8 Fallstricken der Street Photography

Es erscheint einem schnell so, als ob hinter guten Street Aufnahmen vor allem das Glück steht. Aber zur richtigen Zeit an einem interessanten Ort zu sein, reicht allein noch nicht aus. Hinter den besten Street Fotos steht meist eine geplante Vorgehensweise sowie die Überwindung von etlichen Hürden.

Die Popularität der Street Photography ist bei Fotografen i. d. R. hoch und viele Menschen widmen sich ihr. Sich nämlich auf den Weg in die Straßen zu begeben und seine Fotokamera dabei zu haben ist nämlich nicht kompliziert. Bei den vielen Straßenfotos ist es jedoch gar nicht so einfach, seinen eigenen Stil zu entwickeln und sich von der Masse abzuheben. Zum Teil, weil viele Fotografen auf dem Weg bis zur Aufnahme, ob sie es nun wissen oder nicht, auf einige typische Probleme stoßen. Werfen wir einen Blick darauf, worauf man bei der Street Fotografie besonders achten sollte.

Der Versuch, alles in ein Bild zu bekommen

Auf der Straße ist oftmals eine Menge los. Menschen gehen hin und her, bleiben stehen, reden miteinader und befinden sich in einer mannigfaltigen Umgebung. Der Versuch, alles in einem Foto festzuhalten, führt jedoch zu einem chaotisch wirkenden Bild. Ferner ist es für den Betrachter schwierig, zu enträtseln, welche Intention hinter der Aufnahme steckt. Und anstelle unverwechselbarer Bilder haben Sie am Ende eine Vielzahl von langweiligen Schnappschüssen.

Obwohl Sie Ihre Fotos später in Zoner Photo Studio bearbeiten können, um die störenden Elemente zu entfernen, sollten Sie sich im Voraus überlegen, was Sie genau fotografieren möchten.

Wenn Sie sich schämen auf der Straße zu fotografieren, dann ist es schon ein Erfolg, die Fotokamera einfach nur in die Hand zu nehmen und durch den Sucher zu schauen. Aber scheuen Sie sich nicht davor einen Schritt weiter zu gehen und die ganze Szene zu vereinfachen. Konzentrieren Sie sich auf ein bestimmtes Objekt und lassen Sie alles weg, was nicht damit zusammenhängt. Ihr Foto wird hierdurch interessanter und verständlicher für den Betrachter.

Zur Vereinfachung können Sie das Bild auch zuschneiden.

Zur Vereinfachung können Sie das Bild auch zuschneiden. Durch das Zuschneiden der Aufnahme in ein Quadrat wurden alle störenden Elemente entfernt und lediglich die Silhouette eines Menschen blieb übrig. Sony A7, FE 50 mm F1.8, 1/200 s, f/8, ISO 400, Brennweite 50 mm

Aufnahmen aus einer zu großen Entfernung

Ein Grund, warum Street Fotos manchmal zu überladen wirken, ist die Tatsache, dass der Fotograf zu weit vom Hauptobjekt entfernt war.

Robert Capas berühmtes Zitat „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann warst du nicht nah genug dran“ ist vielleicht klischeehaft und nervig, aber trotzdem ist es immer noch zutreffend. Besonders dann, wenn Sie sich auf das Fotografieren von Menschen konzentrieren. Durch die zu große Entfernung kann der Kontakt mit dem Betrachter verloren gehen, was sich wiederum unpersönlich anfühlt. Sie müssen ein bisschen mutiger sein und Ihre Komfortzone verlassen. Als Belohnung erhalten Sie Bilder mit mehr Tiefe, die Ihr Publikum in die Handlung hineinziehen werden.

Die direkte Sicht auf das Objektiv macht dieses Foto so anziehend.

Die direkte Sicht auf das Objektiv macht dieses Foto so anziehend. Es erzeugt ein Gefühl des Kontakts mit der Person, die das Foto betrachtet. Canon EOS 100D, EF-S24mm f/2.8 tSTM, 1/80 s, f/4, ISO 200, Brennweite 24 mm

Nur an belebten Orten fotografieren

Auch wenn belebte Plätze und Straßen voller Menschen und Handlungen sind, heißt das noch lange nicht, dass ruhigere Orte langweilig sind. Die Straßenfotografie muss sich nicht nur auf die Hektik in der Stadt beschränken. Versuchen Sie, die Atmosphäre verlassener Plätze in der Stadt einzufangen. Straßen, wo die Zeit stehen geblieben ist. Vielleicht finden Sie heraus, dass Sie solche Orte viel interessanter finden. Sie können auch gerne die Menschen ganz auslassen und versuchen, eine Geschichte ohne sie zu erzählen.

Straßenfotos müssen nicht unbedingt direkt auf der Straße aufgenommen werden.

Straßenfotos müssen nicht unbedingt direkt auf der Straße aufgenommen werden. Sie können auch in einem halb leeren Imbiss Fotos gemacht werden. Sony A7, Sony FE 35mm f/2.8 ZA, 1/80 s, f/3.2, ISO 2500, Brennweite 35 mm

Zu schnell gehen

Manchmal habe ich auf der Straße das Gefühl, als gäbe es nichts zu fotografieren und nirgendwo etwas Interessantes. Ich bemerke dann meistens, dass ich zu schnell gelaufen bin, zu wenige Stopps gemacht habe und mich nicht genug umgesehen habe.

