Beherrschen Sie den Zoom Effekt: 6 Schritte zu effektvollen Bildern

Der Zoom Effekt (engl. Zoom burst), ist eine effektvolle Fotografie-Technik, die Sie vielleicht schon gesehen haben. Das Ergebnis ist eine eindrucksvolle Aufnahme, die den Eindruck schwindelerregender Geschwindigkeiten erweckt und interessante optische Effekte bildet. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Technik meistern.

Beim Zoom Effekt handelt es sich um eine kreative Technik des Fotografierens, bei der Sie während des Fotografierens, gleichmäßig die Brennweite des Objektivs verändern. Es ist daher notwendig, mit einer ausreichend langen Verschlusszeit zu arbeiten, die Ihnen genug Zeit gibt, den Zoomring während der Aufnahme zu drehen. 

zoom burst efekt

flickr.com, tackyshack

Das Ergebnis kann ein völlig abstraktes Foto sein, wenn Sie zum Drehen des Zoomrings die ganze Verschlusszeit nutzen. Falls Sie hingegen nur zu Beginn den Zoomring drehen und dann die Aufnahme standardmäßig vollenden, dann erhalten Sie ein klassisches Bild, dass durch Lichtbahnen bereichert wird. Dies betrifft insbesondere Nachtaufnahmen, bei der mehrere Lichtquellen erfasst werden, die zum gewünschten Effekt führen.

zoom burst efekt

flickr.com, John Warwick

Ein Stativ ist kein Muss, aber lohnenswert

Ein Zoom-Objektiv (Objektiv mit änderbarer Brennweite) ist zwingend erforderlich, mit dem ein manuelles sowie gleichmäßiges Ändern der Brennweite möglich ist. Diese Objektive finden Sie bei DSLRs und spiegellosen Systemkameras mit wechselbaren Objektiven. Diese Technik können Sie daher nicht mit einer einfachen Kompaktkamera oder einem Mobilgerät erstellen. In solchen Fällen müssen Sie sich mit einer Nachbildung des Zoom Effekts in Zoner Photo Studio zufriedengeben.

Beim Fotografieren am Tag können Sie zwar aus der Hand fotografieren, aber bessere Ergebnisse erzielen Sie mit einem stabilen Stativ. Bei einer geringen Lichtmenge (Abends oder bei Nacht), wo diese Technik am effektivsten ist, werden Sie ein Stativ oder ein anderes Stabilisierungsmittel garantiert benötigen.

flickr.com, Shawn Harquail

Ferner werden Sie eine Fotokamera und ein Objektiv benötigen, dass Ihnen die Arbeit mit dem manuellen Fokus ermöglicht. Die Aufnahme beginnt nämlich bereits während des Zoomens und entspricht nicht der finalen Bildkomposition. Falls Sie die Aufnahme hingegen zu Beginn mit dem Autofokus beginnen, dann wird das Bild schlecht fokussiert sein.

Wie geht man beim Fotografieren vor

Bei abstrakten Aufnahmen sind gegliederte Szenen (z. B. ein Wald oder ein Graffiti an der Wand) ein passendes Motiv. Bei Nachtaufnahmen eignen sich Szenen, die verschiedene Lichtquellen enthalten. Ein geeignetes Motiv sind somit Stadtlandschaften oder belichtete Architekturwerke.

1) Befestigen Sie die Fotokamera auf das Stativ und nehmen Sie die Komposition vor. Arbeiten Sie mit der kürzesten Brennweite oder auch umgekehrt mit der längsten Brennweite. Selbstverständlich können Sie auch nur mit einem bestimmten Brennweitenbereich Ihres Zoomobjektivs arbeiten, aber in solchen Fällen ist es schwieriger, die Laufbahn beim Drehen des Zoomrings im Auge zu behalten.

2) Fokussieren Sie manuell oder schalten Sie den Autofokus am Objektiv nach der Fokussierung ab, um ein ungewolltes Nachfokussieren zu vermeiden.

3) Drehen Sie den Zoomring in die umgekehrte Position, die die finale Komposition haben soll. Falls Sie also mit einer kurzen Brennweite fotografieren möchten, dann zoomen Sie auf die längste Brennweite und umgekehrt.

4) Stellen Sie die geeigneten Belichtungsparameter ein. Um sich die Arbeit etwas zu erleichtern, können Sie die Blendenautomatik nutzen. Bei Tageslicht wählen Sie eine Verschlusszeit (VZ) zwischen 0,5 bis 2 s. Bei Nachtaufnahmen bewegt sich die VZ bei Werten um die 30 Sekunden. Arbeiten Sie mit der niedrigsten ISO und einer Blende, die sich für die eingestellte Verschlusszeit eignet. Bei der Verwendung der Blendenautomatik wird die Blende automatisch von der Fotokamera eingestellt.

zoom burst efekt

flickr.com, vikwaters

5) Betätigen Sie den Auslöser oder noch besser, den Fern- oder Selbstauslöser.

6) Direkt nach der Betätigung des Auslösers beginnen Sie gleichmäßig den Zoomring auf Ihrem Objektiv zu drehen. Bei abstrakten Aufnahmen sollte sich die Geschwindigkeit des Drehens über die gesamte Verschlusszeit erstrecken. Dies ist insbesondere bei Tagesaufnahmen wichtig. Bei Nachtaufnahmen sollte sich die Drehzeit auf etwa die Hälfte der Verschlusszeit beschränken. Hierdurch wird eine ausreichende Zeichnung des Hauptmotivs erzielt. Ferner lohnt es sich, mit verschiedenen Verschlusszeiten zu experimentieren.

Zoom Effekt in Zoner Photo Studio nachbilden

Falls Ihr Objektiv das manuelle Zoomen nicht unterstützt, dann sollten Sie nicht verzweifeln. Sie können den Zoom Effekt ganz einfach am Computer nachbilden.

In Zoner Photo Studio können Sie hierzu im Modul Editor im Menü den Befehl Verbessern > Weichzeichnen (Strg+6) nutzen.

zoom effekt in ZPS

Als Typ stellen Sie “Zoom” ein. Sie können ganz einfach die Stärke des Effekts anpassen und sogar die optische Mitte des Effekts einstellen. Diese Möglichkeiten haben Sie in Ihrer Fotokamera nicht (dieser wird sich immer in der Mitte befinden).

zoom effekt in ZPS

Zur Nachbildung eines kombinierten Effekts (ein Teil mit dem Zoomen und ein Teil statisch) bei einer Abendaufnahme, habe ich neben dem Typ “Zoom”, auch noch den Mischmodus “Aufhellen” eingestellt.

 

Letzte Änderung 25. Dezember 2018

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Autor: Jan Zeman

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