6 Tipps zum Fotografieren von Wasser

Sie können das Wasser auf verschieden Weisen fotografieren. Wie eine Szenerie aus einem Großfilm, wo ein Fluss durch einen schönen Wald fließt oder wie ein kraftvolles Element der Natur, welches voller Bewegung ist. Entdecken Sie die verschiedenen Möglichkeiten und lassen Sie sich von unseren sechs Tipps inspirieren.

Schloss Rájec nad Svitavou.

Das Fotografieren von Wasser hat einen großen Vorteil, wir finden überall Themen hierzu. Und praktisch jede Gestalt von Wasser eignet sich für Aufnahmen. Es bieten sich meist schon hinter dem eigenen Haus Möglichkeiten, Wasser zu fotografieren. Und falls doch noch das gewisse Etwas fehlen sollte, dann können Sie eine weitere Reise machen, um Wasser fotografieren zu können.

Große Wasserflächen fotografieren

Große Wasserflächen, wie z. B. ein Fischteich, ein See oder das Meer sind oftmals sehr imposant. In Verbindung mit einem Sonnenuntergang entstehen beeindruckende Szenen, die man einfach fotografieren muss.

Ein See mit einem Hügel im Hintergrund.

Ein See mit einem Hügel im Hintergrund. Ich habe hier mit einer relativen kurzen Verschlusszeit fotografiert. Canon 5D Mark IV, Canon EF 16-35/2.8 III, 1/13 s, f/18, ISO 100, Brennweite 16 mm

Es hängt viel davon ab, welche Verschlusszeit wir verwenden. Beim ersten Beispiel habe ich eine Verschlusszeit von 1/13 s gewählt, aber die Szene ändert sich dramatisch bei einer längeren Verschlusszeit. Die schärfere Variante gefällt mir persönlich mehr, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Wenn Sie ein Stativ dabei haben und eine hohe Blende einstellen oder einen ND Filter verwenden, dann können Sie mit einer Verschlusszeit von bis zu 2,5 Sekunden fotografieren. Das Ergebnis kann man im zweiten Beispiel sehen – die Bewegung des Wassers ist völlig verschwunden und ein träumerisches Bild entsteht hierdurch:

Bei dieser Aufnahmen habe ich hingegen eine längere Verschlusszeit gewählt.

Bei dieser Aufnahmen habe ich hingegen eine längere Verschlusszeit gewählt. Canon 5D Mark IV, Canon EF 16-35/2.8 III, 2.5 s, f/22, ISO 100, Brennweite 24 mm

Zum Fotografieren von Wasser benötigen Sie nicht unbedingt einen Sonnenuntergang. Sie können ebenso gut während des Tages fotografieren und beispielsweise das Meer fotografieren. Damit das Foto nicht langweilig wirkt, sollten Sie auch einen Teil der Umgebung erfassen, wie z. B. die Felsbrandung.

Eine Felsbrandung im Norden Spaniens.

Eine Felsbrandung im Norden Spaniens. Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/80 s, f/7,1, ISO 100, Brennweite 16 mm

Spiegelungen auf der Wasseroberfläche fotografieren

Gern gesehen sind auch Spiegelungen der Umgebung auf der Wasseroberfläche wie z. B. der Matterhorn.

Das Matterhorn spiegelt sich im Wasser wieder.

Das Matterhorn spiegelt sich im Wasser wieder. Canon 5D Mark III, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/60 s, f/11, ISO 100, Brennweite 35 mm

Ähnliche Ergebnisse erreichen Sie jedoch nur bei sehr stillem Wasser. In diesem Beispiel am frühen Vormittag, weil später der Wind stärker wird und der Berg nur noch einmal am Tag zu sehen ist. Es ist daher viel einfacher, wenn Sie zunächst Objekte auf relativ kleinen Wasserflächen erfassen, wo Sie mit einem nicht so starken Wellengang rechnen müssen. Am besten hierfür eignen sich kleine Teiche in Schlossgärten.

Schloss Rájec nad Svitavou.