Gewöhnlich laufen wir nämlich von einem Ort zum anderen und versuchen unser Ziel so schnell wie nur möglich zu erreichen. Ein Street Fotograf sollte jedoch bei jedem Schritt aufmerksam sein und die Umgebung betrachten. Es lohnt sich daher, einen Gang runterzuschalten und nach passenden Momenten sowie Szenen Ausschau zu halten. Denn wenn man zu schnell geht, übersieht man vieles.

Für dieses Foto musste ich einfach Geduld mitbringen.

Ich bin an einer Stelle stehengeblieben und blieb dort mehrere Minuten. Ich habe währenddessen einige Aufnahmen gemacht. Für dieses Foto musste ich einfach Geduld mitbringen. Sony A7, FE 50 mm F1.8, 1/200 s, f/8, ISO 100, Brennweite 35 mm

Unentschlossenheit

Die Schnelligkeit lohnt sich jedoch, wenn Sie gerade bei der Entscheidung sind, ob Sie die Kamera herausnehmen sollen oder nicht. Sie sollten auf jeden Fall eine Aufnahme machen, auch wenn Sie gerade noch am Grübeln sind, ob das Foto lohnenswert sein könnte. Bedenken können Sie nämlich oftmals von guten Aufnahmen abhalten. Lohnt sich eine Aufnahme? Ist es nicht peinlich, wenn ich hier einfach irgendetwas fotografiere? Wird sich die Person nicht ärgern? Vielleicht ist das Foto am Ende wirklich nicht gut oder eine Person wird etwas unangenehm. Es ist aber nichts einfacher, als sich höflich zu entschuldigen und die eigenen Absichten zu erläutern. So erlangen Sie mehr Selbstbewusstsein und wissen auch später, worauf es ankommt. Und es ist immer besser, ein Foto im Nachhinein zu löschen, als später zu bedauern, dass man keine Aufnahme gemacht hat.

Nur auf Augenhöhe fotografieren

Im Laufe der Zeit können Fotos, die direkt auf Augenhöhe aufgenommen wurden, aufgrund der gewöhnlichen Perspektive langweilig wirken. Wenn Sie in die Hocke gehen und andere Blickwinkel und Perspektiven ausprobieren, können Sie sich eine völlig andere und interessantere Sicht auf die zu fotografierenden Objekte verschaffen.

Versuchen Sie, Ihre Kamera auf den Boden zu legen oder irgendwo hochzuklettern und von oben zu fotografieren. So zeigen Sie Ihrem Betrachter eine völlig andere Perspektive, die einem gewöhnlich gehenden Passanten normalerweise verborgen bleibt.

Manchmal ist es interessanter nach unten anstatt vor sich zu blicken.

Manchmal ist es interessanter nach unten anstatt vor sich zu blicken. Sony A7, Sony FE 35mm f/2.8 ZA, 1/2500 s, f/3.5, ISO 100, Brennweite 35 mm

Die Umgebung vergessen

Oftmals gilt, je länger man sich an einem bestimmten Ort aufhält, desto weniger faszinierend findet man ihn. Dann ist es kein Wunder, dass Sie aufhören Dinge wahrzunehmen, die einzigartig sind. Das Gefühl, dass in einem anderen Land oder in einer aufregenden Großstadt bessere Bilder auf Sie warten, ist daher völlig logisch. An solchen Orten ist man viel aufmerksamer und man findet alles so interessant, sodass das Fotografieren zum Kinderspiel wird.

Es wäre aber schade, wenn Sie es nicht zumindest versuchen würden, so viel wie nur möglich aus Ihrer nahen Umgebung herauszuholen. Obwohl Sie die Umgebung in- und auswendig kennen, können Sie durch mehr Aufmerksamkeit auch interessante Bilder erstellen. Auch wenn Ihr Heimatort für Sie langweilig wirkt, heißt es noch lange nicht, dass andere diesen Ort auch uninteressant finden.

Klischees erliegen und berühmte Fotos nachahmen

Es ist gut Aufnahmen von anderen Fotografen zu betrachten und Inspirationen bei bekannten Profis zu sammeln. Man sollte jedoch nicht der Versuchung verfallen, solche Fotos nachzuahmen, weil Sie ganz einfach nicht so interessant wie die eigene Ausdrucksweise sein werden. Auch wenn es manchmal so erscheint, als könnte man nichts Neues in der Straßenfotografie erfinden, gibt es immer Möglichkeiten, seine eigene Handschrift unter das Foto zu setzen. Die Street Fotografie kann nämlich sehr vielfältig sein. Und es wäre schade, wenn man sich nur auf die bekannten Themen beschränkt.

Behalten Sie also Seiten, Blogs oder Gruppen im Auge, die sich auf Facebook und Instagram der Straßenfotografie widmen und lesen Sie einige Bücher hierzu. Das gibt Ihnen eine bessere Vorstellung davon, wie dieses Genre angegangen werden kann und was bereits ein Klischee ist.

Man muss nicht immer die ganze Person erfassen.

Man muss nicht immer die ganze Person erfassen. Ein Kopf der sich hinter einer Mauer versteckt, wirkt geheimnisvoll. Sony A7, Sony FE 35mm f/2.8 ZA, 1/100 s, f/4, ISO 100, Brennweite 35 mm

Egal ob Sie gerade erst mit der Straßenfotografie begonnen haben oder es schon eine Weile tun, halten Sie Ihre Augen offen. Und haben Sie keine Angst davor, Ihre Komfortzone zu verlassen. Das bringt Sie immer ein bisschen näher an schöne Bilder und bereitet Ihnen anschließend auch mehr Freude am Fotografieren.

Letzte Änderung 3. Oktober 2017

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Autor: Dasa Husarova

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