Bewegung in Bildern erfassen

Das erste erfolgreiche Bewegungsfoto wurde vom Fotografen und Erfinder Eadweard Muybridge 1878 mit einer sog. Chronofotografie oder Hochgeschwindigkeitsfotografie-Technik im Zuge seiner Studie „Das Pferd in Bewegung“ aufgenommen. Wir möchten in diesem Artikel gerne darüber berichten, wie man Bewegungen einfriert oder wie man sie auch durch Verwischen gewisser Bildbereiche hervorhebt.

Das Anhalten von Zeit – und somit auch Bewegung – ist für Fotografie fundamental.  Man kann auf diese Weise dem Publikum Einblick in einzigartige Momente gewähren, die nicht mehr wiederholt werden. Überdies sind aber Kameras und kreative Fotografen fähig, Bewegung, anstatt sie einzufrieren, zu betonen oder sogar zu simulieren.

BEWEGUNG EINFRIEREN

Es gibt nur einen Weg, wie man Bewegung in einem Foto anhalten bzw. einfrieren kann. Man muss mit der kürzest möglichen Belichtungszeit für die jeweilige Bewegungsart fotografieren. Zum Beispiel reicht 1/200 s für das Einfrieren eines hüpfenden Kindes – nicht jedoch um einen Skispringer einzufrieren.

Grundsätzlich kann man sagen, je kürzer die Belichtungszeit, desto besser. Aber übertreiben Sie es wiederum nicht. Es ist sinnlos mit einem ISO von 6400 bei 1/8000 s zu fotografieren. Bedenken Sie auch, dass die benötigte Belichtungszeit von der Bewegungsrichtung des Objekts und seiner Entfernung abhängt.

Wenn Sie beispielsweise ein 200 Meter weit entferntes Auto knipsen wollen, das auf Sie zukommt, brauchen Sie eine kürzere Belichtungszeit, als für ein direkt an Ihnen vorbeifahrendes Auto. Wollen Sie mit Bewegungsfotografie experimentieren wollen, empfehle ich Ihnen Wasserskisport zu fotografieren. Die Athleten in dieser Sportart sind nicht allzu schnell, aber das Einfrieren des spritzenden Wassers wird Ihnen einige tolle Bilder bescheren.

Eingefrorene Bewegung mit sehr kurzer Belichtungszeit, 1/2000 s. Foto: Majo Elias.

Eingefrorene Bewegung mit sehr kurzer Belichtungszeit, 1/2000 s. Foto: Majo Elias.

BEWEGUNG VERWISCHEN

Daneben gibt es auch noch das Gegenteil – Bewegungen verwischen. In der Praxis bedeutet dies, Bewegungsunschärfen zum Verschmieren von bewegten Objekten zu verwenden.

Hier werden genau die entgegengesetzten Regeln angewandt.

Wenn Sie ein schnell an Ihnen vorbei fahrendes Auto verwischen wollen, reicht eine Belichtungszeit von 1/125 s. Aber treiben Sie es nicht zu weit! Bei einer zu langen Zeit wird auf dem Foto nichts als eine nicht identifizierbare Schmierspur sichtbar sein.

Andererseits, wenn Sie etwas fotografieren möchten, das sich nicht so schnell bewegt (wie strömendes Wasser oder Wolken), muss die Belichtungszeit lange genug sein, um diese Bewegung einfangen zu können. Es wird sich in diesem Fall um einige Sekunden handeln.

Bei dieser Art von Fotografie ist es besonders wichtig, dass alle sich nicht bewegenden Objekte scharf sind, denn Sie wollen ja nur die Bewegungsunschärfe einfangen und nicht alles rundherum unscharf haben. Deshalb werden Sie für Bilder mit langen Belichtungszeiten ein Stativ brauchen. Das sog. Mitziehen (engl. Panning) ist eine weitere interessante Option.

Trainierende Eishockeyspieler, aufgenommen mit Bewegungsunschärfe. Foto: Majo Elias.

Trainierende Eishockeyspieler, aufgenommen mit Bewegungsunschärfe. Foto: Majo Elias.

BEWEGUNG ERZEUGEN

Überdies können Sie Bewegung auch künstlich erzeugen. Beispielsweise indem Sie die Kamera bewegen – Sie können ganz einfach die Kamera während der Aufnahme drehen. Dieser Trick funktioniert am besten mit einer Belichtungszeit um etwa 1/40 s herum. Eine genügend lange Zeit zum Verwischen, aber kurz genug, um das Objekt in der Mitte scharf zu behalten.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Zoomring des Objektivs während der Belichtung zu drehen. Beachten Sie jedoch, dass Sie für dieses Experiment eine DSLR oder eine spiegellose Kamera brauchen werden, denn die meisten Kompaktkameras lassen keine Zoomänderung während der Belichtung zu. In vielen Fällen werden Sie außerdem ebenfalls ein Stativ benötigen.

Schließlich können Sie aber ebenso gut das digitale Panning im Zoner Photo Studio anwenden.

Durch Ziehen des Objektivs zur Seite während der Belichtung entsteht ein Eindruck von Bewegung. Foto: Rastislav P.

Durch Ziehen des Objektivs zur Seite während der Belichtung entsteht ein Eindruck von Bewegung. Foto: Rastislav P.

Durch Ziehen des Objektivs zur Seite während der Belichtung entsteht ein Eindruck von Bewegung. Foto: Rastislav P.

Letzte Änderung 2. Februar 2015

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Autor: Majo Elias

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