Schloss Rájec nad Svitavou. Canon 5D Mark II, Canon EF 16-35/2.8 II, 1/320 s, f/5,6, ISO 100, Brennweite 20 mm

Während man bei Landschaftsaufnahmen den Horizont beträchtlich tiefer oder höher platziert, erweist sich bei Spiegelungen eine mittige Platzierung als geeigneter. Hierdurch wird das edle Bauwerk sowie die Symetrie hervorgehoben. Sie müssen sich jedoch nicht strikt an diese Empfehlung halten, weil eine ausreichend ruhige Wasseroberfläche viel Spielraum zum Experimentieren bietet. Hier ein Beispiel.

Auf den Kopf gestellt. 

Auf den Kopf gestellt. Canon 350D, Macro-Revuenon 24/4, 1/40 s, asi f/8, ISO 100, Brennweite 24 mm

Mit Gegenlicht fotografieren

Eine besondere Vorgehensweise erfordern Aufnahmen mit Gegenlicht. Falls Sie Glück haben, dann ist das Licht nicht so stark und die Fotokamera kommt aufgrund des Dynamikumfangs mit dieser Situation zurecht. Im Extremfall scheint die Sonne jedoch sehr stark und ein Großteil der Aufnahme ist sehr hell. Falls das Problem sehr markant ist, dann gibt es zwei Lösungen. Bei der ersten Lösung machen Sie eine sehr dunkle Aufnahme, hellen nachträglich alle Bereiche bis auf die Sonne sowie die Spiegelung von ihr am PC auf und vermeiden somit überhellte Stellen.

Die zweite Lösung ist, mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen zu machen, d. h. unterschiedlich helle und dunkle Fotos. Diese Funktion finden Sie bei Fotokameras unter dem Begriff Exposure bracketing. Sobald Sie die Funktion aktiviert haben und den Auslöser betätigen, wird automatisch so eine Serie erstellt. Die Fotoserie fügen Sie dann zu einer Aufnahme am PC zusammen.

Die Kombination von drei unterschiedlich stark belichteten Bildern.

Die Kombination von drei unterschiedlich stark belichteten Bildern. Canon 5D Mark IV, Canon EF 16-35/2.8 III, 1/160 až 1/1250 s, f/11, ISO 100, Brennweite 23 mm

Wasser mit dem Polarisationsfilter fotografieren

Es gibt noch einen weiteren Trick, um das Wasser zu fotografieren – die Verwendung eines Polarisationsfilters. Wenn Sie aus dem richtigen Winkel fotografieren, dann umgehen Sie die Spiegelung auf der Wasseroberfläche. Hierdurch erhalten Sie auch einen Einblick unter die Wasseroberfläche. Das Ergebnis kann im folgenden Vergleich sehen.

Ohne Polarisationsfilter.

Ohne Polarisationsfilter. Canon 5D Mark IV, Canon EF 24-70/2.8 II, 1/80 s, f/8, ISO 400, Brennweite 25 mm

Mit Polarisationsfilter.

Mit Polarisationsfilter. Canon 5D Mark IV, Canon EF 24-70/2.8 II, 1/80 s, f/8, ISO 400, Brennweite 25 mm

Die Reduzierung der Spiegelung funktioniert leider nur in bestimmten Winkeln (ca. 45° Grad nach unten vom Horizont). Auf dem oberen Bild ist die Reduzierung in der unteren Hälfte am stärksten, aber in Richtung des Horizonts wird die Spiegelung wieder sichtbar. Es ist aber nicht unbedingt notwendig, die komplette Spiegelung zu vermeiden, weil gerade sie das Wasser zu Wasser macht. Sie können den Filter daher auch so anwinkeln, damit ein Teil der Spiegelung vorhanden bleibt.

Wasser im (Spring-)Brunnen fotografieren

Fotogen sind auch Aufnahmen in der Stadt. Dank der kleinen Größe können Sie leicht um die Brunnen herumlaufen und somit Fotos aus verschiedenen Perspektiven fotografieren. So erhalten Sie innerhalb weniger Sekunden eine ganze Menge verschiedener Bilder.

