Herrschaft geprägt.

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AutorOndrej Cechvala

Fotografie bereitet mir Spaß und ist gleichzeitig mein Lebensunterhalt. Entweder trifft man mich mit meiner Kamera bei einer Hochzeit oder irgendwo in der Welt. Vom Polarkreis bis zum Äquator. Ich finde überall dort ein Zuhause, wo ich lächelnden Menschen begegne. Ich sammle dann gerne Geschichten von Menschen und Orten, aus denen ich längere Serien zusammenstelle. Einige davon finden Sie auf meiner Website.

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