6 Fehler, die Sie bei der Makrofotografie vermeiden sollten

Die Makrofotografie gehört zu einer der technisch anspruchsvollsten Disziplinen innerhalb der Fotografie. Und deswegen kann man so viele Fehler machen. Egal ob es sich dabei um das Licht, die Fokussierung oder die Bildkomposition handelt. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Fehler am meisten gemacht werden, wie sie entstehen und wie man sie vermeidet.

6 fehler die sie bei der makrofotografie vermeiden sollten

Bei der Makrofotografie kann man die Probleme in zwei Kategorien einteilen:

  • Licht und
  • Schärfe

Gerade bei unscharfen Bilder kann es mehrere Ursachen geben. Die Hauptursachen liegen wie so oft am Fotografen selbst – entweder ist es die falsche Kamerahaltung oder man fokussiert nicht richtig.

1. Fehler – zu scharfes Licht

Beginnen wir mit dem Licht – dem wichtigsten Aspekt bei der Makrofotografie. Egal ob es sich um natürliches oder künstliches Licht handelt, Sie müssen immer richtig damit arbeiten.

Viele Anfänger benutzen den internen Blitz, was an sich nicht falsch ist. Der Fehler ist jedoch, sich nur auf den internen Blitz zu verlassen und sich nicht weiter mit dem Licht zu beschäftigen. Sie erhalten nämlich oftmals scharfe Schatten mit einem hohen Kontrast, der die Aufnahme wertlos macht.

Die Lösung ist einfach – setzen Sie eine weiße Schachtel aus dem Kino oder die Hälfte eines Tischtennisballs auf den internen Blitz. Hierdurch erhalten Sie diffuses Licht. Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für die Arbeit mit einem externen Blitz.

Ein selbst gebauter Diffusor in Kombination mit einem externen Blitz.

Ein selbst gebauter Diffusor in Kombination mit einem externen Blitz.

2. Fehler – falsche Kamerahaltung

Ein Hauptgrund für unscharfe Bilder ist die falsche Haltung der Kamera. Es passiert oft, dass Ihnen ganz einfach die Hand verrutscht und Sie so gleichzeitig auch die Fotokamera bewegen. Oder Ihre Hände zittern ganz einfach. Das Ergebnis sind unscharfe Fotos.

Die richtige Kamerahaltung hilft Ihnen in dieser Situation. Gehen Sie folgendermaßen vor, um mehr Stabilität zu bekommen:

  1. Halten Sie mit einer Hand das Objektiv.
  2. Mit der zweiten Hand halten Sie das Kameragehäuse.
  3. Stützen Sie die Ellenbogen auf Ihrem Bauch ab.
  4. Drücken Sie den Auslöser beim Ausatmen.

Wenn selbst diese Vorgehensweise nicht hilft, dann erhöhen Sie die ISO und die Verschlusszeit (falls möglich). Der höhere ISO-Wert bedeutet aber auch mehr Rauschen.

Auch wenn Sie das Rauschen in Zoner Photo Studio einfach in den Griff bekommen, ist die Verwendung eines Blitzes die bessere Wahl. Vergessen Sie auch hier nicht, einen Diffusor zu verwenden.

3. Fehler – falscher Autofokus

Auch wenn Sie die Fotokamera mithilfe eines Tisches oder eines Stativs stabilisiert haben, dann kann es immer noch zu unscharfen Bildern kommen. Dies liegt oftmals am falschen Autofokus. Dabei ist es egal, ob der Fehler durch Ihre Fotokamera oder Ihr Objektiv verursacht wurde. Daher lohnt es sich, manuell zu fokussieren, wodurch Sie eventuelle technische Unvollkommenheiten vermeiden.

Es gibt aber auch Situationen, wo ein Autofokus unumgänglich ist. Fokussieren Sie in diesem Fall auf einen Punkt. Also AF-S bei einer Nikon oder One Shot bei einer Canon. Sie verhindern hierdurch, dass die Fotokamera immer wieder versucht nachzuschärfen. Ferner haben Sie die Garantie, dass die Kamera wirklich auf die gewünschte Stelle fokussiert.

Die Fokussierung über die AE-L Taste bei Nikon.