Bild des Springbrunnens ohne Gegenlicht.

Bild des Springbrunnens ohne Gegenlicht. Canon 40D, Canon EF-S 10-22/3.5-4.5, 1/30 s, f/8, ISO 100, Brennweite 10 mm

Aufnahme des Springbrunnens mit Gegenlicht.

Aufnahme des Springbrunnens mit Gegenlicht. Canon 40D, Canon EF-S 10-22/3.5-4.5, 1/160 s, f/8, ISO 100, Brennweite 10 mm

Falls Sie beim Fotografieren des Brunnens einen Winkel finden, aus dem auch die die Skulpturen widergespiegelt werden, dann erhalten Sie hierdurch weitere Kompositionsmöglichkeiten.

Springbrunnen mit Spiegelung.

Springbrunnen mit Spiegelung. Canon 40D, Canon EF-S 10-22/3.5-4.5, 1/80 s, f/8, ISO 100, Brennweite 10 mm

Eine weitere Möglichkeit bieten Detailaufnahmen des Wassers. Wie man am Bild erkennen kann, sind selbst bei einer Verschlusszeit von 1/640 s die herausströmenden Wassertropfen durch die Bewegung verschwommen. Falls Sie also wirklich den Wasserstrom einfrieren möchten, dann müssen Sie eine noch kürzere Verschlusszeit wählen.

Detailaufnahme der Wasserstrahlen.

Detailaufnahme der Wasserstrahlen. Canon 5D Mark II, Canon EF 24-105/4, 1/640 s, f/4, ISO 200, Brennweite 105 mm

Einen Sonderfall bieten bei Nacht beleuchtete Springbrunnen. Mit einem Stativ sowie einer langen Verschlusszeit können Sie die Bewegung des Wassers verschwommen darstellen. Zusäztlich werden durch die lange Verschlusszeit vorbeilaufende Touristen nicht sichtbar.

Ein beleuchteter Springbrunnen in Barcelona.

Ein beleuchteter Springbrunnen in Barcelona. Canon 350D, Canon EF-S 18-55/3.5-5.6, 10.0 s, f/22, ISO 100, Brennweite 18 mm

Wasser in Flüssen und Bächen fotografieren

Ein weiteres Thema bietet fließendes Wasser in der Natur. Bei kleinen Bächen ist v. a. die Umgebung wichtig, weil Sie den Großteil des Fotos ausfüllt. Ferner ist auch die Form des Flusslaufs bedeutend. Wenn z. B. ein Fluss einfach geradeaus fließt, dann muss die Aufnahme nicht schlecht sein, aber gewöhnlich wecken solche Fotos nicht die Aufmerksamkeit beim Betrachter. Daher sollten eher markante Veränderungen des Flusslaufs mit der Fotokamera erfasst werden. Im Wald trifft man z. B. oftmals auf ein Flusslauf mit einer S-Form.

Fluss im Wald.

Fluss im Wald mit einer S-Form. Canon 5D Mark III, Canon EF 16-35/2.8 II, 2.0 s, f/22, ISO 100, Brennweite 16 mm

Noch interessanter sind jedoch vertikale Veränderungen der Richtung des Flusses – diese sind oftmals in den Bergen oder auf Hügeln anzutreffen. Die Bilder wirken hier sehr interessant.

Eine künstliche Kaskade in den Deutschen Alpen.

Eine künstliche Kaskade in den Deutschen Alpen. Canon 5D Mark III, Canon EF 70-200/2.8 IS II, 1.0 s, f/16, ISO 100, Brennweite 200 mm

Versuchen Sie es selbst

Betrachten Sie die Beispiele in diesem Artikel als reine Inspiration. Es gibt nämlich viele weitere Beispiele, wie man Aufnahmen des Wassers machen kann. Sie müssen sich nur auf den Weg machen und das Wasser in Ihrer Nähe fotografieren.

Letzte Änderung 17. Oktober 2017

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Autor: Vít Kovalčík

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