Die Fokussierung über die AE-L Taste bei Nikon. Zu Beginn ist die Taste ziemlich unbequem, aber sobald Sie sich daran gewöhnt haben, werden Sie diese Option nicht mehr missen wollen. Sie haben nämlich eine viel bessere Kontrolle über die Fokussierung. Quelle: Nikon.

Achtung auf den Back & Front Focus

Manchmal passiert es dennoch, dass das Bild trotzdem an einer anderen Stelle fokussiert. Hier lässt Sie höchstwahrscheinlich die Technik im Stich und der sogenannte Back & Front Focus tritt auf. Also die Fokussierung hinter oder vor dem gewünschten Punkt.

Dieses Problem meistern Sie bei einer Nikon oder Canon mit der DotTune-Methode (dt. AF-Mikrojustage), wo Sie bei jedem Objektiv die Fokussierung nach Ihren eigenen Wünschen justieren.

4. Fehler – zu hoher Blendenwert

Einer der häufigsten Fehler, der bei der Makrofotografie insbesondere von Anfängern gemacht wird, ist die Einstellung eines zu hohen Blendenwertes. Meist entsteht dieser Fehler dadurch, dass der Fotograf davon ausgeht, dass je höher die Blende ist, desto schärfer wird die Aufnahme.

Aber zu viel des Guten schadet der Aufnahme. Durch den hohen Blendenwert muss das Licht durch eine kleine Blendenöffnung gelangen. Da die Blendenlamellen auch eine Kante haben, werden die Lichtstrahlen an den Rändern dazu gezwungen, in eine Kurve zu gehen (Phänomen namens Beugung). Diese Beugung wirkt sich auf das gesamte Bild aus und bewirkt eine gewisse Unschärfe aufgrund des größeren Zerstreuungskreises des Lichts.

Einfach gesagt: Je mehr Sie abblenden, desto weicher wird das auf den Chip übertragene Bild und hierdurch verursachen Sie Unschärfe. Es ist daher besser, die Blende auf max. f/16 zu stellen. Aber selbstverständlich ist dies auch von der Qualität des Objektivs sowie der Fotokamera abhängig.

5. Fehler – schlechter Übergang

Jeder Fotograf von Makros kommt mit der Zeit dazu, mehrere Aufnahmen zusammenzufügen. Er wird jedoch schnell feststellen, dass nicht immer alle Aufnahmen einen schönen Übergang haben. So entstehen verschwommene Stellen, die nicht schön aussehen.

Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten Sie einen Einstellschlitten mit einem Verstellweg von 0,5–1 mm und mehr verwenden. Sie erzielen somit einen flüssigeren Übergang zwischen den einzelnen Fotos und ersparen sich viel Arbeit bei der nachträglichen Bearbeitung von unscharfen Stellen. Stattdessen müssen Sie nur die einzelnen Bilder mithilfe von Ebenen in Zoner Photo Studio X zusammenstellen.

6. Fehler – das Objekt hat sich bewegt

Die plötzliche Bewegung des Hauptmotivs ist kein Fehler, den der Fotograf selbst verursacht, aber dennoch kann man dem gewissermaßen vorbeugen. Daher haben wir diesen Fehler auch in diesen Artikel aufgenommen.

Gerade bei der Makrofotografie von Insekten ist es ganz natürlich, dass das kleine Tierchen sich plötzlich bewegt. Wenn Sie im Freien und nicht daheim ein totes Exemplar fotografieren, dann müssen Sie immer mit einer Bewegung rechnen. Um dieses Risiko zu minimieren, sollten am frühen Morgen fotografieren – die Insekten sind zu dieser Zeit noch in einer gewissen Starre und bewegen sich kaum.

Die Mitnahme von ein paar Platten oder einem Regenschirm wird Ihnen sehr helfen. Sie können so gegen den Wind ankämpfen, welcher das Hauptmotiv in Bewegung bringen kann.

Falls Sie zu Hause fotografieren, dann sollten Sie das tote Insekt oder den Schmuck immer so platzieren, damit keine Erschütterungen darauf übertragen werden. Ich fotografiere daher am liebsten am späten Abend, wo ich alleine bin. So kann ich mir sicher sein, dass keine Vibrationen aufgrund von Schritten auf das Hauptmotiv übertragen werden.

Letzte Änderung 24. Oktober 2017

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Autor: Josef Gabrhel

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